Der 22-jährige Unterwössener Profitriathlet Frederic Funk: „Meine Motivation ist voll da“

Profi-Triathlet Frederic Funk aus Unterwössen kann derzeit nur trainieren. Alle seine Rennen bis August sind aufgrund der Corona-Krise bereits abgesagt worden. Der 22-Jährige nutzt die Zeit jetzt, „um weiter an mir zu arbeiten“.

Frederic Funk macht das Beste aus der derzeitigen Situation. „Meine Motivation ist voll da“, sagt der junge Profi-Triathlet aus Unterwössen selbstbewusst. „Auch wenn die Situation natürlich gerade ungewohnt ist, denn normalerweise wären ja schon die ersten Rennen gewesen.“

Unterwössen– Der 22-jährige Unterwössener Profitriathlet Frederic Funk hatte unter anderem den Saisonauftakt bei der Challenge Salou geplant. Doch das Mitteldistanz-Rennen in Spanien musste aufgrund der Coronavirus-Pandemie freilich abgesagt werden.

Funk hatte mit einer Knierverletzung zu kämpfen

Für Funk war das nicht ganz so schlimm, wie er verrät. „Ich hätte vielleicht eh nicht starten können. Ich hatte im Trainingslager in Girona nämlich mit einer Knieverletzung zu kämpfen.“ Mittlerweile hat Funk, dessen Vorbereitung sonst aber sehr gut verlaufen ist, die Verletzung auskuriert. Er wäre fit für die Saison gewesen und hätte gerne an seine Erfolge aus den vergangenen Jahren angeknüpft. Funk ist mittlerweile auch ins Profi-Team von Erdinger Alkoholfrei aufgerückt. „Das ist eine große Ehre für mich“, freut er sich. „Es ist auch ein Lohn für meine gute letzte Saison.“

Funk seit Herbst mit neuem Trainer Dan Lorang

Und noch eine Änderung hat’s bei ihm gegeben. Funk hat seit dem vergangenen Herbst auch einen neuen Trainer an seiner Seite. Er wird nun von Dan Lorang gecoacht, der unter anderem Trainer des Raublinger Rad-Profiteams bora-hansgrohe und auch Coach der beiden amtierenden Ironman-Hawaii-Sieger, Jan Frodeno und Anne Haug, ist. „Die Zusammenarbeit mit ihm macht bisher viel Spaß“, zieht der junge Triathlet ein positives Fazit.

Lorang wohnt mittlerweile ja in Unterwössen, dem Heimatort von Frederic Funk. Dennoch sehen sich die beiden eher selten. „Denn Dan ist normalerweise ja auch viel unterwegs und ich bin ja überwiegend in Nürnberg.“ Dort belegte Funk den Studiengang „International Management“. Für ihn hat sich beim Studium übrigens auch durch die Corona-Krise nicht viel verändert, wie er verrät, „denn es war auch schon vorher ein Online-Studium“.

Neben der Lernerei trainiert Funk jetzt gerade auch sehr viel, wie er sagt. Sein Ziel ist: „Wenn die Rennen wieder losgehen, dass ich dann topfit bin.“ Nur genau darin liegt gerade auch das Problem. Die Triathleten wissen nämlich nicht, wann und ob die Saison in diesem Jahr überhaupt starten wird.

Bis August alle Wettkämpfe abgesagt

„Bis August sind meine Wettkämpfe jedenfalls schon mal komplett abgesagt“, erzählt Funk. „Das macht das Ganze von der Planung her natürlich sehr schwierig. Man muss jetzt einfach abwarten, was weiter passieren wird.“ Die Absagen gehen aber mittlerweile auch schon weiter ins Jahr hinein. Die Ironman-WM 70.3 in Taupo (Neuseeland) etwa ist ebenfalls bereits verschoben. Sie hätte am 28. November stattfinden sollen. „Ich hoffe, dass ein neuer Termin im Januar oder Februar gefunden wird“, sagt Funk.

Um eine Million Preisgeld

Dafür hat sich für ihn Ende des Jahres nun eine neue Option aufgetan: Die Professional Triathletes Organisation (PTO) bringt noch in diesem Jahr eine eigene WM über die Mitteldistanz in den Rennkalender. Vom 4. bis 6. Dezember geht es auf dem Daytona International Speedway um eine Million US-Dollar Preisgeld. Für diese WM muss man sich ebenfalls qualifizieren und unter den Top 40 der PTO-Wertung stehen. Funk erfüllt aktuell diese Kriterien als 35. „Es wäre gut, wenn ich noch ein, zwei Rennen davor machen könnte, um diesen Platz abzusichern“, sagt er.

Frederic Funk: „Kein verlorenes Jahr“

Sollte es dieses Jahr gar keine Rennen mehr geben, wäre es schade, so Funk. Dennoch sieht er 2020 dann „nicht als verlorenes Jahr“ an. „Ich habe noch sehr viele Jahre vor mir, wo ich mich auf den Strecken zeigen kann“, betont er. „Wichtig ist jetzt, dass man Spaß hat und man kann jetzt gut Sachen im Training ausprobieren, für die man während einer normalen Saison eben keine Zeit hat.“ bst

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