Basketballtrainer Luis Prantl: Blutjung, ehrgeizig und große Ziele vor Augen

Engagiert am Spielfeldrand:Basketballtrainer Luis Prantl bei einem Spiel mit Rosenheim.

Ein deutscher Meistertitel, zweimal deutscher Vizemeister, zwei deutsche Pokalsiege und das erstmalige Erreichen der Play-offs einer Bayreuther Mannschaft in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga – all das sind große Erfolge, auf die Luis Prantl bereits zurückblicken kann. Er ist mit 19 Jahren der wohl jüngste Trainer Deutschlands, der hauptberuflich für einen Bundesligisten gearbeitet hat.

Rosenheim– Während der Saison 2018/19 war er beim fränkischen Erstligisten medi Bayreuth unter Vertrag und erhielt gleichzeitig ein Stipendium der Basketball-Bundesliga als einer der sieben besten Nachwuchstrainer Deutschlands. Aktuell ist er Coach der U16 männlich vom SB/DJK Rosenheim in der Bayernliga Trainer der männlichen Oberbayernauswahl des Bayerischen Basketball-Verbands.

Wie kam der plötzliche Wechsel nach Rosenheim zustande?

Das ging alles relativ schnell. Ich bat im August letzten Jahres um Auflösung meines Vertrages in Bayreuth. Die Gründe werde ich allerdings nicht nennen, der Club und ich haben uns auf Stillschweigen geeinigt. Ich möchte allerdings betonen, dass wir im Guten auseinandergegangen sind. Dann ging’s ziemlich schnell. Ich hatte Kontakt mit Rosenheims Abteilungsleiter Chris Hlatky und wir haben über ein mögliches Engagement gesprochen. Da ich die Strukturen sowie die Coaches des Vereins bereits kannte, waren keine großen Gespräche nötig.

Sie die Mannschaft vergrößert und Spieler nach Rosenheim gelockt – das ist im Basketball-Jugendbereich eher unüblich.

Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir unsere Ziele in dieser Saison sehr hochstecken wollen. Das große Ziel war der Gewinn des Deutschen U16-Pokals. Uns war allerdings auch klar, dass wir hierfür noch Verstärkung gebrauchen könnten. Glücklicherweise konnte ich auf mein basketballerisches Netzwerk zurückgreifen und vier Talente zu uns holen. Mit Christian Biebl haben wir uns auf der Position des Assistenztrainers verstärkt. Bei 19 Jungs sind drei Coaches in meinen Augen sehr sinnvoll.

Es gab aber nur eine gemeldete Mannschaft im Spielbetrieb. Da blieb für den ein oder anderen wenig bis gar keine Spielzeit...

Das ist richtig und mag für den ein oder anderen Außenstehenden bestimmt auch unfair klingen, jedoch war dies von Anfang an klar kommuniziert. Mit einer Art Kooperation mit dem ASV Rott haben wir es geschafft, dass alle Jungs genügend Spielzeit erhalten. Mir war auch immer wichtig, dass wir vor allem bei Heimspielen alle Jungs dabei haben. Ich werde das Rückspiel beim FC Bayern nie vergessen, wir waren als komplettes Team mit 19 Spielern angereist. Der Sieg zeigt uns, wie wichtig alle Teile des Teams sind – als Kollektiv haben wir die Bayern zwei Mal in dieser Saison geschlagen.

Kurz vor der Meisterschaft wurde das Saisonende bekannt gegeben. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Das ist natürlich sehr frustrierend für alle. Wir haben sechs Monate hart gearbeitet und waren heiß auf die entscheidende Phase. Dass kurz vor Beginn alles abgeblasen wurde, war ärgerlich, aber in meinen Augen vernünftig. Mir ist wichtig, dass wir auch jetzt viel in Kontakt bleiben. Die Jungs bereiten in Gruppenreferaten verschiedene Themen vor, die sie in Form von Videomeetings der Mannschaft vorstellen.

Wie geht’s weiter?

Am liebsten morgen in der Halle unter gewohnten Umständen – ich vermisse die Arbeit mit den Jungs und meinen Assistenztrainern Johannes Raab und Christian Biebl.

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