FUSSBALL-BAYERNLIGA SÜD

Auswärts beim „Metzger“

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Jetzt zählt es für den TSV 1860 Rosenheim und seine Bayernliga–Truppe: Am heutigen Samstag trifft die Seidel-Truppe im Auswärtsspiel auf den TSV Bogen. Wie gesagt – auf dem Papier.

Anpfiff der Partie ist um 16 Uhr. Auf dem Blatt könnte die Partie eigentlich eine klare Angelegenheit sein: Rosenheim, derzeit Tabellenvierter, mit einem tollen Lauf im Rücken gegen den Tabellenvorletzten aus Bogen.

Denn womöglich erwartet die Sechziger eine der schwierigsten und härtesten Begegnungen der Saison. Anders als in der Vorwoche gegen Sonthofen wird in dieser Begegnung der Gegner nicht gewillt sein, ein schönes und anspruchsvolles Fußballspiel zu bestreiten. Für die Niederbayern geht es an diesem Wochenende bereits um alles. Diese Saison kann für sie nur unter dem Attribut Desaster kategorisiert werden. Ein Desaster ohne Ansage, denn der TSV konnte seinen Kader, der im vergangenen Jahr den vierten Tabellenplatz in der Endabrechnung erreichte, weitestgehend zusammenhalten.

Punktuell konnte der Kader mit Transfers sogar noch verstärkt werden. Man bediente sich wie bereits in den Jahren zuvor vom nahegelegenen Regensburg. Für die Rautenstädter war eine sichere Saison eigentlich vorprogrammiert. Mit Trozenko im Tor, Kapitän Rainer in der Innenverteidigung, Ex-Profi Marco Jordan im zentralen Mittelfeld und Ex–Jahn-Spieler Nico Beigang verfügt das Team immerhin über geballte Manpower. Doch in dieser Spielzeit ist von Anfang an der Wurm drin. Verletzungen, leichte Unruhen und unglückliche Niederlagen manifestierten sich nun in der Tabellensituation. Bogen ist Vorletzter. Und steht mit dem Rücken zur Wand. Warum wird es nun das schwerste Spiel für die Jungen Sechziger? Eben weil das Team von Andreas Wagner alles Erdenkliche in dieses Heimspiel legen muss und höchstwahrscheinlich mit dem Messer zwischen den Zähnen auf den Platz gehen wird. Für Rainer und Co. geht es schlichtweg ums Überleben in der Bayernliga Süd.

Den jungen Sechzigern wird ein ganz harter und robuster Wind um die Ohren wehen in Bogen. Ein Spielfluss wird wohl eher weniger zu erwarten sein. Leidenschaft und Kampf um jeden Zentimeter des Spielfeldes schon eher. Und dass die Bogener im heimischen Stadion kämpfen können, wissen die Rosenheimer noch aus der vergangenen Saison. Damals wurde Egehan Caner mit dem Krankenwagen abtransportiert. Personell geht Trainer Klaus Seidel mit einem beinahe kompletten Kader in dieses Wochenende. Nur eben jener Caner muss mit einer Virusinfektion passen, Schreffl und Maurer fehlen aufgrund langwieriger Knie- und Fußverletzungen. Die Favoritenrolle ist dennoch klar verteilt. Wagner, Bogens Trainer, sieht Rosenheim derzeit gar als bestes Team der Liga und das seine Farben nur mit einem Sahnetag bestünden können. Teammanager Hans-Jörg Kroneck gibt drei Punkte als Ziel vor, wenngleich ihm die schwere dieser Aufgabe bewusst ist. Bogens Kapitän wird im Team übrigens ‚Metzger‘ gerufen. Das ist wohl Information genug über die körperliche Robustheit. mpo

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