Biathletin Maren Hammerschmidt: Olympia 2022 als großes Ziel

Maren Hammerschmidt fand nach langer Verletzungspause in der Saison 2019/2020 wieder in die Spur. DPA/Schutt

Es war ein schwieriger „Neustart“ – aber Biathletin Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) aus dem Stützpunkt Ruhpolding hat sich durchgekämpft. Sie war in diesem Winter bei vier Weltcups, zahlreichen IBU-Cups sowie der Europameisterschaft im Einsatz. Die 30-Jährige hatte wegen einer langen Verletzungspause im gesamten Winter 2018/19 keinen Wettkampf bestreiten können.

Ruhpolding – Hammerschmidt war Anfang Oktober 2018 an den Innen- und Außenbändern des linken Sprunggelenks operiert worden. Ihre Zwangspause hatte einen positiven Nebeneffekt: Nach der Operation verbrachte sie die erste Zeit bei ihrer Familie in Winterberg, die Unterstützung tat gut. „Das Schießen ging in den ersten sechs Wochen auch nicht, später hatte ich dafür aber mehr Zeit als üblich“, blickt sie zurück.

Der Winter 2018/2019 sei „schon merkwürdig gewesen, auch vom Kopf her: Ich konnte erstmals seit vielen Jahren nur am Fernseher sitzen, statt selbst mitzumachen. Das fällt schon schwer.“ Umso größer war die Vorfreude auf die Deutschen Meisterschaften im August/September 2019, bei denen sie ihre Berechtigung für internationale Wettbewerbe unter Beweis stellte.

Erste Erfolge im IBU-Cup

„Vor dem ersten Wettkampf im IBU-Cup in Norwegen war ich ganz schön aufgeregt. Das ganze Prozedere mit Anschießen, Waffenkontrolle und so weiter war ich ja nicht mehr gewohnt“, gibt Hammerschmidt einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Gleich im ersten Sprint in Sjusjoen wurde sie Dritte, legte in Ridnaun (Italien) mit den Rängen fünf (Sprint) und vier (Massenstart 60) nach und empfahl sich damit für den Aufstieg in den Weltcup. „Im Dezember war ich noch sehr optimistisch, läuferisch war der erste Weltcup nicht schlecht. Aber dann ist mir läuferisch im Januar nicht mehr viel gelungen“, konstatiert die Biathletin. Ihrer Meinung nach eine logische Entwicklung: „Die Basis hat halt gefehlt. Man bräuchte da eine längere Trainingsphase zwischen den Wettkämpfen, um das zu kompensieren.“

Trotz der schwierigen Voraussetzungen hatte sie für diese Saison zunächst höhere Erwartungen. Letztlich merkte sie jedoch schnell: „Ich konnte zwei bis drei Monate nach der Operation nichts machen, sechs Monate keine schnellen Einheiten absolvieren und habe ungefähr 30 Wettkämpfe verpasst. Das habe ich mit in die Saison genommen, und dann fehlt eben eine gewisse Geschwindigkeit.“ Natürlich fehlte auch der Wettkampf-Rhythmus, und so freundete sie sich letztlich doch noch mit dem Verlauf dieses Winters an. „Ich bin nur knapp an der WM-Teilnahme gescheitert. Im IBU-Cup lief es ganz gut. Darauf gilt es aufzubauen“, blickt Hammerschmidt nach vorn. Schließlich hatte sie dank einer starken Aufholjagd noch die Top Ten im IBU-Cup erreicht – und damit die Qualifikation für das Weltcup-Finale in Oslo (Norwegen). Angesichts des Coronavirus sagte die Internationale Biathlon-Union (IBU) das Finale ab.

„Ruhpolding ist meine zweite Heimat geworden“

Bereits seit 2010 ist Hammerschmidt am Stützpunkt. „Ruhpolding ist inzwischen meine zweite Heimat geworden. Damals war es ein großer Schritt, die Heimat zu verlassen, dennoch war es keine allzu große Umstellung. Ich kannte Ruhpolding von den Wettkämpfen her schon seit der Schülerzeit und war auch bei vielen Sommer-Lehrgängen dort.“ Und sie feierte dort ihre ersten großen Erfolge: 2008 holte sie bei der Junioren-WM am Zirmberg Gold im Sprint und in der Staffel. Damals übrigens noch an der Seite ihrer Zwillingsschwester Janin, die nach einer Knie-OP ihre Karriere frühzeitig beenden musste. Maren Hammerschmidt dagegen stieg allmählich zur festen Größe im Weltcup-Team auf und holte bei der WM 2017 in Hochfilzen Gold mit der deutschen Staffel. Biathlon-Großereignisse bleiben auch weiterhin das Ziel der 30-Jährigen. „Nach Olympia 2018 habe ich mir vorgenommen, auch bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking dabei zu sein – auch wenn ich natürlich von Jahr zu Jahr schauen muss“, sagt die 30-Jährige.

Unterstützung für Tierschutzprojekt

Zunächst aber steht ein anderes Projekt an. Sie will mit ihrer Zwillingsschwester Janin - wenn möglich - nach Rumänien fahren. Dort unterstützt das Duo seit drei Jahren ein Tierschutzprojekt. Die Geschwister helfen in einem Tierheim mit 300 bis 400 Hunden auch für einige Tage mit. „Im Optimalfall fahren wir mit dem Auto und bringen Futterspenden, Decken, Kissen und Spendengelder mit. In Rumänien können sie auch mit relativ wenig Geld viel machen“, erläutert Hammerschmidt. Es bleibt das zweite Herzensprojekt neben dem Biathlon. Und bei beiden will Hammerschmidt noch einiges bewegen. who

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