Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Flintsbacher Kombinierer in Form

Auf eigenen Wegen zu alter Stärke: Warum Jakob Lange an sein körperliches Limit geht

Trotz überwiegend privat organisiertem Sprungtraining zeigt sich Jakob Lange beim Springen bisher stark verbessert.
+
Trotz überwiegend privat organisiertem Sprungtraining zeigt sich Jakob Lange beim Springen bisher stark verbessert.
  • VonPetra Rapp
    schließen

Jakob Lange greift noch einmal an. Nach den starken Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften will sich der Nordische Kombinierer aus Flintsbach auch im Weltcup etablieren. Für den Start ist er allerdings nicht nominiert.

Flintsbach – Am kommenden Wochenende starten die Nordischen Kombinierer im finnischen Kuusamo in die neue Weltcupsaison. Im DSV-Team werden vom deutschen A-Kader Fabian Rießle (SZ Breitnau) und Jakob Lange (WSV Kiefersfelden), die beide Mitte Oktober in Hinterzarten im Schwarzwald bei den Deutschen Meisterschaften die Plätze eins und zwei belegten, nicht mit dabei sein. Jakob Lange wurde dort zudem zusammen mit Julian Schmid (SC Oberstdorf) Deutscher Meister im Teamsprint.

Bundestrainer zeigt sich überrascht

„Wir haben ein so starkes DSV-Team. Die Schanze in Kuusamo ist extrem schwierig. Fabian Rießle und Jakob Lange tun sich auf kleineren Schanzen leichter, deshalb habe ich andere Athleten nominiert und die beiden dann für den zweiten Weltcup in Lillehammer gesetzt,“ sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch auf Nachfrage unserer Redaktion, warum die beiden Besten der Deutschen Meisterschaften nicht beim Weltcupauftakt in Finnland dabei sein werden. „Aber Jakob hat mich bei den Deutschen Meisterschaften vor allem mit seiner starken und auch stabilen Sprungleistung doch sehr überrascht und sich deshalb auch den Startplatz in Lillehammer erarbeitet. Er hat eine sehr schwere Zeit hinter sich und sich wieder zurückgearbeitet.“ Wie es danach für Lange weiter geht, lässt der Bundestrainer offen, der von Weltcup zu Weltcup entscheiden will.

Vorfreude auf Lillehammer

Für Jakob Lange, der gerade gut gelaunt von einem Sprunglehrgang aus Oberstdorf zurückkommt, wo er nach eigener Aussage seine verbesserte Sprungform im Kreise des DSV-Teams bestätigen konnte, wundert sich zwar ein wenig, warum Fabian Rießle und er nicht für Kuusamo nominiert wurden, „schließlich wird man nicht Deutscher Meister, wenn man nicht springen kann“, er freut sich aber auf Lillehammer und zeigt sich doch positiv überrascht von den Aussagen Weinbuchs. „Nachdem mir der Bundestrainer trotz meines erneuten Gesamtsiegs im Continental Cup in der letzten Saison bei einem Lehrgang im Juni in Oberhof gesagt hat, dass er für mich bei meinen körperlichen Voraussetzungen keine Zukunft im Weltcup sieht und ich vom DSV trotz A-Kader-Status deshalb auch von vielen Lehrgängen ausgeschlossen wurde, war ich schon sehr frustriert und habe mich entschlossen, mich auf eigene Faust und mit privater Unterstützung professionell vorzubereiten“, sagt Lange.

„Ich lasse mir keinen Druck mehr machen“

Austrainiert und gut gelaunt sitzt er beim Interview und rührt selbstverständlich den Kuchen nicht an. Er hat noch einmal drei Kilo abgenommen, derzeit einen Körperfettanteil von sechs Prozent und ist jetzt an seinem körperlichen Limit, das er persönlich gehen darf, erzählt er.

Möglichst wenig Gewicht zum Springen, aber genug Substanz für die Loipe, um dort mit der Weltspitze mithalten zu können, ist die große Herausforderung in der Nordischen Kombination. Wie schnell der Druck in Sachen Gewicht ins Negative kippen kann, hat Jakob Lange leidlich erfahren müssen. „Ich war im Weltcup etabliert und im August 2017 beim Sommer Grand Prix noch Dritter, hatte damals extrem viel trainiert, ein sehr niedriges Gewicht und mir dazu noch einen Infekt verschleppt. Dann kam der totale körperliche und auch mentale Kollaps, ich konnte drei Wochen später keine Treppe mehr steigen. Sich davon zu regenerieren, hat Jahre gedauert. Jetzt bin ich langsam wieder auf einem guten sportlichen Niveau und psychisch so stabil, dass ich Druck von außen und auch Enttäuschungen nicht mehr an mich ranlasse und meinen eigenen Weg gehe.“

Jakob Lange präsentiert sich austrainiert und gut gelaunt beim Interview.

Auch ein Ziel: 20. Sieg im Continental-Cup

Er ist gerade in den letzten Zügen seines Masterstudiums, baut sich ein Haus in Flintsbach, hat seine eigenen Sponsoren und will diese Saison, soweit das mit dem sportlichen Ehrgeiz eines Leistungssportlers möglich ist, einfach nur genießen und schauen, wie es läuft. „Ich freue mich, wenn ich bei dem einen oder anderen Weltcup dabei sein darf und kann vielleicht beim Continental-Cup meinen zwanzigsten Sieg einfahren. Das wäre nochmals ein weiterer neuer Meilenstein. Obwohl ich meistens auf eigene Faust mein Sprungtraining in Berchtesgaden mit Nachwuchsathleten absolviert habe, konnte ich mich stark verbessern. Das Material passt, ich fühle mich gut, weiß aber nicht, was meine Leistungen dann im Weltcup wirklich wert sind.“

Lange lässt seine Zukunft noch offen

Man darf gespannt sein. Auch, wie viele Weltcupchancen er dann wirklich bekommt und ob der Inngauer nach dieser Saison noch weitermachen wird. Mit 27 hätte er noch gute Perspektiven, vor allem, wenn die arrivierten älteren Athleten wie Eric Frenzel, Manuel Faißt, Fabian Rießle oder Johannes Rydzek ihre Karrieren dann doch irgendwann beenden. Und so richtig viel und vor allem auch vielversprechender Nachwuchs kommt nicht nach. „Es müsste schon sehr gut laufen in dieser Saison und die Bedingungen seitens des DSV stimmen, dass ich noch eine Saison dranhänge“, sagt Jakob Lange dazu und freut sich jetzt erst einmal auf die ersten Trainingseinheiten im Schnee.

Kommentare