Bruckmühl vor dem Durchmarsch?

Matthias Neumaier (links) und die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars waren neun Spiele unbesiegt. Semerad
+
Matthias Neumaier (links) und die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars waren neun Spiele unbesiegt. Semerad

Bad Endorf/Bruckmühl/Reichertsheim. – 2018 der Durchmarsch des TSV Wasserburg, 2019 der Triumph der TSV Ampfing – und 2020?

Schafft es erneut ein Team aus dem Fußball-Kreis Inn/Salzach, sich den Titel in der Bezirksliga Ost zu sichern? Die Chance ist vorhanden, denn zum Jahreswechsel führt der SV Bruckmühl das Klassement mit 41 Punkten und damit satten sieben Zählern Vorsprung auf die Konkurrenz an. Die Mannen aus dem Mangfalltal würden sich damit auch ein kleines Stückchen auf den Spuren der Wasserburger Löwen bewegen, denn auch der SVB kann den Durchmarsch von der Kreis- bis in die Landesliga schaffen.

Die Erfolgsgeschichte der Mannschaft des Trainerduos Blankenhorn/Weiss basiert auf einer kompakten Teamleistung – immerhin musste der Ausfall mehrerer Leistungsträger über Wochen, teils sogar Monate kompensiert werden – und auf die herausragende Heimbilanz. Neun von zehn Spielen vor heimischer Kulisse konnten die Bruckmühler für sich entscheiden. Die einzige Niederlage setzte es im Landkreis-Duell gegen Bad Endorf. Auswärts gibt es für den SVB noch Luft nach oben, denn in der Tabelle auf fremdem Geläuf belegen Keller, Kunze & Co. lediglich den achten Rang. Mit 13 hat man die mit Abstand meisten Siege errungen – alleine vier davon im für Bruckmühl „Goldenen Oktober“.

Hinter Bruckmühl ist ein harter Kampf entbrannt – immerhin kann ja der Vizemeister via Relegation auch von der Landesliga träumen. Die besten Karten hat der VfB Forstinning, der 34 Punkte und erst 18 Spiele absolviert hat. Die Konkurrenz vom ESV Freilassing, SVN München und der SG Reichertsheim-Ramsau/Gars weist jeweils 33 Punkte auf, hat aber auch schon ein Spiel mehr auf dem Konto. Kurios ist der zweite Platz von Forstinning schon, denn der VfB ist mit sechs Spielen ohne Sieg gestartet, ehe ein 1:0 in Ebersberg den Bann brach – insgesamt gab es zehn Siege am Stück, welche Forstinning nach oben katapultierten. Ganz anders Freilassing: Die Pritzl-Elf startete mit acht Spielen ohne Niederlage, darunter sechs Siegen. Es folgte ein 0:1 gegen Reichertsheim-Ramsau/Gars und eine Serie von fünf sieglosen Spielen – darunter vier ohne eigenen Torerfolg. Dem ESV, der mit 15 die wenigsten Gegentore kassiert hat, haben die vielen Unentschieden eine bessere Ausgangslage gekostet: In sechs Spielen, also fast einem Drittel, musste man sich mit nur einem Zähler zufrieden geben. Die Saison des SVN München lässt sich bislang in drei Teile stückeln: Dem Auftakterfolg folgten fünf Begegnungen ohne Sieg und dann zehn ungeschlagene Spiele mit acht Dreiern.

Ein Serien-Team ist die Spielgemeinschaft aus Reichertsheim, Ramsau und Gars: Den zwei Niederlagen zum Start folgte eine Serie von neun ungeschlagenen Spielen (acht Siege, ein Remis), ehe es eine Serie von sieglosen Spielen mit nur zwei Punkten gab, bevor sich die Ostermaier/Nurikic-Truppe mit sechs Punkten aus drei Begegnungen in die Winterpause verabschiedete. Spitze ist die Auswärtsbilanz der SG mit 18 Punkten aus elf Spielen – Rang eins in dieser Tabelle.

Das Mittelfeld der Liga bilden aktuell der SC Baldham-Vaterstetten (29 Punkte), TSV Bad Endorf (29), SV Saaldorf (27) und TSV Buchbach II (27). Von Rang zwei nicht weit weg, die Abstiegs-Relegation aber auch noch im Nacken – auf diese vier Teams wartet noch eine spannende Frühjahrsrunde. Baldham-Vaterstetten verabschiedete sich mit drei Siegen am Stück in die Winterpause und hat eine kuriose Auswärtsbilanz: Mit neun Toren holte man 14 Zähler – vor allem, weil man in den acht Spielen lediglich fünf Gegentreffer hinnehmen musste. Dass der TSV Bad Endorf in der Liga sehr gut mithalten kann, zeigt die Bilanz gegen Spitzenreiter Bruckmühl mit einem Remis und einem Sieg. Eine zwischenzeitliche Serie von sechs sieglosen Spielen kostete dem Kurort-Ensemble eine bessere Platzierung. Die Reil-Truppe führt mit 35 Gelben Karten, aber ohne Platzverweis die Fairnesstabelle der Liga an.

Der SV Saaldorf hat mit fünf Niederlagen nur eine mehr als das Spitzentrio Bruckmühl, Forstinning und Freilassing, dazu mit 39 die meisten Tore erzielt und mit 20 Punkten aus zehn Spielen die zweitbeste Heimbilanz – zum Sprung nach vorne reichte es aber nicht, weil man in der Auswärtstabelle mit sieben Zählern aus acht Begegnungen nur den elften Rang belegt. Wie auch der Nachbar aus Freilassing treten die Saaldorfer durch sechs Unentschieden im bisherigen Saisonverlauf auf der Stelle. Buchbach II bewährt sich als Neuling bislang recht ordentlich – wäre da nicht die Fairnesstabelle, in der man gemeinsam mit dem SVN München mit je sechs die meisten Gelb-Roten Karten kassierte.

Die SpVgg 1906 Haidhausen (19 Spiele/23 Punkte), der FC Aschheim (17 Spiele/22 Punkte) und der TSV Dorfen (18 Spiele/22 Punkte) kämpfen um den Klassenerhalt, wobei die Mannschaft von der Isen derzeit den Relegationsrang einnimmt. Der Donbeck-Truppe hängt noch der schwache Start mit vier Punkten aus den ersten sieben Spielen nach. Haidhausen musste eine Serie von fünf Niederlagen am Stück kompensieren. Aschheim weist mit 21 Gegentreffern die drittbeste Defensive der Liga auf und befindet sich in dieser Hinsicht bei den Top-Teams – die Probleme des FCA liegen also eher im Offensivbereich.

Auf den drei Abstiegsplätzen befinden sich der TSV Teisendorf (15 Punkte), TSV Ebersberg (15) und VfL Waldkraiburg (7). Diese drei Teams stehen sowohl in der Heim- als auch in der Auswärtstabelle auf den letzten drei Rängen. Sie haben die wenigsten Siege (Waldkraiburg zwei, Teisendorf und Ebersberg je vier) und die meisten Niederlagen (Waldkraiburg 15, Teisendorf und Ebersberg je zwölf). Bei den wenigsten Toren führt Waldkraiburg (15) vor Ebersberg (18), bei den meisten Gegentoren Waldkraiburg (51) vor Teisendorf (40). Für den Klassenerhalt ist eine gewaltige Leistungssteigerung notwendig, wobei das Tabellenschlusslicht wohl schon mit der Kreisliga planen muss.

Insgesamt fielen 3,13 Tore pro Partie, wobei sicherlich der 9:4-Erfolg von Baldham-Vaterstetten über Waldkraiburg den Schnitt nach oben getrieben hat. Torarmut herrschte am zweiten Spieltag, als in den sieben Begegnungen nur zehn Tore bejubelt werden konnten.

Torschützenliste

12 Tore:Stefan de Prato (SpVgg 1906 Haidhausen).

11 Tore:Daniel Leitz (ESV Freilassing).

10 Tore:Timo Portenkirchner (SV Saaldorf).

9 Tore:Gerhard Thalmaier (TSV Dorfen).

8 Tore:Stefan Huber (FC Aschheim), Roman Krumpholz, Stefan Lechner (beide SC Baldham-Vaterstetten), Aaron Stillfried (TSV Bad Endorf), Matthias Vital (SG Reichertsheim-Ramsau/Gars).

7 Tore: Ivan Bacak, Felix Füchsl (beide SC Baldham-Vaterstetten), Daniel Kobl, Charly Kunze (beide SV Bruckmühl), Enis Kuka (ESV Freilassing), Andreas Petermeier (TSV Dorfen).

Kommentare