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Das Ende einer Fußballerkarriere nach 29 Jahren

Drei Kreuzbandrisse fordern Tribut: Christoph Börtschöks letzter Auftritt beim SB Rosenheim

Nach 29 Jahren beim SB Rosenheim sagt Christoph Börtschök „Servus“
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Nach 29 Jahren beim SB Rosenheim sagt Christoph Börtschök „Servus“
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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29 Jahre spielte Christoph Börtschök beim SB Rosenheim Fußball. Er blieb dem Verein immer treu – in guten und in schlechten Zeiten. Am Dienstag beendet der 34-jährige Kapitän beim Fußball-Landesligisten seine Karriere.

Rosenheim – Ein letztes Mal wird Christoph Börtschök am Dienstagabend die Stufen hinaufsteigen und den Kabinentrakt am Campus komplett nach hinten durchgehen und bei der letzten Tür rechts abbiegen. Dann gehts in die Ecke hinten links, dort hat er sich seit Jahren eingenistet. Umziehen, Trikot überstreifen, die Kapitänsbinde anlegen – und dann geht‘s los!

Karriereende auf Anraten der Ärzte

Raus zum letzten Gefecht, denn nach 29 Jahren ununterbrochen im grün-weißen Dress wird Börtschök mit dem Landesliga-Heimspiel gegen den FC Unterföhring seine Laufbahn beenden.

Christoph Börtschök 2021, hier im Derby beim SV Bruckmühl.

Der 34-Jährige hört damit auf das Anraten der Ärzte. „Ich hatte im Januar eine Nachuntersuchung am Knie und es wird halt nicht besser. Im Alter wird man vernünftiger. Ich will ja noch andere Sachen machen und habe keine Lust, dass ich in ein paar Jahren ein neues Knie bekomme und mich dann einschränken muss, weil ich ein, zwei Jahre länger gespielt habe“, erzählt Börtschök. Drei Kreuzbandrisse in jungen Jahren fordern nun endgültig ihren Tribut.

Christoph Börtschök: „Es ist nicht einfach“

Der Mittelfeldstratege spricht ruhig und sachlich – nicht vorstellbar, wenn man weiß, wie gerne Börtschök spielt. „Es ist nicht einfach“, bekennt er, „aber ich habe es jahrelang gewusst, dass es besser gewesen wäre, aufzuhören. Das haben mir die Ärzte ja schon nach dem dritten Kreuzbandriss gesagt.“ Das war 2010. Seitdem hat er weitergemacht. „Ich bin immer von Saison zu Saison gegangen, in den Gedanken auch nur von Spiel zu Spiel, und habe geschaut, ob ich es mit dem Körper noch vereinbaren kann. Die Lust am Kicken habe ich nie verloren.“

Eins seiner wichtigsten Tore für den SBR: Christoph Börtschök traf im Relegationsspiel 2017.

Auf hohem Niveau gespielt

Diese Lust hat wohl dafür gesorgt, dass der 34-Jährige noch ein Jahrzehnt Fußball draufgesattelt hat – und zwar nicht irgendwo, sondern auf hohem Niveau: eingleisige Bayernliga, Bayernliga Süd, Landesliga Südost. „Im Nachhinein sind mir die Jahre noch geschenkt worden“, sagt Börtschök und kommt ins Grübeln: „Andere hätten damals wohl aufgehört. Vielleicht war‘s auch unvernünftig. Mir hat‘s Spaß gemacht!“

„Da würde ich ja wahnsinnig werden“

Nun hat der Spaß aber doch ein Ende gefunden. Nicht nur seine langjährigen Wegbegleiter können es sich nicht vorstellen, auch für Börtschök selbst ist es noch schwer zu greifen. „Ich kann‘s mir schwer vorstellen, auch wenn es im Endeffekt meine eigene Entscheidung war.“ Künftig wird er nur als Zuschauer bei den SB-Heimspielen am Campus sein. „Für mich ist es schwierig, wenn du draußen stehst und nicht eingreifen kannst.“

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So jubelte Christoph Börtschök nach seinem Tor, das 2017 den Landeliga-Klassenerhalt bedeutete.

Deshalb sei ein Trainerjob auch derzeit nicht denkbar: „Da würde ich ja wahnsinnig werden.“ Börtschök will „erst einmal Abstand gewinnen“ und dann noch ein bisschen bei den „Sportbund-Legenden“ kicken. All die langjährigen Weggefährten treffen sich einmal pro Monat zum Training und spielen im Sommer ein, zwei AH-Turniere. Künftig auch mit Börtschök.

Zu Unterföhring eine ganz spezielle Verbindung

Ob er da dann auch die Kapitänsbinde bekommt? Die trägt er zumindest noch einmal, wenn es nun in der Landesliga gegen den FC Unterföhring um Punkte geht. Nach dem verpatzten Auftakt bei Aufsteiger Bruckmühl will man beim Sportbund keinen Fehlstart landen, die Emotionen um den Börtschök-Abschied sind da erst einmal hinten angestellt. Auch wenn der 34-Jährige zum FCU ganz spezielle Verbindungen hat.

Christoph Börtschök 2011 nach seiner wichtigen Torvorlage im Heimspiel gegen Unterföhring.

Der Kreis schließt sich

Schließlich war es am Karsamstag im Jahr 2011 auch ein Heimspiel gegen Unterföhring, als Christoph Börtschök nach seinem dritten Kreuzbandriss eingewechselt wurde und kurz danach mit einem herrlichen Pass die Entscheidung einleitete. Der Sieg damals war ein großer Schritt in Richtung Landesliga-Meisterschaft und Bayernliga-Aufstieg. Börtschök freut sich: „Der Kreis schließt sich.“

Christoph Börtschök blickt zurück – acht Fragen an „CB8“

Die Rückennummer 8 ist beim Sportbund Rosenheim fest mit Christoph Börtschök verbunden – kein Wunder, dass das Urgestein auch den Spitznamen „CB8“ trägt. Die OVB-Sportredaktion hat Börtschök acht Stichworte gegeben und um Antworten gebeten:

  • Meine schönsten Momente: Da gehören natürlich die Aufstiege dazu, in die Landesliga und die Bayernliga. Und natürlich die Relegation 2017, als ich an meinem 30. Geburtstag zwei Tore geschossen habe und wir in der Landesliga geblieben sind.
  • Meine schlimmsten Momente: Natürlich die Kreuzbandrisse, wenn dir der Arzt die Diagnose bestätigt. Vor allem zu wissen, dass einem nach sieben Monaten Herankämpfen wieder dasselbe blüht.
  • Mein schönstes Tor: Das war in Pipinsried ein Fallrückzieher-Tor. Es hat aber leider nichts gebracht, weil wir 1:5 verloren haben. In diese Kategorie gehören auch die Tore in der Relegation 2017.
  • Dieses Spiel würde ich gerne noch einmal spielen: Das Derby 2007 gegen 1860, als ich mir das erste Mal das Kreuzband gerissen habe und kurz nach der Halbzeitpause raus bin.
  • Mein Lieblingsstadion: Ich habe immer gerne auswärts gespielt, weil wir da gefühlt besser waren. In Eichstätt hätten wir beispielsweise oft besondere Spiele.
  • Mein Lieblingsgegner: Die SpVgg Landshut. Da hatten wir unzählige Duelle, mittlerweile kennt man sich auch ganz gut. Das waren auch zumeist enge Spiele. 1860 Rosenheim war natürlich auch immer etwas Besonderes, aber da kann ich jetzt nicht von Lieblingsgegner sprechen.
  • Meine liebsten Mitspieler: Da könnte ich jetzt ganz viele aufzählen, die mich durch die Jahre begleitet haben. Andi Sollinger zum Beispiel, mit Dominik Reichmacher habe ich jetzt noch gespielt, viele Spieler, mit denen ich schon bei der A-Jugend im Team war. Ich habe mit vielen Leuten auch noch sehr guten Kontakt.

„Da hat es wehgetan...“.

Meine schlimmsten Gegenspieler: Die ekligsten Gegenspieler hatte ich immer in der eigenen Mannschaft beim Training (lacht). Bei Markus Höhensteiger habe ich schon immer einen Bogen gemacht, weil es da wehgetan hat...

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