Biathletin Franziska Hildebrand will noch einmal zu den Olympischen Spielen

Franziska Hildebrand ist sportlich noch nicht ganz da, wo sie hinmöchte.
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Franziska Hildebrand ist sportlich noch nicht ganz da, wo sie hinmöchte.

„Momentan bin ich gesund, verletzungsfrei und habe auch sonst keine körperlichen Beschwerden“, das ist die positive Antwort von Biathletin Franziska Hildebrand auf die dementsprechende Frage. Doch das war bei der 33-Jährigen vom Stützpunkt Ruhpolding in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

Ruhpolding –Zu schaffen machte der 33-jährigen Biathletin Franziska Hildebrand in den vergangenen Jahren eine Sprunggelenksverletzung. Diese Leidenszeit ist zum Glück vorbei, Franziska Hildebrand nimmt nun einen neuen sportlichen Anlauf.

Einstieg in das Sommertraining verlief nicht planmäßig

Der Einstieg in das so wichtige Sommertraining verlief allerdings nicht planmäßig. Nach einer Laufbahndiagnostik nahm sie der Mannschaftsarzt aus dem Trainingsprogramm des Stützpunktes mit dem Hinweis, dass diese Art von Training nicht den gewünschten Erfolg bringen würde. „Das war ein harter Moment für mich. Eigentlich wollte ich in diesem Winter wieder voll angreifen. Das hat mich ausgebremst. Ich sollte das Training erstmal reduzieren, um den Körper die Möglichkeit der Erholung zu geben. Das habe ich getan. Danach ging es für mich ohne Trainer und Gruppe weiter“, schildert sie die Situation im Sommer und sagt weiter: „Sportlich bin ich noch nicht dort, wo ich gerne hinmöchte.“ Deswegen kam auch die deutsche Meisterschaft in diesem Jahr für Franziska Hildebrand zu früh. „Ich bin immer noch in einem Aufbautraining und war letzten Endes froh, dass bei den Wettkämpfen dort auch gute Sachen zu sehen waren. An allem anderen gilt es jetzt sinnvoll weiterzuarbeiten um im Winter entsprechende Leistung abrufen zu können.“

Nun muss sie ihre gesteckten Ziele völlig überarbeiten und sich neu orientieren. Trotzdem gibt sie sich kämpferisch: „Nichts ist unmöglich und so habe ich die Weltmeisterschaft in Pokljuka nächstes Jahr noch nicht aufgegeben. Dennoch weiß ich, dass es ein ganz schwieriger Weg bis dorthin wird.“ Helfen soll ihr dabei Trainer Tobias Reiter, der am Stützpunkt Ruhpolding für die Lehrgangsgruppe LG1b zuständig ist. In diese wurde sie nach der deutschen Meisterschaft zurückgestuft. „Das ist in Ordnung, so erhalte ich ein wenig mehr Zeit zum Formaufbau bis zum ersten Wettbewerb.“

Karriereende nach Olympia 2022 geplant

Neben einer Teilnahme bei der WM in Pokljuka würde sie ein Jahr später gerne bei den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen. „Noch einmal erfolgreich von den Spielen zurückkehren, das stelle ich mir als schönen Karriereabschluss zu“, so ihr Wunsch. Derzeit zählt jedoch das Hier und Jetzt und das bedeutet auch, mit den Hygieneregeln wegen Corona umzugehen. Im Training sind die Sportler fast nicht eingeschränkt, da sich alles meistens im Freien abspielt. „Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, überall mit Maske hinzugehen. Mir fehlt es etwas, spontane Ausflüge ins Kino zu unternehmen oder mich öffentlich ohne Maske mit Freunden zutreffen. Ich achte sehr darauf achte, meine Maske zu tragen und Abstände einzuhalten“, so die Biathletin.

Masterarbeit in Wirtschaftspsychologie abgegeben

In Ruhpolding lebt die aus Köthen/Sachsen-Anhalt stammende Hildebrand gerne. Sie schätzt die Nähe zu den Bergen und auch zum Chiemsee. „Es gibt so viele Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen. Zudem habe ich mir ein gutes soziales Umfeld geschaffen, was mich auch hier halten könnte. Wohin es für mich tatsächlich geht, hängt aber von meiner beruflichen Laufbahn ab.“ Dazu hat sie ihre Masterarbeit in Wirtschaftspsychologie abgegeben und wartet noch auf die Benotung. „Ich bin jetzt in einem Alter, indem man sich überlegen muss, was nach dem Sport kommt“, sagt sie realistisch. „Spätestens nach den Spielen 2022 darf dann etwas Neues im Leben kommen.“

In ihrem Alter kann die Sportlerin bereits auf einen langen Erfahrungsschatz bauen. Oft ist sie als Einzelgängerin beschrieben worden. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man im Leistungssport knallhart nach Leistung abgerechnet wird. Das gilt für mich genauso, wie für alle anderen. Für mich heißt das, die Menschen zu finden, wo ich der Überzeugung bin, dass sie mir guttun und mich in meinem Leistungsstreben unterstützen. Das bedeutet manchmal nach Lösungen außerhalb des vorgegebenen Systems zu suchen. Ansonsten trainiere ich gerne in einer Gruppe. Es muss aber die richtige Gruppe sein, um Leistung entwickeln zu können. Denn sonst würde es bedeuten, dass man sich automatisch verbessert, nur weil man in einer Gruppe trainiert. Dass dies nicht immer der Fall ist, dafür gibt es genügend Beispiele.“

Bestes Beispiel in diesem Zusammenhang sei ihre Zeit in der Männertrainingsgruppe unter Ricco Groß. „Dort habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt, was sich auch mit den entsprechenden Erfolgen belegen lässt. Weshalb ich auch den Weg zu Daniel Graf gegangen bin, um das bestehende Trainingssystem nicht komplett zu verändern. Auch dieser Weg war aus meiner Sicht richtig“, betont sie.

Studium und Leistungssport

Ehrlich antwortet sie auf die Frage nach ihren Stärken und Schwächen. Sie könne gut zuhören und sei fokussiert und hartnäckig. Zielstrebigkeit und Fleiß gehörten dazu. Natürlich auch die Fähigkeit sich zu strukturieren und organisieren. Ansonsten hätte sie Studium und Leistungssport nicht vereinbaren können. Zu den Schwächen meint sie, dass sie sich zu leicht ablenken lassen würde. Das liege auch daran, dass Widder-Geborene schon mal mit dem Kopf durch die Wand möchte. Ihr Lebensmotto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

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