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Bei einem Testspiel von Wasserburg II

Wie Ronja Taubmann aus Wasserburg in einem Männerteam Fußball-Geschichte schrieb

Torschützin Ronja Taubmann (vorne) und die Mannschaft des TSV Wasserburg II nach dem Spiel.
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Ronja Taubmann (vorne) und die Mannschaft des TSV Wasserburg II nach dem Spiel.

Messi, Ronaldo oder auch Gerd Müller: All diese Fußballer haben bereits Fußball-Geschichte geschrieben. Unter diese bekannten Namen mischt sich nun auch Ronja Taubmann vom TSV Wasserburg.

Eggstätt/Wasserburg – Im Jahr 2003 wollte der AC Perugia Weltmeisterin Birgit Prinz in die italienische Serie A holen. Die Stürmerin lehnte das Angebot ab, Präsident Luciano Gaucci wurde für seine Idee belächelt und in Bayern wäre Derartiges ohnehin nicht möglich gewesen. 19 Jahre später eröffnet eine Entscheidung des 26. Ordentlichen Verbandstags des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) ganz neue Möglichkeiten. Seither dürfen Frauen auf Antrag bei den Herren Spiele bestreiten. Zwei Wochen nach der Premiere zweier Damen in der Oberpfalz sorgte Ronja Taubmann vom TSV 1880 Wasserburg nun für den ersten Treffer einer Frau im Spielkreis Inn/Salzach und damit augenscheinlich auch in Bayern.

Geschichte in Eggstätt

Taubmann wurde beim Testspiel der Löwen-Reserve in Eggstätt eingewechselt und traf in der 82. Minute zum 2:2. Auf einem Dorfplatz ereignete sich somit Geschichte. Ihre Mitspieler feierten die Premierentorschützin so, als ob sie das Siegtor für die Damen-Nationalmannschaft in Wembley geschossen hätte. Die Heldin des Tages war nach ihrem Tor überglücklich und vor allem eines: dankbar. Ihre Gefühlswelt nach dem Treffer beschrieb die Pionierin so: „Ich empfinde Dankbarkeit für dieses Team. Dieses Spiel hat gezeigt, was für eine unglaubliche Mannschaft der TSV 1880 Wasserburg II ist“.

Mit den Herren der Löwen-Reserve hat die 24-Jährige eine innige Verbindung. Dabei war Taubmann nach eigener Auskunft zu Beginn „sehr nervös“. Dies legte sich aber schnell, denn sie wurde von Anfang an sehr gut aufgenommen und war sofort akzeptiert und integriert. Zwei Jahre trainierte die begeisterte Fußballerin, die es aufgrund ihrer Ausbildung von Karlsfeld nach Wasserburg verschlagen hatte, mit der Kreisklassen-Reserve der Löwen.

Erst Eggstätt, danh Peru

Eine Fortsetzung dieser Bilderbuchgeschichte wird es vorerst nicht geben, denn Taubmann geht nun für ein Jahr nach Lima, um dort in einem Therapiezentrum für Kinder mit motorischen und kognitiven Einschränkungen als Physiotherapeutin zu arbeiten. Das Spiel in Eggstätt war somit ihr Abschiedsspiel. Die Idee, dass es ein solches wurde, kam von Taubmanns Mitspielern.

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