Eishockey-Oberliga

Begeisternde Starbulls Rosenheim schlagen Selb: „Solche Siege sind die schönsten“

Und drin: Kilian Steinmann erzielt hier den 1:0-Führungstreffer der Starbulls Rosenheim gegen Selb.
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Und drin: Kilian Steinmann erzielt hier den 1:0-Führungstreffer der Starbulls Rosenheim gegen Selb.

Eine Notsituation schweißt zusammen. Da ist der Kader von Eishockey-Oberligist Starbulls Rosenheim durch Verletzungen, pandemiebedingten Absenzen und Nationalmannschaftsabstellung arg ausgedünnt, da fehlen unter anderem Kapitän Michael Baindl, Kapitän-Stellvertreter Dominik Daxlberger und Topscorer Enrico Henriquez – und was macht das Starbulls-Aufgebot mit insgesamt neun Akteuren, die noch bei den Junioren spielen dürfen?

Rosenheim – Es besiegt den Tabellenzweiten, der davor neun Siege in Folge gefeiert hat! Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung gewann die Truppe von Trainer John Sicinski mit 2:1 und schnappte sich damit auch ein Sechs-Punkte-Wochenende.

Henriquez bei der U20-Nationalmannschaft

Baindl, Daxlberger, Philipp Lode und Michael Gottwald sowie Thomas März hatten ja schon am Freitag in Landsberg gefehlt, diesmal gesellten sich auch noch Henriquez und Sebastian Stanik hinzu. Der in Landsberg überragende Henriquez weilt im WM-Vorbereitungscamp der deutschen U20-Nationalmannschaft in Füssen, Stanik hatte sich im Freitagspiel in der Schlussphase am Fuß verletzt. Dafür gab es auch wieder Premieren von Spielern aus dem DNL-Team, diesmal waren Marc Bosecker und Florian Heiß erstmalig dabei. Sicinski warf die jungen Spieler rein – und wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil! „Die haben alles sehr gut umgesetzt“, lobte der Rosenheimer Trainer.

Rosenheims Neuzugang Timo Bakos scheitert mit dieser guten Gelegenheit am bärenstarken Selber Torhüter Florian Mnich.Ziegler

Klar war Selb aufgrund der Personallage und mit der Serie im Rücken Favorit. „Wir sind aber nicht so in Tritt gekommen“, musste Wölfe-Trainer Herbert Hohenberger konstatieren, legte aber gleich sein Lob nach: „Das liegt auch am Gegner.“ Rosenheim war schnell, agil und einsatzfreudig. „Wir haben Schüsse geblockt, Checks zu Ende gefahren und Selb das Leben schwer gemacht“, war Sicinski begeistert. Und so entwickelte sich ein weiteres hochintensives und begeisterndes Spiel im Rofa-Stadion – ähnlich wie gegen Riessersee, aber doch anders: Gab es gegen die Garmischer ein Offensivspektakel mit zehn Toren in der regulären Spielzeit, so war das Match gegen Selb geprägt von Kampfgeist, Einsatzfreude und teils krachenden Checks, die von der Rosenheimer Bank und den verletzten Spielern auf der Tribüne kräftig mit Applaus bedacht wurden.

Beide Torhüter sehr stark

Und so war es kein Wunder, dass diesmal weniger Tore fielen – was aber auch an den starken Torhütern Andi Mechel und Florian Mnich lag. Und es war nicht gerade überraschend, dass eine junge Sturmreihe für die Rosenheimer Führung sorgte: Der Schuss von Yannick Bauer blieb noch in der Selber Defensive hängen, der Nachschuss gehörte Kilian Steinmann, der sein zweites Saisontor markierte.

54 Sekunden zwischen Ausgleich und Siegtor

Im letzten Drittel wurde Selb dann dominanter, die jungen Rosenheimer bekamen die Intensität doch zu spüren. Und als Lukas Slavetinsky nach einem Rückpass zum Ausgleich traf, schien sich das Momentum auf die Selber Seite zu bewegen. Aber nur 54 Sekunden später fälschte Kyle Gibbons einen Schlenzer von Florian Krumpe zum umjubelten 2:1 ab. Und Sicinski stellte zufrieden fest: „Solche Siege sind die schönsten.“

Spielstatistik

Starbulls Rosenheim – Selber Wölfe 2:1 (0:0, 1:0, 1:1).

Starbulls: Mechel (Stettmer) – Vollmayer, Krumpe; Kolb, Schütt, Dietrich, Draxinger – Meier, Bakos, Höller; Slezak, Leinweber, Gibbons; Steinmann, Beck, Maierhofer; Bosecker, Bauer, Heidenreich; Heiß. Tore: 1:0 (34.) Steinmann/Bauer, Maierhofer, 1:1 (53.) Slavetinsky/Gare, Miglio, 2:1 (54.) Gibbons/Leinweber, Krumpe; Schiedsrichter: Flad; Strafminuten: Rosenheim 8, Selb 6.

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