Einheimische Sport-Asse in der Corona-Krise: Friseure vermisst und der Sohn als Motivator

Lukas Jastraunig, Tennisspieler des Bundesliga-Aufsteigers TC 1860 Rosenheim, hat sich im Keller ein kleines Fitness-Studio eingerichtet.
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    Hans-Jürgen Ziegler
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In der Corona-Krise: Vier Sportler aus der Region, zehn Fragen, zehn Antworten  -  die OVB-Sportredaktion  hat in der Rubrik "Unsere Top Ten" Christoph Ullmann, Maxi Hain, Thomas Leberfinger und Lukas Jastraunig befragt.

Zehn Fragen – zehn Antworten. Mit dabei im dritten Teil: Eishockeyspieler Christoph Ullmann. Der Waldkraiburger beendete vor kurzem bei den Adler Mannheim seine Karriere. Die Buchbacher Regionalliga-Fußballer Maxi Hain und Thomas Leberfinger, sowie Tennisspieler Lukas Jastraunig vom TC 1860 Rosenheim.

Maxi Hain ist Kapitän der Buchbacher Fußballer. 

Maxi Hain: „Viele Läufe im Englischen Garten“

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Der größte Erfolg ist, dass ich so viel Zeit mit meiner Frau verbringen kann, wie es während der Fußballsaison nicht möglich ist.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Ich mache meine Läufe im Englischen Garten, den ich mittlerweile in- und auswendig kenne und zudem trainiere ich mit der Fitness-App B42.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Mich hat beeindruckt, dass die Wasserburger Fußballer bereits am ersten Tag der Ausgangssperre einen Lieferservice für die Stadt und das nähere Umland ins Leben gerufen haben.

Gestört hat mich, dass sich einzelne Personen nicht an die aufgestellten Regeln gehalten haben.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Ich bin nicht frustriert und musste deshalb keinen Frust mit Musik bekämpfen.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

In der aktuellen Lage haben meine Frau und ich vermehrt Serien auf Netflix geschaut.

Ansonsten finde ich den Film „Moneyball“ ganz gut, in dem es darum geht, mit wenig Geld eine erfolgreiche Mannschaft aufzubauen.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Ein Buch über Pep Guardiola in seinem ersten Bayernjahr und von John Strelecky „Auszeit im Café am Rande der Welt“.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein, ich habe nicht gehamstert - liegt zudem auch daran, dass meine Frau die Einkäufe macht.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Am meisten vermisse ich die Zeit mit Freunden in Cafés oder Restaurants und sportlich den Wettkampf und die Zeit mit meinen Mitspielern in der Kabine.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Ich koche ab und zu, aber das überlasse ich lieber anderen.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Wieder mit Freunden und Familie treffen, mit meiner Frau auf dem Chiemsee Elektroboot fahren und wieder Fußball spielen.

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Christoph Ullmann, der vor Kurzem seine Karriere beendete, hält sich mit seinen Kindern fit.

Christoph Ullmann: „Mit Apache den Corona-Frust bekämpft“

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Um beweglich und „geschmeidig“ zu bleiben habe ich meine Yoga Praxis intensiviert und ausgebaut. Auch an meinem Kopfstand habe ich intensiv gearbeitet.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Mein Sohn Lennox (10) trainiert täglich, da er bei der U13 der Jungadler Mannheim Eishockey spielt. Er ist momentan mein Antrieb, Motor und Motivator zugleich, damit ich auch meine Sportschuhe schnüre. Ich trainiere fünf- bis sechsmal pro Woche mit ihm.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Der familiäre Zusammenhalt und das „nur unter uns sein“, hat mir sehr gut gefallen. Dass viele Leute sich trotzdem in der Öffentlichkeit getroffen und zusammengefunden haben, hat mich gestört.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Bei uns lief viel Apache. Es ist das Kabinenalbum bei den Jungadlern, deshalb wollten es die Kinder hören. Meine Frau, ein paar Freunde und ich hatten aber auch Konzertkarten für Ende April in München. Ist ja aus bekannten Gründen ins Wasser gefallen.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Wir haben ein paar Serien geschaut. Zuletzt „Britania“ und „Das Boot“ auf Sky,

Molly’s Game auf Netflix. Ist aber auch ein super Film und sehr zu empfehlen.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Ich lese generell sehr viel. Aktuell liegt „Das größere Wunder“ von Thomas Glavinic auf meinem Nachttisch.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Den Alltagsstress habe ich überhaupt nicht vermisst. Meine Friseure dagegen sehr.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Ich habe teilweise drei bis viermal die Woche gegrillt. Habe Pizza gemacht, Flammlachs und auch diverse Nachtische auf dem Grill ausprobiert.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Unsere Freunde besuchen oder zu uns in den Garten einladen, unsere Lieblingsrestaurants aufsuchen und mit den Kindern die Spielplätze wieder unsicher machen.

In Tracht gingen Thomas Leberfinger und seine Mitspieler aus Buchbach zum Blutspenden.

Thomas Leberfinger: "Endlich wieder ein Tor für Buchbach schießen"

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Dass wir als Verein TSV Buchbach bei der Blutspendeaktion mitgemacht haben. Ich finde das Thema Blutspenden sehr wichtig, vor allem in der jetzigen Zeit sollte das nicht in Vergessenheit geraten.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Momentan mache ich ein Trainingsprogramm mit der Fitness-App B42 vom Andi Gschaider und das macht wirklich Spaß. Nebenbei noch ein bisschen Radl fahren, das muss momentan reichen (lacht).

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Beeindruckt hat mich wie diszipliniert sich ein Großteil der Menschen an die Ausgangsbeschränkung gehalten hat. Teilweise war ja auf den Straßen oder in der Stadt gar nichts los.

Im Gegenzug hat mich gestört, dass es immer ein paar Unvernünftige gibt, die meinen klüger als alle anderen zu sein und sich eben nicht an die Beschränkungen halten.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Je nach Gemütslage

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Den Film „Trautmann“ habe ich mittlerweile dreimal gesehen. Dabei geht es um den deutschen Kriegsgefangenen Bert Trautmann, der als Torwart bei Manchester City zur Legende wurde. Echt ein super Film.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Ich habe während der Ausgangsbeschränkung drei Bücher gelesen, das letzte war von John Grisham „Der Komplott“.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein, ehrlich nicht. Ich musste aber schon bisschen schmunzeln, wenn gewisse Regale im Supermarkt leergefegt waren.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Gar nicht vermisst habe ich die allgemeine Hektik und den Alltagsstress.

Was mir sehr wohl fehlt ist der Fußball und das zuvor gewohnte regelmäßige Treffen mit Freunden und Familie

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Das Kochen überlasse ich lieber meiner Frau. Sie hat da viel mehr Ahnung als ich und bei ihr schmeckt es auch wesentlich besser.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

An den Bodensee fahren, da war ich nämlich noch nie, endlich wieder ein Tor für Buchbach in einem Ligaspiel erzielen, mich um meine Frau kümmern, da sie wegen einem Unfall eine schwere Knie-OP hatte und wochenlang das Bein nicht belasten darf.

Lukas Jastraunig stieg mit 1860 Rosenheim in die 1. Tennis-Bundesliga auf

Lukas Jastraunig: „Ohne Stress in den Tag gestartet“

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Mein größter häuslicher Erfolg war, dass ich endlich mal meinen Kleiderschrank ausmisten und sortieren konnte. Da hat sich in den letzten Jahren doch einiges an Wäsche angesammelt, die ich nicht mehr benötige und die zu einer Hilfsorganisation gebracht habe.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Ich habe mir von meinem Onkel ein Fahrrad ausgeborgt und bin extrem viel Rad gefahren und ich habe mir im Keller ein kleines Fitnessstudio eingerichtet. Also an der Fitness sollte es nicht scheitern.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Beeindruckend war für mich, dass sich wirklich fast alle an die Ausgangsbeschränkungen gehalten haben. Das Gemeinsame und der Zusammenhalt haben wieder einen viel höheren Stellenwert bekommen.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Einen besonderen Musiktitel hat es bei mir nicht gegeben aber der Radio ist fast durchgehend gelaufen.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Ich schaue relativ wenig fern. Also einen Film, den ich mir doppelt angesehen habe, gibt es nicht.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Dadurch, dass ich auch in einem Unternehmen arbeite und ich in der Personalverrechnung tätig bin, habe ich mit der Kurzarbeitslektüre sehr viel Lesestoff gehabt.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Ja ich habe auch ein bisschen gehamstert, aber zum Glück schon zwei Wochen, bevor bei uns die Panik ausgebrochen ist. Ich habe mich mit Nudeln, Reis und Tomatensugo versorgt, sodass ich circa eine Woche auskommen würde. Normalerweise habe ich so gut wie keine Vorräte zuhause, weil ich tennismäßig sehr viel unterwegs bin.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Diesen täglichen Stress immer zu bestimmten Uhrzeiten dieselben Abläufe zu haben habe ich überhaupt nicht vermisst. Ich habe es genossen, mal ein bisschen länger zu schlafen und einfach ohne Stress in den Tag zu starten. Der Tennisplatz ist mir natürlich auch abgegangen, aber mittlerweile dürfen wir ja schon wieder spielen.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Ich habe sehr viel gekocht und dadurch, dass ich mich in der Fastenzeit fleischlos ernährt habe, entdeckte ich einige neue Gerichte für mich entdecken können.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Für mich wäre es wichtig, dass der Sport nach der Krise wieder einen höheren Stellwert bekommt. Das geht schon im Kindesalter los, auch Schulen sollten den Sport mehr fördern. Man hat gesehen, dass der Virus für Personen ohne gesundheitliche Beschwerden nicht so starke Auswirkungen hat als bei Personen mit Vorerkrankungen, Auf meiner Liste steht natürlich auch, dass ich endlich wieder nach Rosenheim kommen kann um meine zweite Familie wieder sehen zu können.

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