Sport-Asse in der Corona-Krise: Kinderlieder hören und auf einen „gscheidn“ Schafkopf freuen

Leidenschaftlicher Koch: Radsport-Profi Marcus Burghardt vom Samerberg.
  • Thomas Neumeier
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  • Hans-Jürgen Ziegler
    Hans-Jürgen Ziegler
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In der Corona-Krise: Fünf Sportler aus der Region, zehn Fragen, zehn Antworten  -  die OVB-Sportredaktion  hat in der Rubrik "Unsere Top Ten" Kristin Lang, Marus Burghardt, Rudi Rohrmüller, Stefan Heil und Christoph Wallner befragt.

Zehn Fragen – zehn Antworten. Mit dabei im zweiten Teil: Tischtennisspielerin Kristin Lang vom SV-DJK Kolbermoor, Bora-hansgrohe-Radsportprofi Marus Burghardt vom Samerberg, der Rosenheimer Squash-Nationalspieler Rudi Rohrmüller, der Kolbermoorer BMX-Fahrer Stefan Heil sowie Sechziger-Fußballer Christoph Wallner.

Marcus Burghardt mit seinen Töchtern beim Bau eines Schildkrötengeheges

Marcus Burghardt: Feinschmeckerkost auf dem Samerberg

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Sportlich mit dem Rennrad vom Samerberg zum Schloss Neuschwanstein und zurück – 350 Kilometer in unter elf Stunden und das allein. Zu Hause: Schildkrötengehege für unsere Schildkröten bauen.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Ich konnte ganz normal draußen weiter trainieren und habe die Zeit auch auf den leeren Straßen intensiv genutzt.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Beeindruckt hat mich die rasche Solidarität von Vereinen und Einzelpersonen um für Ältere einkaufen zu gehen. Gestört ist eventuell das falsche Wort, aber es war schon anfangs schwer zu akzeptieren, dass man eine Topform für die Rennen hatte, sie aber nicht nutzen konnte.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Ich bin ein Riesen-Radio Charivari-Fan und die haben mich bestens unterhalten mit tollen Mixes.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Die Netflix-Doku Österreich von oben.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

OVB.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein, aber wir haben einen Großeinkauf für die ganze Woche gemacht.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Den Alltagsstress und immer das Gefühl zu haben irgendwo hinzumüssen. Vermisst habe ich die Wettkämpfe und mich mit anderen Rennfahrer zu messen.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Backen nein. Kochen habe ich nicht begonnen, weil ich schon immer gern an meinem Bora-System stand. Dann gibt es Thai, Hühnchen- und Rinderfond werden auf Vorrat gemacht, vakuumiert und eingefroren. Außerdem gab es Lasagne für die Kids, Tiramisu, gebeizten Lachs und Salate.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Treffen mit Freunden, Trainingslager mit Bora- hansgrohe und an gscheidn Schafkopf beim Lenzi in der Stubn in Söllhuben, mit einer lockeren Stoßhand und einen Farbwenz Du (tout) für mich.

Kolbermoors Tischtennisspielerin Kristin Lang mit ihrer Tochter beim Spielen mit Farben.

Kristin Lang: „Aramsamsam“ liegt hoch im Kurs

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Die Anschaffung eines Thermomix.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Ich habe mir Fitnessgeräte für zu Hause zugelegt und mache mehr Fitness zu Hause als vorher.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Die Leute sind nicht mehr so gehetzt und nicht gereizt, wenn man dann an der Post anstehen muss. Höflich wird gefragt, ob man im Supermarkt an ein Regal möchte, wenn man dort steht. Das finde ich super und könnte gerne so bleiben.

Hamsterkäufe stören mich extrem. Wenn jeder so einkaufen würde, wie vor der Krise, würden auch alle klarkommen.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Momentan höre ich Kinderlieder mit meiner Tochter rauf und runter. Aktuell ist „Aramsamsam“ hoch im Kurs (lacht).

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Keinen. Mein Mann und ich haben die vierte Staffel von „Haus des Geldes“ geschaut, auf die wir lange gewartet haben.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Ich habe ein paar Bücher auf meinem Nachtschrank liegen, aber dadurch, dass wir unsere kleine Tochter zu Hause betreuen, hatte ich noch keine Zeit diese zu lesen.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein. Aus Überzeugung nicht. Und deswegen mussten wir eines Morgens um 7 Uhr in den Supermarkt um Toilettenpapier zu kaufen, weil wir keins bekommen haben.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Die sozialen Kontakte fehlen mir. Die Staus auf den Straßen habe ich nicht vermisst.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Wir haben viele Gerichte mit dem Thermomix ausprobiert und besonders stolz bin ich auf das selbst gemachte mediterrane Baguette.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

In den Urlaub fliegen,

Golfen, ins Restaurant gehen.

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Squash-Nationalspieler Rudi Rohrmüller bei einer Trainingseinheit in den Bergen.

Rudi Rohrmüller: Als Trainer und Spieler fortgebildet

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Mein Garten ist wie aus dem Ei gepellt, der Grill ist einsatzbereit und alle Aufgaben rund ums Haus erledigt.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Lauftraining, Stabilisationsübungen – ich bin fit und konnte die Ruhepausen machen, die man bei hartem Training benötigt. Die kann man während der Saison nicht immer einhalten.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Mich hat beeindruckt die Menge an Leuten, die am Tonwerkweiher gejoggt und spazieren gegangen sind. Mich hat gestört, dass es immer wieder Leute gab, die die Ernsthaftigkeit der Situation nicht erkannt haben.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Mit keinem.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Mord im Orientexpress und den zum fünften Mal.

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Ich habe nichts Neues angefangen, aber ich hatte mehr Zeit, um im Internet Squashvideos bezüglich Taktiken und Techniken zu studieren. Als Trainer sowie als Sportler sollte man nie glauben alles zu wissen.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein, ich habe nicht gehamstert.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Den Reiseverkehr auf der Straße habe ich gar nicht vermisst. Ich habe meine Trainingsmatches im Squash und Tennis total vermisst sowie die nicht gespielten Endrunden der deutschen, österreichischen und Schweizer Liga. Hier wäre ich mit meinem Team jeweils dabei gewesen.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Nein ich habe nicht zu kochen und backen begonnen, sondern meine Freundin hat es perfektioniert (lacht).

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Trainingsmatch mit dem österreichischen Squashmeister Aqeel Rehmann in Salzburg, Kinobesuch mit meiner Freundin und Start der Tennissaison mit Freunden vom TC Kolbermoor.

Christoph Wallner, Kapitän des Fußball-Regionalligisten 1860 Rosenheim, grillt sehr gerne.

Christoph Wallner: Einkaufsfahrten für die Großeltern

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Mein Garten erstrahlt in neuem Glanz.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Wir haben dreimal in der Woche mit unserem Athletikpartner Corox ein Cybertraining absolviert, in dem viele Stabi- und Kräftigungsübungen abgearbeitet werden. Außerdem bin ich viel auf dem Rad unterwegs.

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Beeindruckt hat mich der Zusammenhalt innerhalb der Familien, die täglichen Einkaufsfahrten für die Großeltern, die mit Freude erledigt wurden.

Gestört hat mich, dass manche Leute die Regeln der Regierung nicht respektiert haben und somit andere Menschen in Gefahr brachten.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Toosie Slide von Drake.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Shooter mit Mark Wahlberg, und das circa das 20. Mal (lacht).

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Paulo Coelho – Der Alchimist. Sehr empfehlenswert.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein, ich hab den Zeitpunkt des Hamsterns übersehen. Als ich einkaufen wollte, war schon alles weg.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Was ich nicht vermisse, ist der ganze Stress und die Dynamik in unserer Gesellschaft und was mir am meisten fehlt, ist der soziale Kontakt mit meinen Freunden und der Familie, die Freiheit rauszugehen und sich zu treffen.

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Ich grille sehr gerne und da in den letzten Wochen das Wetter sehr schön war, hab ich mal versucht, ein paar Steckerlfische zu grillen – mit Erfolg.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Die sportlichen Ziele gemeinsam verwirklichen, meine Freunde einladen und in den Urlaub fliegen.

BMX-Fahrer Stefan Heil aus Kolbermoor.

Stefan Heil: Die Olympischen Spiele stehen ganz oben auf der Liste

1. Ihr größter sportlicher/häuslicher Erfolg in der Corona-Krise?

Meine Disziplin zu bewahren und das Training durchzuziehen, auch wenn ich zu Hause eher zur Faulheit neige um vom Sport wegzukommen.

2. Wie haben Sie versucht, körperlich fit zu bleiben?

Krafttraining in der Garage und Sprints im Hof. (Gewichte und Zeitmessanlage vom Olympia Stützpunkt Stuttgart zur Verfügung gestellt.)

3. Was hat Sie während der Ausgangsbeschränkung beeindruckt? Und was gestört?

Beeindruckt: Wie viele die Ausgangsbeschränkung respektieren. Gestört: Wie viele ältere Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sich wiederum nicht daran halten.

4. Mit welchem Musiktitel haben Sie den Corona-Frust bekämpft?

Magic von Lil Skies.

5. Welchen Film haben Sie sich zum wievielten Mal angeschaut?

Die Serie: Drive to Survive (Formel 1).

6. Lesen wurde wieder „in“ – was haben Sie gelesen?

Der Körper und Regeneration.

7. Ganz ehrlich: Haben Sie gehamstert? Und wenn ja was?

Nein. Ich habe nur einen ganz normalen Wocheneinkauf gemacht.

8. Was haben Sie gar nicht vermisst? Und was total?

Nicht vermisst: In der Großstadt Stuttgart zu sein. Total vermisst: Meine BMX- Strecke!

9. Viele haben zu kochen oder zu backen begonnen. Sie auch? Wenn ja was?

Ich habe nicht begonnen, ich muss schon immer im eigenen Haushalt kochen. Meistens gab es Bolognese oder auch was vom Grill.

10. Drei Dinge, die Sie nach der Krise auf Ihrer To-do-Liste haben?

Die Olympischen Spiele.

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