KADERTURNIER DER U21-JUNIOREN

Bundesweit ein Ausrufezeichen gesetzt: Bad Aiblinger Judoka Patrick Weisser auf Platz 1

Nach dem Sieg beim Kaderturnier: Patrick Weisser mit Winston Gordon (links) und Javier Madera (rechts).
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Nach dem Sieg beim Kaderturnier: Patrick Weisser mit Winston Gordon (links) und Javier Madera (rechts).

Sieben Top-Judoka gingen in der Gewichtsklasse der Männer U21 bis 66 Kilogramm in zwei Pools an den Start. Ziel war, in diesem Modus jedem Kaderathleten möglichst viele Kämpfe zu geben. Am Ende setzte sich ein Bad Aiblinger durch.

KienbaumPatrick Weisser vom TUS Bad Aibling wurde von den Bundestrainern des deutschen Judobundes zum Kaderturnier der U21-Junioren in den Stützpunkt Kienbaum bei Berlin eingeladen. Die besten Nationalkämpfer Deutschlands wurden für dieses Turnier nominiert und sollten, nach monatelanger, pandemiebedingter Wettkampfpause eine Standortbestimmung abliefern.

Sieben Top-Judoka gingen in der Gewichtsklasse der Männer U21 bis 66 Kilogramm in zwei Pools an den Start. Ziel war, in diesem Modus jedem Kaderathleten möglichst viele Kämpfe zu geben.

Patrick Weisser, Athlet des Bayerischen Judoverbands wurde dem Pool 1 zugelost, der mit vier starken Athleten aus dem ganzen Bundesgebiet – neben Weisser noch Dan Matuschowitz aus Hannover, Marek Zimmermann aus Homburg und Levi Märkt aus Berlin – besetzt war.

Deutsche Spitzenkämpfer als Gegner

Im Pool 2 traten drei die Athleten David Ickes, Niklas Kunze und Maximilian Standke an, ebenfalls alle deutsche Spitzenkämpfer.

In Patrick Weissers Gruppe war das Niveau im Modus „Jeder gegen jeden“ hochwertig, die Leistungsdichte eng, jeder der vier angetretenen Kämpfer gab sein Bestes.

Der Aiblinger gewann seinen Auftaktkampf gegen Dan Matuschowitz, indem er einen Hüftwurfansatz (Koshi guruma) des Hannoveraners mit einem krachenden Ausheber (Ura nage) konterte. Ein guter Auftakt.

Anschließend verlor Weisser die folgende Begegnung gegen Levi Märkt, gegen den er kein Rezept fand. Das Turnier stand damit für den 19-jährigen Studenten auf Messers Schneide.

Im dritten Kampf kurzen Prozes gemacht

Nach diesem Rückschlag besann sich Weisser auf seine Stärken und machte im dritten Kampf mit seinem Gegner Marek Zimmermann kurzen Prozess – er warf ihn nach fünf Sekunden mit einer sehenswerten großen Innensichel (O uchi gari).

Damit beendete er die Vorrunde hauchdünn und knapp auf Platz 2, denn die drei Ersten waren mit je zwei Siegen und einer Niederlage punktgleich, aber es reichte für den Bad Aiblinger zum Vorrücken in die Hauptrunde.

Im Halbfinale stand er dem Sieger des Pools 2, David Ickes aus Lübeck gegenüber, dem amtierenden Deutschen Meister der U21 in der Gewichtsklasse bis 60 kg, der wie Weisser in 2021 eine Kategorie höher aufgerückt war. Weisser war hellwach und konzentriert und konnte David Ickes vorzeitig mit einem Schulterwurf (Eri Seoi Nage) werfen und besiegen und erreichte das Finale, wo er auf den starken Hannoveraner Nicolas Kunze traf.

Im Finale ein Kampf auf Augenhöhe

Im Finale entwickelte sich mit Kunze ein Kampf auf Augenhöhe, der für Weisser erstmals an diesem Tag über die volle Kampfzeit ging. Dem konditionsstarken Aiblinger gelang kurz vor Schluss ein sehenswerter, mit einem halben Punkt (Wazaari) bewerteter Hüftwurf (Sode tsuri komi goshi), der über die Zeit gebracht wurde, so dass der Sieg verdient an Weisser ging.

Am Ende des Wettkampfes stand Patrick Weisser als Sieger des Turniers bis 66 kg fest und damit erreichte er den hervorragenden ersten Platz in der deutschen U21-Elite.

Patrick Weisser nach dem Turnier: „Ich bin überglücklich. Nach ungefähr elf Monaten Wettkampfpause, einer überstandenen Sprunggelenksoperation und in der neuen Gewichtsklasse startend, wusste ich nicht, wo ich stehe. Platz eins bei diesem hervorragenden Turnier ist ein klasse Ergebnis. Ich bin hochzufrieden und freue mich auf das anschließende Trainingslager am Stützpunkt Kienbaum.“

Ehemaliger Trainer unter den ersten Gratulanten

Zu den ersten Gratulanten gehörten Patrick Weissers ehemaliger Trainer Winston Gordon, der in der Halle anwesend war und mittlerweile für den Judoverband Berlin aktiv ist und die Leistung des Aiblingers fair anerkannte.

Judolegende Udo Quellmalz, Olympiasieger, mehrfacher Weltmeister und Schirmherr des Kampfsportfördervereins Mangfalltal, dem Umfeld der Aiblinger TuS-Judoka gratulierte dem jungen Kampsportler ebenfalls: „Starke Leistung Patrick. Gratulation!“

Mit dieser Spitzenplatzierung setzte der 19-jährige Patrick Weisser bundesweit ein Ausrufezeichen und empfahl sich bei den Bundes- und Landestrainern Pedro Guedes und Javier Madera für weitere Aufgaben.

„Vielen Dank an alle, die mich gefördert haben und unterstützen“, so der erschöpfte Patrick Weisser am Ende des Wettkampftages in Berlin-Kienbaum.

Lange Zeit sich auf den Lorbeeren auszuruhen bleibt Weisser nicht, denn die nächsten Trainingseinheiten am Bundesstützpunkt München stehen an und das nächste DJB-Kaderturnier in Berlin dürfte in Kürze folgen. dw

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