Ballverlust - Konter - Tor

Danijel Majdancevic erzielte den Anschlusstreffer für die Sechziger in Schwabmünchen.
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Danijel Majdancevic erzielte den Anschlusstreffer für die Sechziger in Schwabmünchen.

Ballverlust - Konter - Tor: Von dieser Dreifachkombination werden Rosenheims Bayernligakicker diese Nacht wohl träumen. Denn genau diese Reihenfolge spulte der TSV Schwabmünchen zweimal par excellence ab und erledigte damit die Innstädter mit 2:1.

Auf der sommerlichen Zielgerade begann die Begegnung bei perfektem Fußballwetter mit einer tonangebenden Gästemannschaft von der Mangfall. Sehenswerte Kombinationen und auch Einzelaktionen machten die Kräfteverhältnisse zu Beginn recht deutlich. Den spielerischen Part hatten die Rosenheimer inne. Während die Schwabmünchner lauerten. Auf Fehler der Rosenheimer, um anschließend mit pfeilschnell vorgetragenen Kontern vor das Gehäuse von Dominik Süßmaier zu kommen. So wie in der 20. Spielminute. Nach einem Fehler in Sechzigs Spielaufbau schnappte sich ein Schwabmünchner den Ball, berührte zweimal kurz das Leder und zog sofort ab. Sogar aus 45 Metern. Der Versuch ging jedoch um Haaresbreite am Pfosten vorbei.

Nach knapp einer halben Stunde folgte dann der Paukenschlag: Süßmaier bediente mit einem weitem Abschlag Josip Tomic mustergültig, welcher von einem Stellungsfehler der Schwabmünchener Hintermannschaft profitierte und Richtung Führungstreffer zusteuerte. Als ihm kurz vor dem Torschuss ein Gegenspieler in die Haken lief und Tomic zum Straucheln brachte, entschied der Unparteiische auf Freistoß und rote Karte für Schwabmünchens Verteidiger Lucas Kusterer. Rosenheim spielte also fortan in Überzahl. Und das bei tropischen Temperaturen.

Elferpfiff blieb aus

Wenig später drang Danijel Majdancevic in den Schwabmünchner Strafraum und wurde unsanft von den Beinen geholt. Doch dieses Mal blieb zum Entsetzen der Rosenheimer Spieler und Trainer die Pfeife stumm. Bis zum Seitenwechsel kontrollierten Peltrams Schützlinge das Geschehen, ohne jedoch in Überzahl für Torgefahr sorgen zu können.

Nach dem Seitenwechsel folgte dann der Bruch im Rosenheimer Spiel. Es schlichen sich kleine Fehler ein. Unzulänglichkeiten, auf die das Schwabmünchener Spielsystem ausgerichtet war. So wie beim Ballverlust - Konter - Tor, der Ersten: Rosenheims Defensivverbund brachte einen langen Ball nicht unter Kontrolle, ein Pass durch die Gasse und schon stand es 1:0. Daniel Raffler war der Torschütze.

Fast identischer Fehler

Doch anstatt sich wieder Sicherheit im Passspiel zurückzuholen, folgte der zweite Blackout. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß aus aussichtsreicher Position, verloren die Innstädter das Leder und die "wilde Fahrt" ging erneut in Richtung Rosenheimer Gehäuse. Einmal quer gespielt und flach vollendet. Beinahe eine Kopie des Führungstreffers. Diesmal traf Andreas Ludwig.

Danach folgten wütende Angriffe der Rosenheimer, die jedoch allesamt an der aufoperungsvoll kämpfenden Schwabmünchner Defensive hängen blieben. Fünf Minuten vor dem Abpfiff keimte nochmals Hoffnung auf im Rosenheimer Lager. Danijel Majdancevic spitzelte nach einer Köhler-Flanke das Spielgerät unter die Latte.

Das Spiel erreichte seinen emotionalen Höhepunkt, als sich Kapitän Christoph Wallner nach einer verbalen Entgleisung die gelb-rote Karte abholte. Da auch die fünfminütige Nachspielzeit nichts mehr Zählbares für den TSV 1860 brachte blieb es bei einer unnötigen, aber aufgrund des 60-minütigen Schwabmünchner Kampfes in Unterzahl nicht unverdienten Niederlage.

Für Peltram lieferte dieses Spiel ferner die Erkenntnis, dass seine Elf bei tiefstehenden Gegnern, die auf schnelle Gegenangriffe ausgerichtet sind, noch ordentlichen Verbesserungsbedarf besteht.

TSV 1860 Rosenheim: Süßmaier, Weber (ab 74. Marinkovic), Christoph Wallner, Maier, Köhler, Maurer, Shabani (ab 57. Markus Wallner), Tomic, Linner (ab 50. Obermair), Majdancevic, Zottl.

Schiedsrichter: Rank (FC Eintracht München).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 (52.) Raffler, 0:2 (57.) Ludwig, 1:2 (81.) Majdancevic.

Besonderheiten: Rote Karte für Schwabmünchens Kusterer (32.), Gelb-Rote Karte für Christoph Wallner (83.). mpo

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