BOGENSCHÜTZEN AUF MEDAILLENJAGD

Bauer besiegte die Olympia-Zweite

Deutsche Meister:Peter Weyerer und Katharina Bauer von der BSG Raubling.
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Deutsche Meister:Peter Weyerer und Katharina Bauer von der BSG Raubling.

Die Bogenschützen aus dem Schützengau Rosenheim haben bei der deutschen Meisterschaft im Freien in München erfolgreich Jagd auf Edelmetall gemacht. Gleich zwei Goldmedaillen holten sie in die Region. Katharina Bauer gewann dabei gegen die Silbermedaillengewinnerin von Rio, Lisa Unruh, und Peter Weyerer siegte in seiner Klasse mit großem Vorsprung.

Die Bogenschützen aus dem Schützengau Rosenheim sind inzwischen nicht nur in Bayern, sondern auch in ganz Deutschland gefürchtet. Besonders die Vereine SV Pang und BSG Raubling leisten hier eine sehr erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Die zehn einheimischen Schützen konnten sich im breiten Teilnehmerfeld hervorragend behaupten. Nach der Qulifikation über die jeweiligen Landesmeisterschaften wurden insgesamt 676 Schützinnen und Schützen zugelassen. Verteilt auf 19 Klassen kämpften sie beim PSV München um die Plätze.

Die größte Sensation gelang dabei der Raublingerin Katharina Bauer. Die 20-Jährige musste zum ersten Mal in der Damenklasse antreten. Im ersten Qualifikationsdurchgang leistete sie sich einen Fehlschuss, sodass sie sich dann erst vom 14. Rang wieder in die vorderen Plätze schießen musste. In einer stetigen Aufholjagd schaffte es die Nationalkaderschützin mit 608 Ringen doch noch den sechsten Rang zu erreichen. Für das Finaleschießen im K.o.-System war das allerdings eine sehr gute Ausgangssituation. Im Achtelfinale stieß Bauer dann zuerst auf die Gewinnerin der deutschen Meisterschaft in der Halle, Dr. Ute von Schilling. Mit einem 6:4 ebnete sich die junge Raublingerin den Weg ins Viertelfinale. Dieses Match erinnerte an die bayerische Meisterschaft. Gegnerin Veronika Haidn-Tschalova aus Tacherting hatte auch diesmal kein Chance und so zog Katharina Bauer ebenfalls mit 6:4 ins Halbfinale ein. Den Kampf um den Einzug ins Finale konnte die Hallen-Junioren-Europameiste rin von 2015 gegen Andrea Kreipe aus Wattenbüttel mit 6:2 für sich entscheiden.

Das Finale wurde zum härtesten Kampf, den sich die Raublingerin in ihren elf Jahren Bogensport stellen musste. Es galt dabei, die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio zu bezwingen. Die Berlinerin Lisa Unruh ist die erste deutsche Schützin, die bei Olympischen Spielen für Deutschland eine Medaille im Einzelwettbewerb gewinnen konnte. Bauer nahm ihren ganzen Mut zusammen und gab alles. Sie ging auch gleich mit 2:0 in Führung. Die zweite und dritte Passe gingen allerdings an Lisa Unruh. Den 2:4-Rückstand konnte Katharina Bauer dann aber ausgleichen, so dass es mit einem 4:4 zu einer weiteren Passe mit drei Pfeilen kam. Die Nerven lagen inzwischen nicht nur bei den beiden Schützinnen sondern auch beim Publikum blank. Bauer konnte sich mit 28:26 Ringen die zwei weiteren Punkte zum Sieg erkämpfen und Lisa Unruh auf den zweiten Platz verweisen.

In der Alterskasse Compound Herren konnte Peter Weyerer seine überragende Saisonleistung vergolden. Bereits nach der dritten von zwölf Passen führte der aus Aschau stammende Schütze das Teilnehmerfeld an. Mit insgesamt 684 Ringe von 720 möglichen konnte der Raublinger mit vier Ringen Vorsprung auf Horst Spieß aus Fürth gewinnen. Dieser Vorsprung ist in dieser Klasse eine enorme Leistung.

Bei den Junioren, das sind die Jahrgänge 1996 bis 1998, konnte sich der Aisinger Florian Babl in seinem ersten Jahr in dieser Altersklasse mit hervorragenden 622 Ringen für das Achtelfinale qualifizieren. Dort traf er auf Christoph Breitbach (BSC Vorgebirge), der als Neuntplatzierter die gleiche Ringzahl, jedoch zwei Zehner weniger auf dem Ergebniszettel stehen hatte. Den ersten „Matchball“ für Breitbach konnte Babl noch abwehren und auf 4:4 ausgleichen. Im letzten Match jedoch zog der bereits international für den Deutschen Schützenbund eingesetzte Breitbach sein Ding mit 27 Ringen durch, für Babl standen 22 auf der Anzeigetafel und so ging diese Finalrunde mit 6:4 an den Westfalen, der sich im weiteren Verlauf den dritten Platz dieser DM holte.

Die drei Raublinger Junioren, Stefan Gulden, Benedikt Schwarzer und Simon Sailer konnten mit ihren Einzelergebnissen insgesamt 1673 Ringe erzielen. Als beste bayerische Mannschaft landeten sie auf dem fünften Platz. In der Einzelwertung verpasste Stefan Gulden mit 586 Ringen auf Platz 17 nur knapp den Einzug ins Finale. Benedikt Schwarzer belegte den 21. Platz mit 570 Ringen. Simon Seiler landete mit 517 Ringen auf Platz 27.

In der weiblichen Juniorenklasse waren mit Katharina Raab (BSV Pfaffenhausen) und Franziska Bachl (Pang) die bayerische Landesmeisterin und ihre „Vize“ qualifiziert. Bachl schoss mit 512 Ringen den Schnitt ihrer diesjährigen Saisonleistungen und qualifizierte sich fürs Finale. Gegen Milena Ziegler (SV Dornhan) war hier jedoch in der ersten Runde mit 1:7 Schluss.

Erstmals bei diesen deutschen Meisterschaften im offiziellen Programm war die Klasse „Blankbogen“ mit 29 Teilnehmern stark besetzt. Hier belegten die beiden Teilnehmer aus Rosenheim, Johannes Stoiber (SB/DJK Rosenheim) mit 543 und Fritz Sellmaier (Pang) mit 478 Ringen die Plätze 13 beziehungsweise 26.

Die Damen-Altersklasse Recurvebogen war mit 37 Teilnehmerinnen ebenfalls zahlreich besetzt. Hier konnte sich Angela Schneider aus Bruckmühl mit 572 Ringen auf dem 15. Platz einreihen. re

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