Dressurreiter aus Aubenhausen

Benjamin Werndl und Daily Mirror: Start in die Weltcup-Saison mit einem Sieg

Benjamin Werndl und Daily Mirror überzeugten bei ihrem Comeback und gewannen die Weltcup-Qualifikation im polnischen Zakrzów.
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Benjamin Werndl und Daily Mirror überzeugten bei ihrem Comeback und gewannen die Weltcup-Qualifikation im polnischen Zakrzów.

Benjamin Werndl und Daily Mirror gewinnen die Qualifikation im polnischen Zakrzów und das knapp fünf Wochen nach dem Schlüsselbeinbruch des Aubenhausener Dressurreiters bei der Deutschen Meisterschaft.

Von Sabine Neumann

Zakrzów/Aubenhausen – Nur knapp fünf Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch bei den Deutschen Meisterschaften in Balve feierte Benjamin Werndl mit Daily Mirror ein siegreiches Turnier-Comeback. Mit Daily Mirror gewann der 36jährige Olympiakaderreiter am vergangenen Wochenende die Weltcup-Qualifikation im polnischen Zakrzów .

Der Ausbilder und sein inzwischen 16-jähriger Tanzmeister

Im Grand Prix setzte sich das Paar mit 76,761 Prozent an die Spitze des Starterfelds. Am nächsten Tag in der entscheidenden Kür steigerten sich der Ausbilder und sein inzwischen 16-jähriger Tanzmeister auf 82,745 Prozent. Der lackschwarze, westfälische Damon Hill-Sohn war während der Zwangspause seines Reiters von dessen Schwester Jessica von Bredow-Werndl „locker trainiert“ worden. Werndl selbst hielt sich mit dem Ergometer und Stabilisationsübungen für Bauch, Rücken und Beine fit. Nur eine Woche vor dem Weltcup-Turnier hatte er zum ersten Mal wieder im Sattel gesessen.

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Benjamin Werndl: „Es war ein Balanceakt, und er ist uns gelungen“

Eigentlich waren zwei Wochen für die Vorbereitung auf seinen Weltcup-Einstieg in Lyon/Frankreich vorgesehen. Doch diese Etappe der Westeuropa-Liga am kommenden Wochenende wird Corona bedingt ausfallen. Um seine Chance auf einen Platz im Weltcup-Finale doch noch zu wahren, entschloss Werndl sich kurzfristig nach nur einer Woche Training in Zakrów zu starten. Die Reiter der Westeuropa-Liga dürfen auch in der Zentraleuropa-Liga Punkte sammeln. „Es war ein Balanceakt, und er ist uns gelungen“, freute sich Werndl. Mit 20 Punkten liegt der Aubenhausener derzeit auf Platz neun des Weltcup-Zwischenrankings. Die neun Punktbesten, darunter nur zwei Deutsche, erhalten einen Finalplatz. Titelverteidigerin Isabell Werth ist bereits gesetzt.

Pole-Position im Weltcup-Ranking für Jessica von Bredow-Werndl

Jessica von Bredow-Werndl liegt mit 37 Zählern aktuell an der Spitze der Weltcup-Wertung. Ende Juni hatte die Mannschaftswelt- und –Europameisterin die erste Etappe der Zentraleuropa-Liga im ungarischen Mariakalnok mit Zaire-E gewonnen und dafür 20 Punkte erhalten. Vor einer guten Woche beim stark besetzten Start der Westeuropa-Liga im dänischen Aarhus/Vilhelmsborg belegte sie mit ihrer „Püppi“ genannten Stute den dritten Platz in der Weltcup-Qualifikation. Die 16jährige niederländische Son de Niro-Tochter zeigte sich in bestechender Form und erzielte mit 85,335 Prozent in der Kür das zweitbeste Ergebnis ihrer bisherigen Karriere. Schon vor 16 Jahren durfte von Bredow-Werndl einen besonderen Erfolg im dänischen Pferdezentrum Vilhelmsborg feiern. Bei den Europameisterschaften 2004 gewann sie hier mit Bonito Mannschafts- und Einzelgold bei den Jungen Reitern.

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Weiterer Verlauf der Hallensaison ist durch zahlreiche Turnierabsagen ungewiss

Der weitere Verlauf der Hallensaison ist durch zahlreiche Turnierabsagen wegen der Corona-Maßnahmen ungewiss. Die nächste Weltcup-Qualifikation soll am ersten Dezember-Wochenende im Rahmen der Amadeus Horse Indoors in Salzburg stattfinden. Seit ein paar Tagen steht offiziell fest, dass auch das Festhallen-Reitturnier in Frankfurt am vierten Advent-Wochenende zur Weltcup-Station wird. Die Werndl-Geschwister haben beide Turniere eingeplant.

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