Acht Punkte auf die Konkurrenz

Zweiter bei den Torjägernund mit dem TuS Prien: Julian Boddeutsch (links, mit Dejan Pajic). Habermann
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Zweiter bei den Torjägernund mit dem TuS Prien: Julian Boddeutsch (links, mit Dejan Pajic). Habermann

Rosenheim/Prien – Einen einsamen Spitzenreiter, ein halbes Dutzend Teams, das zumindest den Kampf um Rang zwei aufnimmt, den TuS Bad Aibling als kleines Mittelfeld und sechs Mannschaften im Abstiegskampf, wovon zwei aber mit einstelliger Punktzahl noch etwas nachhängen – so präsentiert sich die Fußball-Kreisliga 1 zur Winterpause.

Die Herbstrunde hatte einiges zu bieten und hat vor allem noch jede Menge Spannung für das Frühjahr parat.

An der Spitze hat der SV Westerndorf einen Vorsprung von acht Punkten auf den TuS Prien – und noch ein Spiel mehr in der Hinterhand. Trainer Stefan Mayr, der seit Sommer im Amt ist, geht mit seinem Team natürlich als Top-Favorit in das neue Jahr. Bauen kann er auf seine Offensive – mit 48 Toren in 15 Spielen der beste Angriff der Liga – und auf die Heimstärke: Alle acht Spiele an der Römerstraße wurden gewonnen. Die beiden Niederlagen gab es in der Fremde, in Prien (0:2) und in Großholzhausen (2:4) – übrigens zwei Spiele, in denen Goalgetter Torben Gartzen (19 Tore) nicht mit dabei war.

Verfolger TuS Prien (31 Punkte) ging mit sieben Spielen ohne Niederlage in die Saison, dann gab es ein 1:3 gegen Au – und die Chiemseer begannen zu wackeln, was sich zwischendrin mit dem 1:6 vor heimischer Kulisse gegen Bad Aibling zeigte. Vielleicht lag das auch daran, dass Ex-Profi Maximilian Nicu in etlichen Spielen nicht mitwirkte. Mit Julian Boddeutsch (13 Tore) ist Prien auch in der Torschützenliste Zweiter, führt allerdings mit 18 Zählern in acht Spielen die Auswärtstabelle an.

Vorjahres-Vizemeister TSV Emmering (29 Punkte) mischt auch wieder im Vorderfeld mit, die Truppe von Trainer Hans Weiß hat mit 39 Toren die zweitbeste Offensive. Dahinter stehen der ASV Großholzhausen (27 Punkte), SV Ostermünchen (26), ASV Au (25) und TuS Raubling (24) in Lauerstellung. Ihr Vorteil: Großholzhausen und Raubling haben jeweils noch eine Nachholpartie in der Hinterhand, Ostermünchen und Au gar deren zwei.

Großholzhausen startete mit sieben Spielen ohne Niederlage, verlor dann gegen Emmering und Ostermünchen und beendete die Herbstrunde mit sechs ungeschlagenen Spielen. Auswärts ist die Riepertinger-Truppe bei drei Siegen und vier Unentschieden noch ungeschlagen. Ostermünchen startete schwach und legte nach dem Trainerwechsel zu: Erst Interimscoach Hans Schenk und dann Harald Melnik brachten den SVO wieder in Schlagdistanz zu den vorderen Rängen. Besonders Top-Neuzugang Matthias Huber blühte unter Melnik auf und erzielte acht Tore in den sieben Spielen unter dem neuen Coach.

Der ASV Au muss vor allem am heimischen Kreuthweg zulegen, denn die Heimbilanz von nur neun Punkten aus sieben Spielen vermasselte der Dirscherl-Elf eine bessere Ausgangslage. Zum Auftakt siegte man im Derby mit 4:1 gegen Bad Aibling, danach gab es fünf Heimspiele ohne Sieg, ehe zum Abschluss ein 3:1 über Emmering folgte. Immerhin verabschiedete sich der ASV mit sieben Spielen ohne Niederlage in die Winterpause. Der TuS Raubling war nach gelungenem Start – fünf Siege aus den ersten sieben Spielen – im Mittelteil schwach. Hätte es da nicht fünf Spiele mit nur einem Punkt gegeben, dann wäre man jetzt noch besser platziert.

Die Heimbilanz ist auch das Manko des TuS Bad Aibling, der bei 21 Zählern hält. Nur acht davon gab es in den sieben Begegnungen auf dem Sportgelände in Willing. Vier Auswärtssiege am Stück haben die Kurstädter aber ins gesicherte Mittelfeld gehievt.

Mit dem SV Vogtareuth (16 Punkte), dem SV Söllhuben (15) und dem SC Danubius Waldkraiburg (14) stehen drei Aufsteiger vor der Abstiegszone. Vogtareuth holte fast alle Zähler auf dem eigenen Platz. In sechs Auswärtsspielen gab es nur drei Punkte – und die mit einem Sieg beim Schlusslicht SV-DJK Kolbermoor. Söllhuben hat sein Manko in der Offensive abgelegt. Nachdem es zwischendurch vier Spiele ohne eigenen Treffer gab (einmal 0:0, dreimal 0:3), hat die Linnemann-Truppe danach in acht Spielen immer getroffen. Ein 0:0 hat es beim SC Danubius nie gegeben. Die Waldkraiburger stellen mit 58 Gegentoren in 15 Spielen die Schießbude der Liga.

Zwei Punkte fehlen dem FC Grünthal zum rettenden Ufer. Das Team aus Unterreit ist doch etwas überraschend in der Abstiegszone gelandet. Mit 17 Toren ist die Huber-Truppe aber die ungefährlichste Mannschaft der Liga. Vor allem der September war für den FCG zum Vergessen, da setzte es nämlich vier Niederlagen.

Dass der SV Pang (8 Punkte) auf dem zweiten Relegationsplatz und der SV-DJK Kolbermoor (7) auf dem direkten Abstiegsplatz stehen, liegt vor allem an der Heimbilanz und der Defensive. Kolbermoor holte nur drei Punkte aus sieben Heimspielen, bei Pang waren es sechs Zähler in sieben Partien. Dazu kassierten sie mit 48 (Kolbermoor) beziehungsweise 47 (Pang) die meisten Gegentore hinter Danubius. Dazu ist Pang auswärts in acht Spielen noch sieglos, für Kolbermoor, das in einigen Spielen Routinier Armin Parstorfer mit seinem Sohn Armin junior im Angriff aufbot, setzte es zuletzt neun Niederlagen am Stück.

Immerhin war Kolbermoor an den kuriosesten Spielen der Saison beteiligt: In Pang lag die Thaler-Elf zur Halbzeitpause mit 1:4 hinten und siegte am Ende mit 5:4 – das 3:4 gelang den Kolbermoorern in der 82. Minute! Ähnliches Kunststück beim 3:3 in Waldkraiburg, wo Danubius nach 17 Minuten schon mit 3:0 vorne lag und Kolbermoor am Ende durch zwei Tore in der Nachspielzeit egalisierte. Beim Spiel zwischen Pang und Danubius hieß es in der 58. Minute 1:2 – letztlich siegten die Panger mit 6:2.

Die höchsten Heimsiege gelangen Westerndorf (7:0 gegen Danubius), Raubling (7:0 gegen Danubius) und Prien (7:0 gegen Kolbermoor), den höchsten Auswärtssieg feierte Raubling mit dem 6:0 in Bad Aibling. Insgesamt fielen 411 Tore und 104 Partien, was einen Schnitt von 3,95 Toren pro Begegnung macht – kein Wunder bei diesen treffsicheren Angreifern!

Torschützenliste

19 Tore:Torben Gartzen (SV Westerndorf).

13 Tore:Julian Boddeutsch (TuS Prien).

12 Tore:Michael Gruber (TuS Raubling), Franz-Xaver Pelz (ASV Au).

11 Tore:Matthias Huber (SV Ostermünchen).

10 Tore:Fabian Troffer (TuS Bad Aibling).

9 Tore:Sebastian Foidl (TuS Bad Aibling), Kazim Gökce (ASV Großholzhausen), Michael Tuscher (TSV Emmering).

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