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Ärger über das Sportverbot für die Kleinen

Jugendleiter Wehrle aus Aschau am Inn: „Pandemie wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen“

Kinder spielen Fußball auf dem Rasen. (Symbolbild)
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Kinder (Symbolbild)
  • Markus Altmann
    VonMarkus Altmann
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In den Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von über 1.000 wurden die Sportanlagen gesperrt - so auch im Landkreis Mühldorf. Christian Wehrle, Jugendleiter beim SV Aschau/Inn, und mehrere Mitstreiter zeigen sich enttäuscht, dass erneut keine Ausnahmen für Kinder und Jugendliche gemacht wurden. „Wir brauchen für die Zukunft einen Plan“, betont Wehrle gegenüber beinschuss.de.

Aschau am Inn - Da die Corona-Zahlen in Bayern und der Region immer weiter ansteigen, beschloss die Staatsregierung nun schärfere Corona-Maßnahmen, die am Mittwoch (25. November) in Kraft getreten sind. Diese sehen in Hotspot-Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 1.000 ein Sportverbot vor, denn dort werden Sportstätten und Hallen geschlossen. So auch im Landkreis Mühldorf.

Offener Brief an Landtag- und Kreispolitiker brachte im Vorfeld nichts

Unter diesen Maßnahmen haben besonders wieder die Kinder und Jugendliche zu leiden und das obwohl in den vergangenen Monaten versprochen wurde, dass diese nun gesondert behandelt werden müssten. Während die Schulen zum Glück offen bleiben, sieht es im organisierten Sport anders aus.

Darüber ärgert sich auch Christian Wehrle, Jugendleiter des SV Aschau/Inn: ”Die Kinder und Jugendlichen nun wieder für einen längeren Zeitraum von Vereinstätigkeiten auszuschließen, dient der Sache nicht.”

Wehrle und andere Vertreter aus dem Sport und der Kultur, sowie Eltern wandten sich deshalb bereits in einem offenen Brief an Landtag- und Kreispolitiker unterschiedlicher Parteien und das, bevor die neuen Maßnahmen und der Lockdown im Landkreis Mühldorf beschlossen wurden. ”Wir fordern Sie auf: Geben Sie uns Ehrenamtlichen Ihr Vertrauen! Wir fordern Sie auf, dass unsere Kinder und Jugendlichen von allen nun geplanten Maßnahmen in den sogenannten Hotspots explizit ausgenommen werden.”

„Erneut wird die Pandemie auf den Rücken der Schwächeren ausgetragen“

Dass dies nun nicht geschehen ist, sorgt erneut für Unverständnis. “Ich bin wirklich enttäuscht. Erneut wird die Pandemie auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen”, ärgert sich Wehrle, der hinzufügt: “Ich spreche ihr hier aus der Sicht eines Vereinsvertreters und Vaters.”

Dabei betont der Aschauer Abteilungsleiter, dass er die Maßnahmen der Regierung mitträgt und nicht über das Für und Wider der Corona-Politik diskutieren will. Ihm gehe es nur um den Umgang mit den Kindern und Jugendlichen. “Sie werden regelmäßig in der Schule getestet und haben dort sogar Sportunterricht. Da frage ich mich schon, warum das möglich ist, in organisierten Vereinen aber nicht.”

Aus Sicht des Abteilungsleiters und vielen Experten wirkt sich ein solches Sportverbot für Kinder in mehreren Bereichen negativ aus. “Es ist nicht gesundheitsfördernd und schwächt darüber hinaus nachhaltig die Sozialkompetenz, wenn Kinder und Jugendliche nun von Aktivitäten auf Vereinsebene, vor allem von Sport, ausgeschlossen werden”, betont Wehrle. “Vor allem in der Phase des Heranwachsens, die auch die Persönlichkeitsbildung stark beeinflusst, wäre es verheerend, wenn die Kinder in sportlich-gesellschaftlichen Lockdown geschickt würden.”

„Uns fehlt einfach die Perspektive“

Bereits jetzt weisen Experten darauf hin, dass Kinder und Jugendliche immer unbeweglicher werden und ihre motorischen Fähigkeiten weniger gut ausgeprägt sind. Dieser Trend ist zwar bereits seit Jahren zu erkennen, wurde aber durch die Corona-Pandemie nun verschärft. Außerdem weist Wehrle darauf hin, dass auch die Vereine jetzt zu kämpfen haben. “Uns fehlt einfach die Perspektive, wie es im kommenden Jahr weitergehen soll”, betont Wehrle und appelliert seine Forderung an die Politik: “Wir brauchen für die Zukunft einen Plan, mehr Weitsicht und mehr Fingerspitzengefühl für die Kinder und Jugendliche. Und dazu mehr Vertrauen in das Ehrenamt!”

Ob dieser Appell bei der Politik ankommt, werden die nächsten Wochen zeigen.

ma

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