Neuer Stützpunktleiter Mark Hoffmann wird deutlich: „Zustand der Schanzen bedauernswert“

Bei der Schlüsselübergabe: Der neue Mann an der Spitze des Bundesstützpunktes Ruhpolding/Berchtesgaden Mark Hoffmann (links) mit seinem Vorgänger Hans Rambold, der eine anderer Aufgabe übernimmt.
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Bei der Schlüsselübergabe: Der neue Mann an der Spitze des Bundesstützpunktes Ruhpolding/Berchtesgaden Mark Hoffmann (links) mit seinem Vorgänger Hans Rambold, der eine anderer Aufgabe übernimmt.

„Der aktuelle Zustand der Sprungschanzen in der Chiemgau Arena ist bedauernswert“, sagt Mark Hoffmann, der neue Bundesstützpunktleiter Ruhpolding/Berchtesgaden. Der 44-Jährige wird Nachfolger von Hans Rambold.

Ruhpolding – Einen Wechsel hat es an der Spitze des Bundesstützpunktes Ruhpolding/Berchtesgaden gegeben. Nachfolger als Bundesstützpunktleiter von Hans Rambold wurde Mark Hoffmann. Der 44-Jährige ist seit 2006 in verschiedenen Funktionen beim Deutschen Skiverband tätig, zuletzt und noch immer als Referent für Doping-Prävention. Sein Vorgänger Hans Rambold hatte die Leitung 2012 übernommen. Der 66-jährige wird eine neue Aufgabe übernehmen.

Mit vielen Infos versorgt

Mark Hoffmann ist bereits seit Anfang des Jahres zur Einarbeitung am Standort Ruhpolding. „In dieser gemeinsamen Übergangszeit habe ich am Bundesstützpunkt einiges an Erfahrungen sammeln können. Hans Rambold hat mich sehr gut dabei unterstützt und mich mit vielen wichtigen Informationen versorgt. Er ist wirklich durch und durch gut vernetzt“, so Hoffmann über seine ersten Eindrücke. Der in Freiberg/Sachsen geborene Diplom-Sportlehrer ist für die Trainingsstandorte in der Chiemgau Arena und der Schanzenanlage am Kälberstein in Berchtesgaden zuständig. An diesen Standorten trainieren die Kaderathleten aus den Sportarten Biathlon, Langlauf, Nordische Kombination und Skisprung ab dem Landeskader. Darüber hinaus werden die Anlagen auch für die Nachwuchsgewinnung und der Vereinsarbeit genutzt.

„Um einen jungen Sportler vom ersten Kontakt mit seiner Sportart über Zwischenstationen im besten Fall bis in die Weltspitze zu begleiten, ist auch Vielzahl von Personen im Hintergrund beteiligt“, weiß Hoffmann. Auch mit diesen Beteiligten ist er in seiner Funktion im Kontakt und das oft über Jahre.

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Mögliche Weltmeister und Olympiasieger formen

„Viele Zahnräder müssen ineinandergreifen, zahlreiche Prozesse aufeinander abgestimmt und viel Arbeit geleistet werden, um aus einem talentierten Sportler mit viel Glück einen möglichen Weltmeister oder Olympiasieger zu formen.“ Da am BSP alle Beteiligten aufeinandertreffen sieht sich Hoffmann in deiner sogenannten Schnittstellen-Funktion, um alles in Einklang zu bringen und damit die Anforderungen der verschiedenen Sportarten und Trainingsgruppen zu erfüllen.

Auch die Vernetzung der Verbände in der Region spielt für ihn eine wichtige Rolle. Die Abstimmung sportfachlicher Belange mit den Landkreisen und Kommunen ist für Hoffmann unverzichtbar. Weitere wichtige Partner sind die Bayrischen Staatsforsten mit dem Ausbildungszentrum in der Laubau oder die Schulen, vor allem das CJD in Berchtesgaden.

Von Corona kalt erwischt

Blick in die Chiemgauarena.

Zum Vorteil kommt ihm dabei seine 14-jährige Tätigkeit beim DSV. „In dieser Zeit habe ich mir einen guten Kontakt zu vielen Sportlern, Trainern, Betreuern und Funktionären aufgebaut. Auch die Verantwortlichen der Chiemgau Arena habe ich bereist vor meinem Start gekannt. Eigentlich habe mich alle Kollegen und Ansprechpartner sehr offen und freundlich empfangen“, so Hoffmann. Kalt erwischt ist der Sport von der Convid19-Pandemie erwischt worden. „Das hat uns irgendwie überrollt. Auch bei uns am Stützpunkt war zunächst eine Weile lang ein kompletter Stillstand. Aber im Gegensatz zu den Sommersportlern hat es uns zu einem unkritischen Zeitpunkt getroffen. Für die Sportler kam zunächst die Übergangszeit nach der Saison. Das war überhaupt kein Problem. Irgendwann musste das Training aber wieder anlaufen, zunächst ging da noch viel individuell. Auch die geschlossenen Sportstätten Anfang Mai waren noch kein so großes Problem“, beschreibt Hoffmann die Situation.

Schlimme Situation für junge Sportler

Als schlimm empfand er aber die Situation durch die Hygienemaßnahmen die Situation für die jüngeren Sportler mit dem fehlenden sozialen Kontakt zur Gruppe. Dieser Umstand konnte von den Trainern zum Beispiel über „Cyber-Training“, also webunterstütztes gemeinsames Videotraining teilweise kompensiert werden. Danach kam allerdings die schwierige Phase des Sportbetriebes in den Sportstätten und den damit verbundenen vielen Fragen.

Wie ein Sport-Verhinderer gefühlt

„Ich habe mich zunächst eher wie ein Sport-Verhinderer mit den ganzen Vorgaben und Regularien gefühlt. Aber in Abstimmung mit den regionalen Behörden konnten wir doch immer mehr Möglichkeiten umsetzen und mit dem Sportbetrieb Fahrt aufnehmen. Normalbetrieb haben wir noch keinen, wir dürfen aber nicht jammern, wenn ich sehe wie die Krise an anderen Stellen zugeschlagen.“

Finanzierung ist noch nicht geklärt

Sportlich ist für Mark Hoffmann der aktuelle Zustand der Sprungschanzen in der Chiemgau Arena bedauernswert. „Die K65 wäre für die Nachwuchsarbeit in der Region extrem wichtig. Im Schanzenkonzept der Verbände ist der Standort Ruhpolding nach wie vor vertreten und es besteht bei allen Beteiligten der Wunsch, die Anlage zu beleben.

Allerdings bleibt die Frage der Finanzierung der Behebung der massiven Schäden die noch nicht geklärt ist. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir zu einer Lösung kommen.“

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