Coronavirus ist schuld: 2020 ist für alle Sportvereine eine Spielzeit zum Vergessen

Erinnert an Klaus Fischer: Dominik Kraus (links) ist mit den Beach Boyz Waldkraiburg stark in die Saison gestartet.
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Erinnert an Klaus Fischer: Dominik Kraus (links) ist mit den Beach Boyz Waldkraiburg stark in die Saison gestartet.

Das Coronavirus hat viele Sportvereine hart getroffen – nahezu alle Spiele, Ligen oder Wettbewerbe konnten nicht stattfinden. Außerdem mussten die Vereine auf einige Einnahmen verzichten.

Von Leon Simeth

Rosenheim – Das Coronavirus hat viele Sportvereine hart getroffen – nahezu alle Spiele, Ligen oder Wettbewerbe konnten nicht stattfinden. Außerdem mussten die Vereine auf einige Einnahmen verzichten. Die OVB-Sportredaktion hat bei verschiedenen Sportvereinen und -abteilungen nachgefragt, wie die aktuelle Lage ist und wie sie durch die Corona-Krise gekommen sind.

Kein finanzieller Schaden – eher das Gegenteil

TC 1860 Rosenheim, Tennis, Vorstand Dieter Dörfler: Wir trainieren – natürlich unter Beachtung der Abstandsregeln – seit 11. Mai. Es funktioniert sehr gut, alle sind froh, dass sie wieder Tennis spielen dürfen und halten sich daher an die Hygienemaßnahmen des BTV. Tennis ist ja eh eine kontaktlose Sportart, daher ist es für uns leichter. Die Bundesligaspielzeit 2020 findet nicht statt, es wird aber aktuell eine Art Übergangssaison gespielt. Wir hoffen, dass man bis zum Winter auch wieder in der Halle spielen dürfen, damit es dann wieder voll losgehen kann.

Unser Verein hat zum Glück keinen finanziellen Schaden aus der Corona-Zeit getragen, unsere Sponsoren sind durchgehend hinter uns gestanden. Es ist sogar – warum auch immer – eher in die andere Richtung gegangen, es war ein regelrechter Boom. In unserem Tenniscamp nahmen 70 Kinder teil, so viele waren es noch nie. Mit unseren 22 Tennisfeldern konnten wir die Hygienemaßnahmen trotz der ungewöhnlich vielen Teilnehmer einhalten.

Matteo Viola spielt für den TC 1860 Rosenheim in der Tennis-Bundesliga, die 2020 nicht stattfinden konnte.

Faustball-Saison startet Mitte September

MTV Rosenheim, Faustball, Pressesprecher und Jugendleiter Christian Weiß: Faustball ist als kontaktlose Sportart eingestuft worden, daher können wir wieder trainieren. Ab Mitte September startet bei den Damen und Herren ein verkürzter Spielbetrieb ohne Auf- und Abstiegsmöglichkeiten. Die Jugendsaisons sind ebenfalls abgebrochen worden. Die Senioren-35 der Männer haben sich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, welche aber abgesagt wurde. Stattdessen spielen die zehn qualifizierten Mannschaften am 12. und 13. September per Turniermodus den deutschen Meister aus.

Die Abteilung Faustball hat glücklicherweise keinen wirklichen Schaden aus der Corona-Krise gezogen. Die üblichen Hygienemaßnahmen gelten natürlich auch für uns: in den Umkleiden nur mit Maske, nur einzeln Duschen und die Abstandsregelung.

Faustball-Weltmeister: Steve Schmutzler vom MTV Rosenheim im Dress der deutschen Nationalmannschaft.

Starker Saisonstart für Waldkraiburger Beachsoccer-Team

BSC Beach Boyz Waldkraiburg, Beach Soccer, Trainer Matthias Brandlmaier: Die Beach Boyz Waldkraiburg können seit über zwei Monaten unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen wieder trainieren und waren schon in Prag bei einem Freundschaftsspiel. Nachdem der Coronavirus den Ligaauftakt im Mai verhindert hat,spielen wir den Wettbewerb seit 8. August in verkürzter Form. Aus den ersten drei Spielen haben wir zwei gewonnen. Verloren haben wir gegen die Rostocker Robben, den Vorjahresmeister. Daher bin ich mit dem Saisonstart sehr zufrieden.

Alle unserer Sponsoren sind uns in dieser schwierigen Zeit treu geblieben, weshalb der Verein in keine finanziellen Schwierigkeiten geraten ist. Im Vergleich zu anderen Vereinen können wir in dieser Hinsicht wirklich von Glück sprechen.

„Die Hygienemaßnahmen finde ich absolut richtig in dieser Zeit“

Rosenheim Rebels, Football, Abteilungsleiter Andreas Schiburr: Wir trainieren seit cirka einem Monat kontaktlos in Kleingruppen, seit letzter Woche mit der ganzen Mannschaft und jetzt wieder mit Körperkontakt. Unser Kader hat sich auf 60 Spieler vergrößert, im Training anwesend sind durchschnittlich 45. Die Spieler kommen umgezogen und fahren danach wieder, ohne die Umkleiden oder die Duschen zu benutzen. Das finde ich absolut richtig in dieser Zeit. Die Saison ist komplett abgesagt worden, daher hoffen wir, dass wir ein paar Testspiele machen können. Wir werden das Training durchziehen und uns auf den Saisonstart im April 2021 – wenn es bis dahin wieder möglich ist – vorbereiten. Beim Hauptverein kann ich es nicht sagen, aber die Football-Abteilung ist finanziell gut durch die Krise gekommen. Uns sind viele Kosten, wie zum Beispiel der Mannschaftsbus, erspart geblieben.

Kontaktsportart: Für die Rosenheimer „Rebels“ ist kontaktloses American-Football-Training nicht einfach.

Verluste konnten durch Sparkassen-Stiftung kompensiert werden

SB Rosenheim, Feldhockey, Vorstand Frank Holthoff:Die Mannschaften trainieren alle wieder. Am längsten die Herrenmannschaft, die hat vor knapp zwei Monaten kontaktlos angefangen. Seit cirka drei Wochen dürfen auch wieder „Spielchen“ gemacht werden. Die Anwesenheit wird schriftlich kontrolliert, die Spielgeräte dürfen nicht ausgetauscht werden und es wird regelmäßig desinfiziert. Die Umkleiden und Duschen stehen den Mannschaften bisher noch nicht zur Verfügung. Ob es eine Punktrunde geben wird, ist noch nicht sicher. Geplant ist der Start Ende August, es wird aber noch an einem Hygienekonzept gearbeitet.

Es ist natürlich alles, woraus wir unsere Einnahmen ziehen, ins Wasser gefallen. Wir hatten aber ein riesen Glück: wir haben bei einer Sparkassen-Stiftung gewonnen und damit unsere Verluste wieder hereingeholt.

Keine Einnahmen aber auch keine Ausgaben ohne Spielbetrieb

Rosenheim 89ers, Baseball, Abteilungsleiter Markus Michael: Seit Ende Mai können unsere Mannschaften unter den Auflagen wieder trainieren. Das heißt in Gruppen, unter Einhaltung der Abstandsregelungen und alles wird dokumentiert. Der Spielbetrieb läuft seit Anfang August ohne Zuschauer und in einer verkürzten Fassung. Normal geht es im März los, mit einer Sommerpause im August, welche es jetzt natürlich nicht geben wird. Wir haben zum Glück gar keinen finanziellen Schaden aus der Corona-Krise gezogen. Unsere wichtigste Einnahmequelle war ein Hallenturnier, das im Januar stattgefunden hat. Sonst sind die finanziellen Mittel relativ gleich geblieben, ohne den Spielbetrieb hatten wir keine Einnahmen – aber auch keine Ausgaben.

Golfmeisterschaften starten im September

GC Höslwang, Golf, Präsident Giorgio Dander: Der Golfclub Höslwang hat den Betrieb Mitte Mai wieder aufgenommen. Wir mussten uns wie alle Anderen auch natürlich an die gegebenen Vorgaben halten: Abstandsregeln, kleine Gruppen, regelmäßige Desinfektion und eingeschränkter Aufenthalt im Clubheim. Natürlich leidet unser Betrieb unter den Auflagen, trotzdem sind alle ziemlich zufrieden.

Die Punkterunden sind alle schon lange abgesagt worden, wir werden aber im September mit den Meisterschaften starten. Dank dem Hygienekonzept sehe ich keine Probleme bei der Umsetzung des Wettbewerbs.

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