TISCHTENNISTALENTE AUS DER REGION

Ausgezogen um durchzustarten: Felix Wetzel und Mike Hollo versuchen ihr Glück im Profibereich

Der Ex-Rosenheimer Felix Wetzel spielt nun für den österreichischen Tischtennis-Verband.Erlich
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Der Ex-Rosenheimer Felix Wetzel spielt nun für den österreichischen Tischtennis-Verband.Erlich

Felix Wetzel und Mike Hollo begannen ihre Tischtenniskarriere in heimischen Gefilden. Seit letzter Saison versuchen sie weiter auf sich aufmerksam zu machen. Den 18-jährigen Wetzel hat es dabei nach Österreich verschlagen, der 17-jährige Mike Hollo spielöt in der 2. Bundesliga bei Saarbrücken.

Bad Aibling– Vom Amateur- in den Profibereich zu wechseln ist ein Sprung, den nicht jeder schafft. Auch aus der heimischen Tischtennisszene haben bisher nur wenige Akteure diesen Weg erfolgreich beschritten. Mit Felix Wetzel und Mike Hollo versuchen seit geraumer Zeit zwei Youngster, dieses Abenteuer erfolgreich zu gestalten.

Mike Hollo, der im Jugendbereich für den SV Riedering spielt, steht bei Zweitligist 1. FC Saarbrücken unter Vertrag.

Chantal Mantz schaffte es bis ins Nationalteam

Vor einigen Jahren hat es schon einmal solche Beispiele gegeben: Damals war es Chantal Mantz, die das Tischtennisspielen beim ASV Grassau erlernte und ihre Karriere dann beim SV-DJK Kolbermoor startete. Wesentlichen Anteil daran hatte Trainer Zsolt Hollo, der sie behutsam an höhere Aufgaben heranführte. Heute spielt die 24-Jährige, die nach Stationen in Schwabhausen und Berlin zwischenzeitlich beim französischen Erstligisten Les Chesnay unter Vertrag stand und am 1. November 2016 ihr erstes Länderspiel bei den Damen absolvierte, in der Bundesliga bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim.

Philipp Floritz spielte in der Bundesliga

Ein ähnliches Beispiel ist Philipp Floritz: Der 29-Jährige, der lange Zeit in Kolbermoor wohnte, begann seine Karriere in Birkland beziehungsweise Schongau. Danach wechselte er zum SB/DJK Rosenheim und später zum TV Hilpoltstein. Nach Stationen beim damaligen Erstligisten SV Plüderhausen beziehungsweise TTC Fulda-Maberzell sowie einem zwischenzeitlichen Engagement beim TSV Ansbach und TuS Celle hat er seine Zelte seit einiger Zeit beim Drittligisten Hertha BSC Berlin aufgeschlagen. Floritz bestritt sechs Länderspiele und war wegen fehlender Perspektiven international auch für Bulgarien im Einsatz.

Hohe Dichte an Topspielern in Deutschland

Nun gibt es mit Felix Wetzel und Mike Hollo zwei weitere Akteure, die ihre Karriere in heimischen Gefilden begannen und seit letzter Saison versuchen, weiter auf sich aufmerksam zu machen. Den 18-jährigen Wetzel hat es dabei nach Österreich verschlagen. Der ehemalige SBR-Spieler stand schon lange auf dem Zettel diverser Vereine, weshalb er auch ein Engagement beim FC Bayern München hatte. Vor zwei Jahren wechselte er dann zum österreichischen Bundesligisten TTC Wiener Neustadt. Der Schritt lag auf der Hand, denn die hohe Dichte an Topspielern in Deutschland macht es Talenten schwer, internationale Einsätze zu bekommen. In Österreich traf Wetzel dann auf den ehemaligen Weltklasse-Spieler Werner Schlager, der ihn als Mentor unterstützt. In Niederösterreich trainiert er im Team mit dem Tschechen Thomas Konecny oder dem mehrfachen lateinamerikanischen Meister Andy Perreira.

Wetzel wechselte sogar die Staatsbürgerschaft

Der 18-Jährige, dessen Stärke die Vorhand ist, der sich aber auf der Rückhand deutlich verbessern konnte, hat sehr schnell gemerkt, dass er mit der Konkurrenz mithalten kann. In dieser Spielzeit hat er schon für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Weil ihn der Präsident des österreichischen Tischtennis-Verbandes darauf angesprochen hat, für Österreich zu spielen, wechselte Wetzel die Staatsbürgerschaft und zählt nun zum erweiterten Kreis der Herren-Nationalmannschaft, auch wenn er aufgrund diverser internationaler Vorgaben der Verbände noch nicht an Europa- oder Weltmeisterschaften teilnehmen darf.

Vor fast genau elf Jahren im Januar 2010: Mike Hollo konnte mit fünf Jahren gerade mal über die Platte schauen, aber das Talent war klar zu erkennen.

In der Weltrangliste die Nummer drei der U15-Schüler

Durch seinen Sponsor, dessen Hauptsitz in der saarländischen Landeshauptstadt ist, kam der Kontakt zwischen Mike Hollo und dem 1. FC Saarbrücken zustande. Das seit Ende Januar 17-jährige Talent, das zuletzt in der Verbandsoberliga für den SV- DJK Kolbermoor spielte und im Jugendbereich noch auf der Vereinsmeldung des SV Riedering steht, fiel schon vor langer Zeit durch seine starken Leistungen auf. Unter anderem wurde Hollo deutscher Schüler-Meister, gewann das Top-12-Bundesranglistenturnier und war im vergangenen Jahr in der Weltrangliste die Nummer drei der U15-Schüler. Deshalb war es auch naheliegend, eine neue Herausforderung anzunehmen. Vor zwei Jahren zog der 16-Jährige aus, um sein Glück in Saarbrücken zu versuchen, das in der zweiten Bundesliga als Achtplatzierter derzeit um den Klassenerhalt kämpft.

Lehrgänge, Turniere, Trainingseinheiten

In seiner Auftaktsaison im Saarland brachte er es bei zehn Spielen auf eine Bilanz von vier Siegen sowie sechs Niederlagen. In dieser Saison lief es in vier Spielen nicht ganz so gut: Er gewann nur eine Begegnung.

Die Chancen stehen gut, dass er für längere Zeit in der saarländischen Hauptstadt bleibt. Etwa die Hälfte der Zeit trainiert er in Saarbrücken mit Spielern der ersten und zweiten Mannschaft sowie Akteuren anderer Bundesligavereine. Die übrige Zeit verbringt er bei Lehrgängen, Turnieren oder auch bei Trainingseinheiten im Topspin-Center in Bad Aibling. Sein nächstes Ziel: In der Weltrangliste weiter nach oben klettern.

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