Buchbachs sportlicher Leiter Georg Hanslmaier: Ohne Zuschauer auch keine Spiele

Sportlicher Leiter beim TSV Buchbach: Georg Hanslmaier.
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Sportlicher Leiter beim TSV Buchbach: Georg Hanslmaier.

Die Vorbereitungen auf dem Re-Start in der Fußball-Regionalliga und den übrigen bayerischen Amateurklassen laufen seit Wochen, seit Freitag ist klar, dass die bayerische Eliteliga nicht am 4./5. September mit dem Liga-Pokal starten kann.

Rosenheim/Mühldorf– Die Vorbereitungen auf dem Re-Start in der Fußball-Regionalliga und den übrigen bayerischen Amateurklassen laufen seit Wochen, seit Freitag ist klar, dass die bayerische Eliteliga nicht am 4./5. September mit dem Liga-Pokal starten kann. Der Termin wurde um zwei Wochen nach hinten verschoben, das gibt allen Seiten etwas mehr Zeit die aktuellen Entwicklungen der Pandemie zu beobachten und zu bewerten. „Dass wir jetzt 14 Tage später als geplant anfangen, ist das kleinere Problem. Ohne Zuschauer werden wir jedenfalls nicht spielen“, macht Buchbachs Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier klar.

BFV entscheidet über Zulassung von Zuschauern

Über eine Zulassung von Zuschauern – auch wenn es sich dabei um eine begrenzte Anzahl handelt – entscheidet nicht der Bayerische Fußball-Verband (BFV), sondern die Staatsregierung. Der Verband hat sich bereits am 13. August mit einem Brief an die Staatsregierung gewandt und ein detailliertes Hygienekonzept für Spiele mit begrenzter Zuschauerzahl vorgelegt. Vor der nächsten turnusgemäßen Ministerratssitzung am 1. September dürfte allerdings keine Entscheidung fallen. Selbst bei einem positiven Votum, wie etwa bei Kulturveranstaltungen, bei denen aktuell bis zu 400 Zuschauer zugelassen sind, war absehbar, dass der der geplante Termin zum Re-Start um mindestens 14 Tage nach hinten verschoben werden musste. „Wir brauchen Vorlauf für die ganze Organisation, da kann man nicht einfach mit dem Finger schnippen und los geht’s“, sagt Burghausens Geschäftsführer Andreas Huber. Das weiß man auch im bayerischen Innenministerium. Natürlich wissen wir, dass weitere Lockerungen im Sport immer mit Vorbereitungsarbeiten für alle Beteiligten verbunden sind. Die Staatsregierung behält das genau im Auge und bewertet die Situation regelmäßig neu“, so Minister Joachim Herrmann, der sich auf keinen Termin festlegen will, wann überhaupt Wettkampfbetrieb in Sportarten mit Kontakt wieder möglich ist und sukzessiv auch wieder Zuschauer zugelassen werden können: „Das wird vom weiteren Verlauf des Pandemiegeschehens in Bayern abhängig sein. Aufgrund der ferienzeitbedingt verstärkten Urlaubsrückkehr nach Bayern und der geplanten Wiederaufnahme des Regelbetriebs an Schulen im September, gehört die weitere Eindämmung der Pandemie zu den aktuell größten Herausforderungen im Freistaat.“ Heißt im Klartext: Der Schulbetrieb hat Vorrang vor dem Amateursport.

Kroneck kann sich Spielbetrieb ohne Zuschauer vorstellen

Einen Wettkampfbetrieb in der Regionalliga oder im Ligapokal ohne Zuschauer kann sich Rosenheims Sportlicher Leiter Hans Kroneck vorstellen: „Wir sind ja von den Zuschauereinnahmen nicht so abhängig, deswegen wäre das für uns eine Option.“ Auch für die Zweitvertretungen von Augsburg, Fürth und Nürnberg spielen die Zuschauer keine große Rolle, wohl aber für Vereine wie Schalding, Buchbach, Burghausen, aber auch für Eichstätt, Aschaffenburg, Schweinfurt und Bayreuth. „Wenn wir ohne Zuschauer spielen könnten, dann hätten wir ja den Spielbetrieb schon im Mai wieder aufnehmen können“, sagt Hanslmaier, der erklärt: „Wenn es gar nicht anders geht, wäre es uns lieber, den Betrieb wieder runterzufahren und erst im nächsten Jahr zu starten. Das wäre natürlich traurig, weil die Spieler extrem heiß auf den Re-Start sind, aber einen Spielbetrieb ohne Zuschauer können wir uns finanziell nicht leisten. Von unserer Seite gibt es ein klares Kommitment: Unter 400 Zuschauer, und das ist nicht viel, brauchen wir gar nicht anfangen.“ Ins gleiche Horn stößt auch Huber: „Lieber zwei Heimspiele weniger als drei ohne Zuschauer. Es wurde ja immer vereinbart, dass es keine Geisterspiele geben soll und die Rahmenbedingungen für die Vereine haben sich ja nicht geändert.“

Hygienekonzept für alle eine enorme Herausforderung

Dass eine Umsetzung des Muster-Hygienekonzepts für alle Vereine eine enorme Herausforderung wird, ist unstrittig. „Jeder Mensch geht anders mit den Corona-Schutzmaßnahem um, die einen halten sich streng daran, andere tun so, als ob es Corona gar nicht gäbe, das wird für alle Vereine extrem schwierig zu gewährleisten, dass die Schutzmaßnahmen eingehalten werden“, so Kroneck, der sich wie alle anderen Vereinsverantwortlichen nach Planungssicherheit sehnt: „Alle Vereine lechzen danach.“ Bei der Umsetzung von Hygiene-Maßnahmen gilt es natürlich auch die Stadionkapazitäten zu berücksichtigen: Können bei der einen Spielstätte 1000 Zuschauer locker mit dem nötigen Abstand die Spiele verfolgen, sind auf einem anderen Platz vielleicht schon 300 zu viel. Das hängt von vielen Faktoren wie Einlasssituation oder Sanitärmöglichkeiten ab, aber auch wie viele Tribünenplätze zur Verfügung stehen, ob alle vier Seiten für Zuschauer zugänglich sind. Die Prüfung dieser Fragen, müsste von Politik und Verband wohl auf die entsprechenden Landrats- und Gesundheitsämter delegiert werden – schon deswegen war der Re-Start-Termin am 4./5. September nicht zu halten gewesen.

Hans Kroneck ist sportlicher Leiter beim TSV 1860 Rosenheim.
Andreas Huber ist Wacker Burghausens Geschäftsführer.

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