400 Zuschauer erlaubt – Freude bei den Amateuren: Endlich wieder Fußball mit Fans

Die Spiele können beginnen: Vorbildlich mit Maske ausgerüstet stellen die Spieler des TuS Raubling die Tore im Inntalstadion auf.
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Die Spiele können beginnen: Vorbildlich mit Maske ausgerüstet stellen die Spieler des TuS Raubling die Tore im Inntalstadion auf.

Die Wartezeit hat ein Ende: Im bayerischen Amateurfußball darf wieder um Punkte gespielt werden. Ab dem 19. September soll der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Nicht bei allen Vereinen kommt es gut an, dass bei Spielen auch wieder Zuschauer erlaubt sein sollen.

Rosenheim/Mühldorf – Die Regelung gilt für den gesamten bayerischen Amateufußball, von der Regionalliga bis zur C-Klasse, für die Damen und Nachwuchsteams. Die OVB-Sportredaktion hat sich bei den Vereinen umgehört.

Anton Bobenstetter (Sportlicher Leiter TSV Buchbach): „Wir sind alle überglücklich, dass es wieder los geht. Das ist neben dem sportlichen Aspekt eminent wichtig für die Allgemeinheit und das soziale Leben. Da hängt ja extrem viel dran, der Metzger, der Bäcker, das Sportgeschäft – jetzt wird wieder etwas verkauft. Auch für die Nachwuchsmannschaften ist es von immenser Bedeutung, dass es wieder los geht, wir hätten sonst zu viele Kinder und Jugendliche verloren. Wenn jetzt im Sport wieder ein Stück Normalität einkehrt, ist das machbar und wichtig. Zum einen haben die Leute bewiesen, dass sie Abstand und Disziplin halten können, zum anderen werden wir wohl lernen müssen, damit umzugehen. Das ist ja auch nächstes Jahr nicht einfach vorbei. 400 Zuschauer sind ein guter Anfang, wir hoffen natürlich, dass es bald mehr werden können. Wenn sich die Zuschauer dicht an dicht am Zaun außerhalb drängen, ist es sicher gefährlicher, als gut verteilt und geordnet im Stadion. Da gibt es Situationen in Schwimmbädern, Thermen oder auch Biergärten, die sind aus unserer Sicht schwieriger und auch da hat es nicht die großen Infektionszahlen gegeben, wenn die Hygiene-Maßnahmen eingehalten wurden.“

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Es war schwierig, die Spannung aufrecht zu erhalten

Hans Kroneck (Sportlicher Leiter 1860 Rosenheim): „Ich kann jetzt nur für 1860 Rosenheim sprechen, aber wir sind natürlich heilfroh, dass es endlich losgeht. Ich gehe davon aus, dass am 19. September ein Ligapokalspiel stattfindet und eine Woche später, das erste Regionalligaspiel angesetzt wird. Diese andauernde Ungewissheit war für alle Beteiligten allen voran die Trainer und Spieler ein psychisches Problem. Es war schwierig, die Spannung aufrecht zu erhalten, weil das Ziel fehlte, auf das man hinarbeiten konnte. Die Begrenzung auf 400 Zuschauer ist für uns kein Problem, weil wir ja nur selten mehr als 400 Fans im Stadion haben. Wichtig ist, dass von den Mannschaften und den Fans die Hygienekonzepte eingehalten werden. Wir sprechen da natürlich im Vorfeld mit unseren Ordnern darüber, was zu tun ist, wenn sich jemand weigert die geforderten Hygienemaßnahmen einzuhalten. Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt. Ich glaube, dass alle froh sind wieder ins Stadion zu können.“

„Hausaufgaben gemacht“

Karl-Heinz Fenk (Sportlicher Leiter SV Wacker Burghausen): „Das ist eine hervorragende Nachricht, jeder hat gehofft, dass es endlich einen offiziellen Termin gibt. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, der Kader steht mit 20 Mann und fünf Perspektivspielern aus der U19. Wir haben ein hervorragendes Trainerteam, das die Mannschaft auf diesen Tag vorbereitet hat, wir sind also gewappnet. 400 Zuschauer sind natürlich für die Regionalliga nicht gerade viel, ich denke, dass die Fußballfans nach der langen Pause extrem hungrig sind und es schon Probleme geben kann, wenn man dann die Leute nicht ins Stadion lassen kann. Für uns wären Zuschauerzahlen zwischen 600 und 800 oder mehr gar kein Problem mit den Abständen. Mit 400 Zuschauern ist es aber schwer die Sponsorenausfälle etwas zu kompensieren. Deswegen hoffen wir, dass sich da bald noch etwas ändert und für Spielstätten wie die Wacker-Arena mehr Zuschauer zugelassen werden.“

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Günther Sabinsky (Technischer Leiter TSV Ampfing): „Wir haben immer darauf hingearbeitet, dass es am 19. September losgeht und sind entsprechend auch vorbereitet. Das ist optimal. Wir haben uns da nicht von Gerüchten und Gerede beeinflussen lassen und haben auch zu den Spielern gesagt, dass die Vorbereitung auf diesen Tag ausgerichtet ist. Wenn es anders gekommen wäre, hätte man es auch nicht ändern können, aber wir haben ja auch bewusst erst im August mit dem Training begonnen, damit sich die Vorbereitung nicht ins Unendliche zieht. Auch die Spieler sind alle froh, dass es jetzt losgeht, weil man im September und Oktober auch noch Spiele unter guten Bedingungen bestreiten kann und die bisherige Vorbereitung nicht umsonst gewesen ist. Wie man das mit den 400 Zuschauern genau handhaben will, muss man abwarten. Wir werden ja voraussichtlich das erste Spiel gegen Kastl bestreiten, da könnte diese Zahl natürlich schon ein Thema werden, zumal wir davon ausgehen, dass nach so langer Zeit alle heiß auf Fußball sind.“

25 Trainingseinheiten und Testspiele absolviert

Harry Mandl (Trainer SB Rosenheim): „Wir sind froh, denn wir haben schon 25 Trainingseinheiten und zahlreiche Testspiele absolviert. Wenn du aber kein Ziel hast, dann ist es schwer, die Leute zu motivieren. Eshalb ist es gut, dass dieses Ziel jetzt da ist. Die Begrenzung auf 400 Zuschauer ist für uns kein Problem, da wir eh meist weniger haben.“

Mario Reichenberger (Trainer FC Töging): „Wir haben natürlich darauf gehofft, dass der Startschuss endlich fällt. Und seit letzter Woche, als die Klage des Verbandes im Raum stand, waren wir auch recht zuversichtlich. Mit der Regelung von 400 Zuschauern können die meisten Vereine ganz gut leben, wir hatten eigentlich befürchtet, dass weniger Zuschauer zugelassen werden. Ich denke, dass das jetzt ein Testlauf ist und dass im Laufe der Zeit in geeigneten Stadien auch mit mehr Zuschauern gespielt werden kann. Wir sind jedenfalls gerüstet und werden, soweit bekannt, auch die Vorgaben umsetzen können.“

Der Druck von Seiten des Verbandes und der Vereine hat gewirkt

Günther Sabinsky (Technischer Leiter TSV Ampfing): „Wir haben immer darauf hingearbeitet, dass es am 19. September losgeht und sind entsprechend auch vorbereitet. Das ist optimal. Wir haben uns da nicht von Gerüchten und Gerede beeinflussen lassen und haben auch zu den Spielern gesagt, dass die Vorbereitung auf diesen Tag ausgerichtet ist. Wenn es anders gekommen wäre, hätte man es auch nicht ändern können, aber wir haben ja auch bewusst erst im August mit dem Training begonnen, damit sich die Vorbereitung nicht ins Unendliche zieht. Auch die Spieler sind alle froh, dass es jetzt losgeht, weil man im September und Oktober auch noch Spiele unter guten Bedingungen bestreiten kann und die bisherige Vorbereitung nicht umsonst gewesen ist. Ich denke, dass der Druck von Seiten des Verbandes und der Vereine schon etwas gewirkt hat, weil sich die Politik nicht die Blöße einer Klage geben wollte. Wie man das mit den 400 Zuschauern genau handhaben will, muss man abwarten. Wir werden ja voraussichtlich das erste Spiel gegen Kastl bestreiten, da könnte diese Zahl natürlich schon ein Thema werden, zumal wir davon ausgehen, dass nach so langer Zeit alle heiß auf Fußball sind.“

Franz Pritzl (Trainer TSV Bad Endorf): „Endlich geht es los! Die Zeit von März bis jetzt war schon sehr lang. Und wenn in anderen Bundesländern oder in Österreich mit Zuschauern gespielt werden kann, dann muss das bei uns auch möglich sein. Wir müssen halt an die Fans appellieren, vernünftig zu sein.“

„Die Warterei war schon nervig“

Stefan Sperr (Abteilungsleiter SG Reichertsheim-Ramsau/Gars): „Wir haben uns die ganze Zeit darauf vorbereitet, dass wir parat stehen, wenn es so weit ist. Deshalb finden wir die Entwicklung gut und freuen uns. 400 Zuschauer sind für uns ausreichend, die bringen wir auf unserem Areal unter.“

Matthias Rahm (Abteilungsleiter SV Westerndorf): „Wir freuen uns, dass es losgeht. Aber noch mehr Freude ist bei den Spielern, die sind schon ziemlich heiß darauf. Die Warterei war jetzt schon nervig. Normalerweise haben wir 150 bis 200 Zuschauer, deshalb kommen wir damit gut klar.“

Florian Dirscherl (Trainer ASV Au): „Endlich. Es ist eine Sensation, weil ich schon fast nicht mehr daran geglaubt habe. Wir haben auf nichts anderes hintrainiert – zunächst ohne Ziel, aber nun ist es schnell da. Ich glaube, dass auch die Zuschauer nach dem Amateurfußball lechzen und erwarte mir, dass unser Schnitt nach oben geht.“

Fast zwei Monate Vorbereitung

Matthias Linnemann (Spielertrainer SV Söllhuben): „Wir haben fast zwei Monate Vorbereitung hinter uns, deshalb ist es gut, wenn es jetzt losgeht. Ich habe keine Angst, dass irgendwas passieren könnte, mache mir aber schon Gedanken, wie die kleineren Vereine, die ein offenes Sportgelände haben, das mit den Auflagen hinbekommen.“

Michael Straßer (Abteilungsleiter SV Bruckmühl): „Unserer Meinung nach ist es der richtige Schritt, wir sind alle positiv gestimmt. Die Herren stehen voll im Saft und hatten ja auch schon ein paar Vorbereitungsspiele. Wir haben ein relativ großes Areal, daher sehe ich mit den Zuschauern kein Problem.“

Michael Kokocinski (Trainer TSV 1880 Wasserburg): „Wir freuen uns riesig, dass es wieder losgeht. Noch eine Verzögerung wäre auch für den Kopf nicht gut gewesen. Die Mannschaft ist gut vorbereitet, wir haben immer damit geplant, dass es am 5. September losgeht. Jetzt können wir noch knapp zwei Wochen an den Feinheiten arbeiten. Außerdem sind wir froh, dass 400 Zuschauer kommen dürfen, ich glaube das wird dann eine Ticket-Schlacht bei uns in der Altstadt.“

„Enttäuscht über die Entscheidung“

Erika Pohlner (Abteilungsleiterin SC Inzell): „Ich bin sehr enttäuscht über die Entscheidung und mich wundert es, dass nicht mehrere Vereine so denken wie wir. Für mich ist in so einer Situation die Gesundheit der Spieler wichtiger, als der Sport. Viele Spieler dürfen unter diesen Umständen von der Arbeit aus nicht spielen, daher mussten wir unseren Kader mit AH-Spielern auffüllen. Das mit den Zuschauern habe ich mir ehrlich gesagt nicht einmal durchgelesen. Bei einem Dorfverein wie uns ist es schon eine Sensation, wenn über 100 Leute kommen.“

Hans Geiger (Abteilungsleiter TSV Siegsdorf): „Es wurde auch Zeit, dass es wieder losgeht. Bei uns ist die Trainingsbeteiligung hervorragend. Ich glaube, die Mannschaft ist bereit für den Re-Start der Liga. Wir werden ab sofort mehrere Ordner bei den Spielen haben, um die Einhaltung der Abstandsvorschriften besser kontrollieren zu können.“

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