Auf dem Hockenheimring: Luca Grünwald gewinnt die Nervenschlacht

Luca Grünwald kämpfte sich am Hochenheimring zu seinem dritten IDM-Titel.
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Luca Grünwald kämpfte sich am Hochenheimring zu seinem dritten IDM-Titel.

Luca Grünwald hat seine Saison 2020 mit dem Titelgewinn in der Supersport-Klasse der Internationalen Deutschen Motorrad-Meisterschaft gekrönt. Der 25-jährige Kawasaki-Pilot aus Waldkraiburg war in der Nervenschlacht beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring eindeutig der Stärkere.

Hockenheim– Grünwald und seine Mannen des Kawasaki Schnock Teams durften am Ende zurecht den Meistertitel in der Supersport-Klasse feiern. Der Waldkraiburger war mit dem hauchdünnen Vorsprung von vier Punkten in den alles entscheidenden Renntag gegangen, an dem er es geschickt verstand, sich gegen seine zwei Konkurrenten im Titelkampf, Martin Vugrinec aus Kroatien und Vorjahresmeister Max Enderlein, durchzusetzen. Trotzdem hing der Gesamtsieg an einem seidenen Faden, als Grünwald im ersten Lauf mit einem technischen Gebrechen haderte. Doch am Ende reichten ein siebter und ein dritter Rang zum Titelgewinn. Es ist bereits die dritte deutsche Meisterschaft für Luca Grünwald.

Im ersten Rennen brach das Schaltgestänge

„Die Anspannung vor dem Wochenende war enorm“, meinte Grünwald – und erzählt von seinem Malheur im ersten Rennen: „Nach einem guten Start konnte ich mich schnell auf Platz vier nach vorne arbeiten. Doch in der fünften Runde ist das Schaltgestänge gebrochen. Ich konnte also nicht mehr richtig schalten. Vorübergehend musste ich für einige Runden alles im dritten Gang fahren. Das hat enorm viel Zeit gekostet. Aber irgendwie habe ich es geschafft, dass ich in den letzten fünf Runden wieder normaler fahren konnte.“ Sein Fazit: „Angesichts dieser Umstände war der siebte Rang nicht so schlecht, obwohl wir viele Punkte liegen lassen haben. Aber zumindest bin ich vor Max Enderlein ins Ziel gekommen, während Martin Vugrinec ausgefallen ist. Von dem her hatten wir ein wenig Glück.“

Ein heißer Fight vom Start bis ins Ziel

Im zweiten Lauf freute sich Grünwald zunächst mal über ordentliche Verhältnisse auf der Strecke, nachdem es zuvor noch geregnet hatte: „Es war dann auch vom Start bis ins Ziel ein heißer Fight und ich habe mich rundenlang mit Vugrinec duelliert. Jedes Mal als er vor mir war, hat er versucht, das Tempo zu drosseln, damit die nachfolgenden Fahrer zu uns aufschließen können. Das wollte ich mir auf keinen Fall gefallen lassen. Daher kam es bei unseren Überholmanövern auch manchmal zu heftigeren Berührungen.“ Am Ende fuhr Grünwald hinter Wahr und Vugrinec als Dritter ins Ziel – das reichte zum Titel. „Mit diesem Ergebnis war ich super happy und über meinen dritten IDM-Titel habe ich mich noch mehr gefreut. Ich bin überglücklich!“

Grünwald: Saison „in vielerlei Hinsicht sehr merkwürdig“

Der Waldkraiburger bilanziert: „Diese Saison war in vielerlei Hinsicht sehr merkwürdig. Wir wussten lange nicht, ob in diesem Jahr noch irgendetwas zustande kommt, und weil die Meisterschaft auch so kurz war. Daher nochmals ein Kompliment an die IDM-Organisatoren, dass sie trotz aller Einschränkungen doch noch einen ordentlichen Kalender erstellen konnten. In dieser kurzen Saison durfte man sich keinen einzigen Fehler erlauben. Wir haben von Anfang an sehr konzentriert und sauber gearbeitet. Ich denke, wir haben sehr eindrucksvoll bewiesen, dass man mit der Kawasaki konkurrenzfähiges Material hat.“ re

Das Meisterteam: Der Waldkraiburger Luca Grünwald und seine Mannschaft nach der Titelentscheidung.Kaeasaki-Racing-de/Börner

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