Chancenlos

Viel zu seltenkamen die Waldkraiburger in Sonthofen gefährlich vors Tor. Im Spiel der Verzahnungsrunde steckten sie deshalb eine deutliche und verdiente Niederlage ein. Del Grosso

Waldkraiburg – Es war die vorletzte Auswärtsfahrt für die Waldkraiburger Löwen vor dem Ende der Verzahnungs-Hauptrunde und sie endete in Sonthofen ernüchternd mit einer 2:6-Niederlage.

Zwei Spiele sind in der Verzahnungsrunde noch zu bestreiten, bevor klar ist, welche Mannschaft direkt in die Play-off-Runde einziehen darf und wer sich seinen Weg über die Extra-Spiele in den Pre-Play-offs bahnen muss. Nach diesem Spiel in Sonthofen, in dem es für den EHC nichts zu holen gab und einem Spieltag, dessen Ergebnisse auch nicht löwenfreundlich ausfielen, müssen die Waldkraiburger in den nächsten Spielen punkten.

Dabei schien es im ersten Drittel so, als wären die Gäste nicht chancenlos. Der ERC Sonthofen bestimmte zwar das Spiel durch einige Konter wie durch Michael Trox in der zweiten Minute, als er plötzlich allein vor dem Gehäuse von Christian Schneider auftauchte, die Löwen konnten aber auch immer wieder Nadelstiche setzen.

Was die Spielanteile anging, so war dieser erste Durchgang jedoch eine Machtdemonstration des Oberligisten aus dem Allgäu. So dauerte es nur drei Minuten und 38 Sekunden, bis der erneut stark haltenden Kevin Yeingst das erste Mal zum 1:0 geschlagen war. Ondrej Havlicek führte die Gäste mit dem ersten Treffer des Abends auf die Siegerstraße.

Auch im weiteren Spielverlauf hatten die Löwen durch Jeske von der blauen Linie, Rousek oder Josef Huber ihre Möglichkeiten, konnten diese aber nicht in Zählbares ummünzen. So ist es erneut Sonthofen, das den Weg nach knapp 14 Minuten in das Waldkraiburger Tor findet. Lukas Slavetinsky markierte mit dem zweiten Tor den Pausenstand.

Auch das zweite Drittel begannen die Bulls mit viel Schwung. So erlebten die Zuschauer gleich in der ersten Minute eine gute Chance durch einen an diesem Abend sehr stark aufspielenden Edgars Homjakovs, diese Chance wurde jedoch durch eine mindestens ebenso starke Fanghand von Kevin Yeingst zunichtegemacht.

Die Löwen schienen in der Kabine aber die richtigen Worte gehört zu haben, denn, das starke Kombinationsspiel der Sonthofener ließ man in diesem Durchgang nur noch selten zu. Selbst kam man auch früh vor das Tor des Gegners, konnte aber, wie Christof Hradek, Nico Vogl oder Rousek und Straka nicht zum Erfolg kommen.

Vielmehr war es der Gegner, der den ersten Punkt setzte. Santeri Ovaska hieß der Schütze und 3:0 der Spielstand. Dieser sollte jedoch nur knapp vier Minuten halten. Nachdem zuvor noch einmal Christof Hradek nach Vorlage von Lukas Wagner vor dem Tor vergab, fasste sich Felix Lode aus der Halbposition ein Herz und schlug das Spielgerät in Richtung Tor. Dort fälschte Nico Vogl die Scheibe unhaltbar ab zum 3:1.

Auch Sonthofen sollte in diesem Drittel natürlich nicht chancenlos sein, gerade in eigener Unterzahl spielten die Oberligisten ein cleveres Eishockey und ließen die Löwen durch die „Angriff ist die beste Verteidigung“-Taktik oft erst gar nicht ihr Spiel aufbauen. Ein Tor konnten die Bulls jedoch weder in Über- noch in Unterzahl erzielen, was nicht zuletzt am starken Torhüter der Löwen lag, der das ein oder andere Mal in höchster Not klären konnte. So ergab es sich, dass nach einer erneuten Waldkraiburger Chance und einem Gewühl vor dem Tor von Christian Schneider, Michael Trox als Einziger die Übersicht behielt und mit der Schlusssirene den Puck über die Linie brachte.

Mit einem 3:2 und der Hoffnung als Rückenwind, gingen sowohl Spieler als auch die mitgereisten Anhänger in das dritte Drittel. Der Tatsache, dass man verletzungs- und krankheitsbedingt mit einem, zusätzlich zu den Langzeitausfällen, erneut dezimierten Kader ins Allgäu reiste, zollte man in diesem Durchgang Tribut.

Zwar kam man durch einige Aktionen immer wieder vor das gegnerische Tor, wirklich auffällig konnten die Löwen dabei nicht werden. So konnte Sonthofen diesen Durchgang erneut bestimmen und nach viereinhalb Minuten durch Homjakovs den Spielstand auf 4:2 erhöhen.

Nur rund drei Minuten später war es dann erneut Homjakovs, der im Knäuel vor dem Löwen-Tor die Übersicht hat und das 5:2 schoss. Knapp fünf Minuten vor Ende, ein Aufbäumen der Löwen fand nicht mehr statt, dann das sechste und letzte Tor der Sonthofener. Manuel Malzer beendet mit dem 6:2 den Abend für beide Teams in einer mit nur 14 Strafminuten fairen Partie.

Das Fazit des Abends: Ein stark besetztes Sonthofener Team ist nicht der Gegner, an dem sich der EHC Waldkraiburg in dieser Saison messen muss. Dennoch haben die Löwen erneut engagiert gekämpft und trotz personeller Schwäche aufblitzen lassen können, dass man streckenweise sogar mit einem solchen Gegner mithalten kann. Dies macht Mut für kommende Spiele und Spielzeiten. aha

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