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Ice-Cross-Skater war verletzt

Auf Schlittschuhen die Eispiste runter: Rosenheimer Luca Engler ist bester Deutscher

Comeback im letzten Rennen: Der Rosenheimer Luca Engler (2. von rechts) beim Start auf der Seiser-Alm-Bahn.
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Comeback im letzten Rennen: Der Rosenheimer Luca Engler (2. von rechts) beim Start auf der Seiser-Alm-Bahn.

Der Rosenheimer Luca Engler ist Deutschlands bester Ice-Cross-Skater. Sein größter Traum: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Noch ist Ice-Cross-Downhill nicht olympisch, doch der Rosenheimer ist zuversichtlich.

Rosenheim – „Die Verletzung hat mich stark zurückgeworfen“, fasst Luca Engler seine Saison zusammen. Der 24-jährige Rosenheimer konnte in der gerade zu Ende gegangenen Ice-Cross-Downhill-Saison nur zwei von sechs Rennen bestreiten. Grund dafür war ein gebrochener Finger, den er sich bereits im ersten Saisonrennen im österreichischen Judenburg zugezogen hat. Sein Comeback konnte er erst wieder im letzten Saisonrennen auf der Seiser-Alm-Bahn in Italien geben.

Nicht zufrieden mit den Ergebnissen

Trotz der Verletzungspause fuhr Engler zwei starke Saisonergebnisse ein: den fünften Platz zum Auftakt in Judenburg und den vierten Platz bei der Rückkehr auf der Seiser Alm. In der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft erreichte er als bester Deutscher in der Europa-Division immerhin den 15. Platz. Zufrieden ist der Rosenheimer mit seinen Saisonergebnissen allerdings nicht: „Ich bin sehr ehrgeizig. Ich bin zwei konstante Rennen gefahren, will aber noch weiter nach vorne.“ Die Schuld, wieso es zweimal knapp nicht zu einem Podium gereicht hat, sucht Engler auch bei sich selbst: „Ich habe im falschen Moment die falschen Entscheidungen getroffen.“

Ein weiteres Erfolgsrezept: Mentaltraining

Während seiner vierwöchigen Verletzungspause konnte Engler dennoch trainieren. Vor allem der Unterkörper und der Rumpf standen in dieser Zeit bei ihm auf dem Plan, nur seinen Finger musste er dabei schonen. Therapiert hat sich der ausgebildete Physiotherapeut übrigens selbst: „Mein Beruf hilft mir natürlich sehr. Ich kenne meine eigenen Grenzen in- und auswendig und kann meine Trainingspläne selbst erstellen. Auch meinen Finger konnte ich deshalb, so weit wie möglich, selbst therapieren.“ Neben dem körperlichen Training hat er noch ein weiteres Erfolgsrezept: Mentaltraining! „Ich meditiere sehr viel, das hilft mir den Kopf freizubekommen. Vor allem nach der Verletzung hat es mir geholfen, Stress zu minimieren und so den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen.“

Die Saison ist für Engler zwar vorbei, doch jetzt startet für den Rosenheimer das Sommertraining. Hier muss er kreativ werden, denn es gibt keine Möglichkeit, auf Eis zu trainieren: „Ich trainiere dreimal die Woche auf Roller- oder Offroadskates auf Pumptracks. Dazu kommt mehrmals in der Woche Krafttraining.“ Dass es keine Eisbahnen im Sommer gibt, soll sich in Zukunft ändern: „Wir sind in Gesprächen über eigene Anlagen in Deutschland, es gibt aber noch nichts Konkretes zu vermelden.“

„Ice-Cross hat sich gut etabliert“

Dass die Trainingsmöglichkeiten nicht optimal sind, hängt trotz positiver Entwicklung hauptsächlich mit dem Bekanntheitsgrad der Sportart zusammen: „Ice-Cross hat sich gut etabliert, muss aber weiter gefördert werden, vor allem der Nachwuchs“, wünscht sich Engler. „Nur so wird der Sport bekannter und generiert mehr Einnahmen.“

Hoch hinaus: Luca Engler (links) in einer Flugphase beim letzten Rennen.

Er selbst geht als gutes Vorbild voran, setzt sich verstärkt für den Nachwuchs ein und hat auch bereits zwei junge Fahrer unter seiner Betreuung. Auch die Austragung von Nachwuchswettbewerben steht auf seinem Plan, möglichst auch in Rosenheim. Ein weiteres Anliegen des 24-Jährigen wäre ein eigener Pumptrack in Rosenheim: „Kinder und Jugendliche könnten dort mit Inlineskates oder einem BMX-Rad rumfahren und so wieder mehr Zeit draußen verbringen. Auch ich könnte darauf trainieren.“

Ein Traum: Olympische Spiele

Der größte Traum für ihn persönlich ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen. Noch ist Ice-Cross-Downhill nicht olympisch, doch der Rosenheimer ist zuversichtlich, dass sich das ändern könnte: „Es ist schon länger im Gespräch. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!“

Seine Konzentration liegt allerdings zuerst auf der nächsten Weltcup-Saison. Noch ist unklar, wie die Saison ablaufen wird, Engler selbst hat aber Wünsche und auch schon Ziele für den nächsten Winter: „Wir hoffen alle, dass Corona eine reguläre Saison mit vielen Rennen zulässt, sodass wir Sportler mehr Möglichkeiten haben, auf uns aufmerksam zu machen. Mein Ziel ist es, weit vorne zu stehen. Auch ein Sieg ist immer in meinem Hinterkopf, ich möchte aber deshalb nicht verkrampfen. Denn Spaß ist weiter der größte Faktor!“

Eine extreme Wintersportart

Ice-Cross Downhill ist eine extreme Wintersportart, die seit 2001 existiert. Die Athleten müssen auf Schlittschuhen eine Eispiste, welche Steilkurven und Sprünge enthält, hinunterfahren. Seit 2010 wird jährlich eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Dabei werden bis zu 15 Rennen gefahren, coronabedingt waren es in der vergangenen Saison nur sechs. Die Rennen starten mit Qualifikations-Zeitläufen. Die schnellsten 64 Läufer kämpfen dann in Vierergruppen, bei denen jeweils die besten zwei in die nächste Runde einziehen, um den Sieg.

Bei jedem Rennen geht es um Punkte, die in eine Gesamtwertung einfließen. Die Athleten sind in Divisionen eingeteilt, die separate Wettkämpfe bestreiten: Europa, Russland und USA. Zum Ende der Saison gibt es ein großes Abschlussrennen, bei dem die besten Athleten aus den drei Ligen gegeneinander antreten. Danach steht der Weltmeister fest.

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