Nur eine Niederlage: Bronzemedaille für Patrick Weisser bei der deutschen Judo-Meisterschaft

Festhaltetechnik von Patrick Weisser (oben), die zum Sieg führte. Thomas Wetzel

Patrick Weisser vom TuS Bad Aibling reiste mit dem Bayernkader zu den Deutschen Meisterschaften der Junioren (U21), die kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie im brandenburgischen Frankfurt an der Oder stattfanden. Und Patrick Weisser kehrte mit einer Bronzemedaille in die Kurstadt zurück.

Frankfurt/Oder – Patrick Weisser vom TuS Bad Aibling nahm unter der Leitung von Winston Gordon, dem Trainer am Olympiastützpunkt München und der Chef-Landestrainerin des BJV, Claudia Straub an der Deutschen Meisterschaft der Junioren (U21) teil, die kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie im brandenburgischen Frankfurt an der Oder stattfanden und geann Bronze. Patrick Weisser verlor dabei nur einen Kampf und den in der Verlängerung gegen den späteren deutschen Meister.

„Er gehört zur deutschen Spitze“

„Die Bayerische Meisterschaft hat er noch ausgelassen, aber bei der Süddeutschen Meisterschaft in Pforzheim hat Patrick mit Platz eins bewiesen, dass er zur deutschen Spitze in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm gehört“, so Vater Denis Weisser.

„Die Waage am Vorabend hat gut geklappt, das Gewicht hat genau gepasst“, so Patrick Weisser, der in München lebt und trainiert aber der bei Einzelturnieren noch immer für seinen Heimatverein TuS Bad Aibling startet.

In der ersten Runde der Meisterschaft besiegte er Christian Krüger vom Fuldaer Judo-Club, den er mit einem tiefen Schulterwurf (Morote seoi nage) warf, wofür er mit einer kleinen Wertung (Waza-ari) in Führung ging. Noch in dieser Aktion gelang es ihm, den Gegner am Boden in einen Festhaltegriff zu nehmen, sodass er vorzeitig, mit einer „Ippon-Wertung“ und kraftsparend gewann.

Niederlage in der Verlängerung

Im Kampf darauf traf Weisser auf den Berliner Simon Alexander Doege, den er ebenfalls mit einer sehenswerten Wurfaktion (Waza-ari) und anschließendem beherzten Nachgehen im Boden mit einem „Ippon“ besiegte.

Im dritten Kampf wartete mit David Ickes vom Budokan Lübeck ein schwerer Brocken auf den Kämpfer aus der Kurstadt. Es entwickelte sich ein Fight auf Augenhöhe. Beide kämpften physisch gleichwertig und nach einer herausragenden Begegnung stand es nach der regulären Kampfzeit von vier Minuten unentschieden, In die Verlängerung entschied der „Golden Score“ – die erste Wertung. Und hier hatte Ickes das bessere Ende für sich, denn ihm gelang nach einigem Hin und Her eine kleine Technik und damit der Sieg – eine große Enttäuschung für Patrick Weisser.

Jetzt galt es für den Aiblinger nach der Niederlage, sich wieder physisch, aber vor allem auch psychisch für die Trostrunde zu erholen. Bronze war immer noch möglich. Hier leisteten Trainer Winston Gordon und Mental-Coach David Karle ganze Arbeit.

Im vierten Kampf stand Weisser dem Lübecker Viktor Mario Wandtke, dem jüngeren Bruder des Olympiakämpfers Igor Wandtke, gegenüber. Nach einem Angriff von Wandtke gelang Weisser eine tolle Aushebetchnik (Ura nage), mit der er seinen Kontrahenten aushob und krachend auf die Matte beförderte. „Ippon“ – wieder ein vorzeitiger Sieg.

Der nächste Gegner hieß Sebastian Kunze vom MTSV Aerzen. Weisser begann hochmotiviert und dominierte die Begegnung von Beginn an. Nach einem starken Wurfansatz von Weisser, konnte sich Kunze nur mit einer verbotenen Kopflandung vor dem Fall auf den Rücken retten. Er wurde vom Kampfrichter disqualifiziert. Weisser hieß der Sieger und das kleine Finale war nach fünf Kämpfen erreicht, die ersehnte Bronzemedaille in Reichweite.

Erneuter Sieg mit „Ippon“

Im sechsten und letzten Kampf hieß der Gegner war Alessio Murrone von der Sport-Union Annen, gegen den Weisser schon bei der Deutschen Meisterschaft der Männer in Stuttgart in diesem Jahr in der ersten Runde gekämpft und vorzeitig mit einer großen Innensichel (O Uchi gari) gewonnen hatte. Der ungefähr ein Jahr ältere und physisch starke Murrone war gewarnt und hatte Weisser nach einem Übergang Stand-Boden und einer guten Würgetechnik im Boden am Rande der Niederlage. Während des Würgers stockte den Trainern, Teamkollegen und Fans am Mattenrand der Atem, aber Weisser dachte nicht daran, aufzugeben. Weisser gab Gas und gewann erneut mit mit „Ippon“ vorzeitig. Die Bronzemedaille war geschafft. Trainer Winston Gordon und Weisser lagen sich in den Armen.

„Wow, super. Endlich hat es jetzt mit einer Top-Drei-Platzierung geklappt. Nach Patricks Tagen des Frusts in der U18 und U21 haben wir die langersehnte Medaille auf einer Deutschen“, so der überglückliche Vater Denis Weisser am Mattenrand.

TuS-Judoka Patrick Weisser: „Es war ein langer, harter Tag mit sechs harten Fights. Ich bin happy. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich heute, aber auch in der ganzen Zeit davor so toll unterstützt haben.“Mit dieser starken Leistung, Weisser unterlag wie erwähnt nur knapp mit einer kleinen Wertung in der Verlängerung dem späteren Sieger David Ickes, konnte er auch eine gute Statistik vorweisen: Sechs Kämpfe, fünf Siege.

„Die Techniken und Wertungen, die Patrick an einem Tag gezeigt hat, schaffen andere im ganzen Jahr nicht“, so Vater Denis Weisser. Und weiter: „Patrick hat das beste Judo seines Lebens gezeigt und die Bronzemedaille gewonnen. Ich freue mich, dass Patrick nach dem Turnier in den Fokus der Bundestrainer geraten ist, die sich bei ihm gemeldet haben und ihn in den DJB-Nachwuchskader zwei berufen haben“. re

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