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Dänischer WM-Topskorer kommt

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So etwas nennt man einen Hammertransfer: Der Topskorer der dänischen Eishockeynationalmannschaft bei der letzten Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland spielt nächste Saison für den Rosenheimer Zweitligisten. Sein Name: Kim Staal. Seine Position: Mittel- oder Außenstürmer: Sein Alter 35. Einen Feldspieler dieses Kalibers haben die Rosenheimer seit 15 Jahren nicht mehr verpflichtet.

Der letzte Däne im Starbulls-Trikot war Jesper Duus und der spielte 2002/2003 zusammen mit Staal in der dänischen Nationalmannschaft.

Und bei der Weltmeisterschaft 2003 wurde Staal zum ersten Mal Topskorer der Dänen. Das schaffte er noch weitere viermal. Nicht bei irgendwelchen Turnieren, sondern bei A-Weltmeisterschaften, wo er den ganz großen Eishockeyspielern der letzten zehn Jahre gegenüberstand. Zum Beispiel Mats Sundin, Dany Heatley, Jaromir Jagr, Sidney Crosby oder Alexander Ovechkin, der 2005/2006 bei der WM nur ein Tor mehr erzielte als Staal, der fünfmal traf. Punktgleich mit dem Starbulls-Neuzugang ein gewisser Alexander Semin, der ein Jahr später der Topstar in der NHL war.

"Auch wenn Kim schon 35 Jahre alt ist, ein Auslaufmodell ist er auf keinen Fall, sondern er steht voll im Saft. Wenn das anders wäre, könnte er nicht bei der Eishockey-Weltmeisterschaft mitspielen, dann könnte er nicht Topskorer und bester Turnierspieler seines Teams werden", freut sich Rosenheims Trainer Franz Steer über seinen Neuzugang, mit dem ihm wieder einmal ein Top-Transfer geglückt ist und mit dem die Starbulls ein Zeichen setzen - für die Fans und für die 2. Liga. Staal ist der "Kracher", den Rosenheims Verantwortliche seit drei Wochen angekündigt haben. Damals hieß es: "Dass so ein Spieler zu unseren Konditionen bei uns eventuell spielt, glaubt uns sowieso keiner", erklärte Franz Steer, der schon während der letzten WM mit dem 1,82 Meter großen Staal und mit dessen Freundin ständig in Kontakt steht. "Vor allem mit seiner Freundin, weil Grundvoraussetzung für einen Wechsel eine Arbeitsstelle für sie war", sagte Steer und das haben die Starbulls mit Hilfe ihrer Sponsoren geschafft. Staal und seiner Partnerin hat anscheinend imponiert wie sich Steer ins Zeug gelegt hat, und weil Staal unbedingt in Deutschland spielen wollte, hat er das Vertragsangebot der Oberbayern angenommen und den Vertrag gestern Abend unterschrieben zurückgeschickt.

"Er hätte überall mehr verdienen können, aber bei uns stimmte von Anfang an die Chemie", erinnert sich Steer an das erste Gespräch mit Staal. "Als mir sein Spielervermittler den Namen nannte, sagte ich zu ihm er soll mir Spieler vorschlagen, die ich bezahlen kann. Der Spielervermittler sagte, ich soll es versuchen, weil Staal nach Deutschland will. Also habe ich angerufen. Und es hat einfach gepasst. So wie bei Norm Maracle. Da hat auch keiner geglaubt, dass er für Rosenheim spielen wird."

Was erwartet sich Franz Steer von Kim Staal: "Ich erwarte, dass er unsere Spieler besser macht, das ist auch die Aufgabe eines Ausländers und das ist der Hauptgrund warum ich ihn geholt habe. Gelingt ihm das, und davon gehe ich aus, werden wir als Mannschaft automatisch besser." Staal ist sicher nicht ein so spektakulärer Spieler wie ein Quirk oder ein Squires, "aber er ist ein absoluter Vollprofi, der immer positiv ist, der weiß was er zu tun hat und das ist wichtig. Vor allem, weil unsere Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison noch jünger ist", erklärte Steer. Beeindruckend und ein Zeichen für charakterliche und spielerische Stärke sind seine 363 Spiele in der schwedischen Eliteliga. "Da spielt einer nicht jahrelang, wenn er nicht hart arbeitet", weiß Steer. Staals 87 Tore und 92 Assists in dieser europäischen Topliga sprechen für sich, genauso wie seine einzige Saison in der AHL, wo Kim Staal für die Milwaukee Admirals in 64 Spielen 13 Tore und 12 Assists machte.

1996 wurde Staal von den Montreal Canadians in Runde 4 gedraftet, doch nach Nordamerika wechselte er erst viel später, weil er sofort in der schwedischen Eliteliga Fuß fasste. Zuletzt spielte Staal in seiner Heimatstadt Herlev in der 1. dänischen Liga. Dort stand er bis vor einem Jahr noch mit dem heute 45-jährigen Ex-Rosenheimer Jesper Duus in einem Team und in der abgelaufenen Saison wurde Staal mit 33 Punkten (15 Tore/18 Assists) in 26 Spielen Topskorer seiner Mannschaft, was einem Schnitt von 1,27 Punkten pro Spiel entspricht. Damit lag er auf dem 20. Gesamtplatz der besten Skorer, die ein gewisser Patrick Asselin mit 53 Punkten (28 Tore/ 25 Assists, Schnitt 1,33) anführte. Auf Platz sieben der Ex-Schwenninger Brock Hooten mit 44 Punkten in 40 Spielen (Schnitt 1,10).

Zum Abschluss noch das Spieler-Profil von Kim Staal in der Eishockey-Datenbank "eliteprospects": Staal ist Rechtsschütze mit einem sehr offensiv ausgerichteten Spiel. Er ist als Center genauso gut wie als Außenstürmer. Er ist ein erfahrener und dynamischer Spieler der dänischen Nationalmannschaft mit Zug zum Tor sowie ein relativ zuverlässiger Skorer, der einen harten Schuss besitzt. Und auf diesen Spieler, der am 1. August in Rosenheim eintrifft, dürfen sich die Starbulls-Fans ab sofort freuen.

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