Biathlon-Trainer Remo Krug: „Es wird halt anders ablaufen als gewohnt“

So nah mit seinen Sportlern zusammenstehen – so wie hier noch vor der Corona-Krise mit Simon Groß (links) – kann Trainer Remo Krug in der nächsten Zeit noch nicht. Hohler

Noch sind die Sportstätten überwiegend geschlossen – und damit auch die Chiemgau-Arena in Ruhpolding, die für die heimischen Biathleten als wichtigster Trainingsort dient. Doch obwohl „wir natürlich schon auf Kohlen sitzen“, weiß Trainer Remo Krug vom Stützpunkt: Es gelte nun, Ruhe zu bewahren und Geduld zu haben.

Ruhpolding– Krug – der im IBU-Cup die deutschen Männer betreut – hofft darauf, „dass die Sportstätten bald wieder geöffnet werden könnten“. Die Trainer am Stützpunkt und ihre Sportler wären auf jeden Fall bereit. Dabei bleibt die Trainerstruktur ähnlich wie in der vorigen Saison: Krug und Isidor Scheurl (beide Inzell) betreuen am Stützpunkt die Männer, und bei den Wettkämpfen reist Krug als Betreuer beim IBU-Cup, Scheurl als Disziplintrainer zum Weltcup mit. Zudem wird Andreas Stitzl (Bergen) wieder im Juniorenbereich (mit Ausnahme des Schießtrainings) eingesetzt.

Auch Reiter künftig im IBU-Cup-Team

Die Damen werden am Stützpunkt von Kristian Mehringer (Leitender Disziplintrainer Damen im DSV), Florian Steirer (Disziplintrainer Damen), Rüdiger Schöllmann (Zoll) und nun auch von Tobias Reiter (Oberwössen) im IBU-Cup betreut. Reiter, der zur Landespolizei (Ainring) gehört, begleitet dort die bei der Landespolizei angestellten Sportlerinnen bis Mitte Juli bei deren Ausbildung, ist dann am Stützpunkt und fährt im kommenden Winter zudem als Betreuer des Damenteams zu den IBU-Cup-Wettkämpfen mit. Insgesamt gesehen müsse man eben die Arbeit an die Gegebenheiten anpassen, weiß Krug. Im Moment sei man noch nicht wirklich im Verzug. Schließlich ist der April ohnehin der Monat, in dem die Athleten Pause haben und eher individuell ihr Programm absolvieren. Im Kontakt blieben Trainer, Verantwortliche und Aktive sowieso. „Wir haben vieles per Videokonferenzen gemacht.“

Vorbereitungskonzept steht

Das Komplextraining mit Laufen und Schießen als Kombination beginne eh erst Ende Mai/Anfang Juni. Bis dahin hofft man auch, dass die Vorbereitung zumindest auch schon in kleineren Gruppen stattfinden könne. „Ich gehe davon aus, dass es dann weitere Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen geben muss.“ Dabei haben die Trainer wegen des Abstands erwogen, dass möglicherweise nur jeder zweite Platz am Schießstand belegt werden soll. Es wurden auch schon Lehrgänge geplant, „wobei ich eher skeptisch für die Zeit bis Ende Juni bin“. Doch das grundsätzliche Konzept steht – unabhängig davon, ob die in Ruhpolding geplante Sommer-WM (19. bis 23. August) nun abgesagt wird oder nicht. Denn es gäbe hierfür keine spezielle Wettkampfvorbereitung: „Auch wenn die Sommer-WM stattfinden würde, würden wir die Wettkämpfe aus dem Training heraus bestreiten.“ Schließlich zielt dieses auf Leistungen im Winter ab. Die Vorbereitung dafür, so vermutet Krug, „wird halt nur anders ablaufen als gewohnt“. who

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