BASTIAN SCHWEINSTEIGER, MARTIN TOMCZYK UND JONAS PLASS:

Abschied von bewährter Bühne

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Große Erfolge haben Fußballer Bastian Schweinsteiger im Trikot der Nationalmannschaft, Rennfahrer Martin Tomczyk im DTM-Fahrzeug und Leichtathlet Jonas Plass auf der Tartanbahn gefeiert – 2016 war für sie die Zeit des Abschiednehmens, zumindest teilweise.

Minutenlang wurde Bastian Schweinsteiger schon vor seinem letzten Länderspiel von den Fans gefeiert. Der Oberaudorfer verabschiedete sich als Kapitän mit bewegenden Worten und der ein oder anderen Träne vom Nationalteam. „Es war mir eine große Ehre, für euch Fans zu spielen“, meinte Schweinsteiger, ehe ihn die Emotionen übermannten. Im Freundschaftsspiel gegen Finnland in Mönchengladbach führte der Mittelfeldspieler die DFB-Elf letztmals aufs Feld – es war sein 121. Länderspiel und am Ende ein würdiger Abschluss einer großen Karriere im Nationaltrikot, die ihren Höhepunkt sicherlich mit dem WM-Titel 2014 in Brasilien und einer überragenden Leistung im Endspiel gegen Argentinien hatte. „Es war ein Abschied, den Bastian verdient hatte“, meinte Bundestrainer Joachim Löw, „ohne ihn wären die Erfolge nicht möglich gewesen“. Für die heimischen Fußballfans interessant: Als Schweinsteiger, der weiterhin bei Manchester United unter Vertrag steht, gegen Finnland nach 67 Minuten vom Feld ging, wurde er durch einen Kicker aus der Region ersetzt – Julian Weigl aus Tuntenhausen, dessen Karriere nun so richtig Fahrt aufgenommen hat!

Martin Tomczyk und das Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) – zwei Namen, die man stets in Verbindung brachte. Im nächsten Jahr steht der Rosenheimer nicht mehr auf der Fahrerliste, erstmals nach 16 Jahren. 177 Rennen bestritt Tomczyk in einer der prominentesten europäischen Rennsportserie, zwölf Jahre fuhr er für Audi, vier Saisonen lang für BMW. 2011 stand Tomczyk ganz oben – und zwar unter ganz besonderen Umständen, denn er ist noch immer der einzige Pilot in über 30 Jahren DTM-Geschichte, der mit einem Jahreswagen Meister wurde. „Das macht mich nach wie vor stolz“, meint der Rosenheimer, der beim Saisonfinale in Hockenheim seinen Abschied von der Rennserie feierte: „Natürlich war das bewegend, sich nach einer so langen Zeit in der DTM zu verabschieden.“ Dem Rennsport bleibt er treu, er wird nun im GT-Sport starten.

Hingegen hat Jonas Plass seine Karriere vollständig beendet – mit 29 Jahren. „Der Körper hat nicht mehr mitgemacht“, meinte er nach seinem letzten Rennen, dem 400-Meter-Lauf bei der deutschen Meisterschaft in Kassel. Eine Verletzung hatte dafür gesorgt, dass Plass sein letztes großes Ziel, die Teilnahme an der EM, verpasste. „Die Verletzung war das eine, aber ich habe auch gemerkt, dass zwölf Jahre Hochleistungssport mit unendlich vielen Tempoläufen und Wettkämpfen ihre Spuren hinterlassen haben. Ich bin daher auch ein wenig erleichtert, dass jetzt Schluss ist“, meinte Plass, der 2011 deutscher Meister wurde, 2012 für die Olympischen Spiele in London nominiert war und an jeweils vier Welt- und Europameisterschaften teilnahm. Bundestrainer Marco Kleinsteuber urteilte: „Er war über viele Jahre der konstanteste Langsprinter im Nationalteam.“ tn

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