Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: Die Eröffnungsfeier ist ein erster Höhepunkt

Der Franzose Martin Fourcade zählt auch 2020 wieder zu den großen Favoriten beim Weltcup in Ruhpolding, der am Mittwoch beginnt. Weitz
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Der Franzose Martin Fourcade zählt auch 2020 wieder zu den großen Favoriten beim Weltcup in Ruhpolding, der am Mittwoch beginnt. Weitz

Das Schneedepot ist leer, auch 20 Kanonen wurden zur Streckenpräparierung eingesetzt – die Ruhpoldinger Weltcup-Tage können am morgigen Mittwoch mit dem Damen-Sprint bei perfekten Bedingungen losgehen. „Wir sind gerüstet“, sagt Wettkampfleiter Alois Reiter voller Stolz.

Ruhpolding – Am Montag wurden die ersten Athleten und „Offiziellen“ in Ruhpolding für den Biathlon-Weltcup akkreditiert, am Dienstag um 19.30 Uhr steigt der erste Höhepunkt in Form der Eröffnungsfeier im Championspark.

Auch wenn Ruhpolding grün ist, Laura Dahlmeier nicht mehr dabei ist und auch der werdende Vater Johannes Thingnes Bö passen muss: Einem Spektakel der Superlative steht nichts mehr im Wege, und auch im Championspark im Ortskern wird wieder so richtig die Post abgehen.

„Der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding hat mittlerweile eine erfolgreiche und lange Geschichte“, sagt der 1. Bürgermeister von Ruhpolding und Präsident des Organisationskomitees (OK), Claus Pichler, in seinen Grußworten, „er gehört zum festen und beliebten Bestandteil des Jahresablaufes. Ich freue mich sehr, dass diese hochklassige Veranstaltung wieder in Ruhpolding stattfindet.“

Von einem Heimvorteil für die deutschen Biathleten könne man jedoch nicht sprechen, betont Pichler, denn: „Die internationale Leistungsdichte ist so hoch. Wo es um Hundertstel geht, kann schon eine kleine Schwäche über Sieg und Platzierung entscheiden.“ Doch so oder so dürften sich die Zuschauer „auf Ereignisse der sportlichen Extraklasse“ freuen, meint der OK-Chef.

Ein Loblied singt er wieder auf alle, die die sechs Wettkämpfe von Mittwoch bis Sonntag in der Chiemgau-Arena möglich machen. „Durch den Einsatz unseres bewährten Organisationsteams und der zahlreichen engagierten Helfer (im Vorjahr waren es 2209, davon 1292 Ehrenamtliche, d. Red.) wird Ruhpolding wieder seinen Beitrag leisten, um auch diesmal einen reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe sicherzustellen.“

Obwohl Harald von Knoerzer-Suckow aus freien Stücken den Vorsitz des SC Ruhpolding an Herbert Fritzenwenger (fungiert auch wieder als ZDF-Experte) abgegeben hat, wird er weiterhin im Moderatoren-Team für eine prächtige Stimmung sorgen. Auch die „Unterhaltungs-Mannschaft“ ist ja bestens eingespielt: Laura Erdelyi, Geri Egger, DJ Lumpi (alias Alexander Klammer) und ihre Kollegen beherrschen es perfekt, die Fans in Fahrt zu bringen. Das gelang ihnen auch kurz vor dem Jahreswechsel beim Dahlmeier-Abschied auf Schalke, wo sie die 48 000 Besucher in ihren Bann zogen.

Neu ist heuer eine mobile Umkleidekabine für die Biathleten gleich bei der Ausgangskontrolle. Hier können „Doro“ Wierer, Martin Fourcade und Co. gleich nach dem Rennen in trockene Klamotten schlüpfen, um dann den Medienvertretern in Interviews Rede und Antwort zu stehen. Damit dürfte es für diverse Weltklasse-Sportler wohl auch nicht mehr ganz so einfach werden, den TV- oder Radiosendern einen Korb zu geben – mit der Begründung, dass es ihnen zu kalt wird.

Bereits einige Stunden vor der Eröffnungsfeier, bei der wieder Brauchtum, kurze und knackige Reden sowie ein brillantes Feuerwerk zu erwarten sind, können sich die „Ungeduldigen“ heute im Championspark vergnügen. Zum Beispiel in der „Gamsbluatalm“, wo heuer bereits zum zehnten Mal der Anstich bei Toni Gstatter erfolgt. Der hat sich ab 16.30 Uhr kräftige Hilfe besorgt, denn vom Eishockey-Oberligisten Starbulls Rosenheim kommt eine ganze Reihe von Offensivspielern: Kapitän Michael Baindl, Topscorer Alexander Höller, der ehemalige DEL-Spieler Dominik Daxlberger und Routinier Michael Fröhlich werden anzapfen.

Bereits ab 15.30 Uhr erfolgt der Anstich zum dritten Mal bei Herbert Gruber im „Adlernest“. Hier wird „Schweden-Legende“ Wolfgang Pichler das Bier laufen lassen. Beide Anstiche werden von ARD-Hörfunkreporter und Ruhpolding-Streckensprecher Karlheinz Kas moderiert.

Party-Feeling nonstop genießen kann man selbstverständlich auch in „D’Strafrund’n“ oder „Fritz’n Alm“ sowie bei den Weltcup-Partys im Kurhaus am Freitag (mit Tobi Regner und den Tobros) und Samstag (Bayern-1-Disco). Und wer sich selbst in Sachen Treffsicherheit überprüfen möchte, der hat beim Biathlon-Schießen der Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft Ruhpolding in der Schießhalle neben dem „Vita Alpina“ die Gelegenheit.

Und falls jemand einfach nur in die Chiemgau-Arena kommen möchte, um die weltbesten Skijäger anzufeuern, macht er sicher auch keinen Fehler: Im vergangenen Jahr taten dies 74 500 Fans – eine stattliche Zahl, die wohl nicht so leicht zu toppen sein wird. cs

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