Deutsche Nachwuchs-Hoffnung

Biathlet Lucas Lechner vom SC Ruhpolding: Die Junioren-Weltmeisterschaft als großes Ziel

Konzentriert am Schießstand: Nach einer bislang erfreulichen Saisonvorbereitung will Lucas Lechner – hier beim Deutschlandpokal 2020 in Ruhpolding – auch in diesem Winter überzeugende Leistungen bieten.
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Konzentriert am Schießstand: Nach einer bislang erfreulichen Saisonvorbereitung will Lucas Lechner – hier beim Deutschlandpokal 2020 in Ruhpolding – auch in diesem Winter überzeugende Leistungen bieten.

Die Termine für die meisten Rennen sind bei ihm noch offen, doch eine Woche hat sich Biathlet Lucas Lechner vom SC Ruhpolding schon einmal ganz dick vorgemerkt: die Woche vom 28. Februar bis zum 7. März 2021.

Ruhpolding– Vom 28. Februar bis zum 7. März 2021 finden die Junioren-Weltmeisterschaften in Obertilliach statt – und dafür will sich der 21-jährige Biathlet Lucas Lechner vom SC Ruhpolding qualifizieren. „Das ist auf jeden Fall mein Ziel“, stellt er klar.

„Das war eine coole Erfahrung

Die ersten Erfahrungen mit internationalen Wettkämpfen auf höchster Ebene hatte Lechner im vergangenen Winter gesammelt. Da war er erstmals im IBU-Junioren-Cup eingesetzt worden. „Das war eine coole Erfahrung“, freut sich der Ruhpoldinger. Zwar gelte für den Wettkampf selbst, „dass man im Endeffekt auch nur sein Rennen läuft. Aber es ist trotzdem ein riesiger Unterschied: Es sind fast alle Nationen am Start, der ganze Ablauf ist außerdem anders.“

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Und das auch ganz bewusst. Um die jungen Sportler auf spätere, noch höherwertige Aufgaben vorzubereiten, versucht der Biathlon-Weltverband IBU, „viele Regelungen und vieles im Umfeld schon ähnlich wie beim Weltcup zu machen. Daran teilnehmen zu können, das pusht einen – und zeigt einem, wo es hingehen kann.“ So, wie die Deutsche Meisterschaft in diesem Herbst Lechner gezeigt hat, dass er momentan auf einem guten Weg ist. Da war er in Altenberg sowohl im verkürzten Einzellauf (15 km/nur 45 Sekunden statt einer Minute Zeitaufschlag je Fehler) als auch im Sprint Zweiter der Juniorenwertung hinter Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld) geworden. In der Verfolgung war er sogar Bester seiner Altersklasse.

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„Ich kenne ihn schon lange und laufe seit vielen Jahren gegen ihn. Wir wissen alle, was er kann – und wenn man mal vor ihm ist, ist das auf jeden Fall ein gutes Zeichen“, freut sich der 21-Jährige. Immerhin hatte Riethmüller im vergangenen Winter bei der JWM Gold in der Verfolgung geholt und auch sonst mit starken Vorstellungen überzeugt.

Vorbereitung bis zu den nationalen Titelkämpfen erfreulich

Für Lechner war die Vorbereitung bis zu den nationalen Titelkämpfen erfreulich verlaufen. „Ich bin bei der Bundespolizei gut abgesichert. So konnte ich auch von Ende März bis Ende Juni in der Ausbildungszeit weiter gut trainieren.“ Bis zur DM hatte er auch keine gesundheitlich bedingten Trainingsausfälle zu beklagen. Erst in der weiteren Vorbereitung „war ich mal eine Woche angeschlagen“.

Insgesamt kann sich Lechner über eine gute Entwicklung freuen. Vor allem am Schießstand sei die Stabilität schon hoch, „das funktioniert meistens echt gut“. Beim Laufen „gibt es zwar noch Schnellere, aber ich bin nicht so weit weg“. Und gerade die läuferische Komponente entwickelt sich in einem Ausdauersport ohnehin über einen längeren Zeitraum, hier ist also eine allmähliche Weiterentwicklung zu erwarten.

Dem älteren Bruder zum Biathlon gefolgt

Für Lechner war übrigens schon frühzeitig klar, dass er im Wintersport angreifen wollte. Sein Vorbild war dabei insbesondere sein älterer Bruder Tobias. Zwar „schaut man natürlich immer auf das, was die Topleute machen, so wie früher Ole-Einar Björndalen, Martin Fourcade oder jetzt Johannes Thingnes Boe.“

Aber ein direktes Vorbild sei keiner dieser Sportler gewesen, entscheidend war, dass sein älterer Bruder „früher schon zum Skilanglaufen ging, und da wollte ich mit vier Jahren schon mal mit. Das hat mir immer Spaß gemacht, und als er zum Biathlon gewechselt ist, wollte ich das auch machen.“ Der Sport mache ihm „richtig Spaß, auch weil mein Bruder und meine Familie da mitfiebern. Ohne meinen Bruder wäre ich wohl nicht so leicht beim Biathlon gelandet“, so der 21-Jährige.

Auf einem guten Weg

Jetzt aber ist er schon auf einem guten Weg. Wohin dieser für den kommenden Winter führt, hängt unter anderem davon ab, wann und wo überhaupt Wettkämpfe ausgetragen werden können. Lechner will sich nicht beirren lassen: „Die Austragung der Deutschlandpokale ist wohl schon ziemlich sicher, und es werden schon noch Alpencups stattfinden.“ Die Alpencups sollen in etwa die Rennen des IBU-Junioren-Cups ersetzten, der ja für diese Saison komplett abgesagt ist. Dabei soll es auch darum gehen, die Teilnehmer der Junioren-WM zu ermitteln. (who)

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