20 Jahre Starbulls Rosenheim

Matthias Bergmann über den Anfang: „Unsere ,Altinternationalen‘ haben in der Liga aufgeräumt“

Besonderer Glücksmoment: Matthias Bergmann bejubelt seinen ersten Treffer, nachdem er nach seiner schweren Krankheit aufs Eis zurückgekehrt war.
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Besonderer Glücksmoment: Matthias Bergmann bejubelt seinen ersten Treffer, nachdem er nach seiner schweren Krankheit aufs Eis zurückgekehrt war.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    vonHans-Jürgen Ziegler
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20 Jahre Starbulls Rosenheim heißt die Serie der OVB-Heimatzeitungen und in diesem Beitrag geht es um einen Spieler, der in der ersten und in der 20. Saison als Spieler dabei war: Verteidiger Matthias Bergmann. Auch er erinnert sich an schöne und auch nicht so schöne Momente, an große Siege und an viele Mitspieler.

Herr Bergmann, im Jahr 2000 raus aus den Starbulls- Junioren, rein in die erste Mannschaft und dann zusammen mit Rosenheimer Eishockeygrößen in einem Team. Wie war das für Sie?

Matthias Bergmann: Das war natürlich schon eine große Sache, weil du plötzlich mit den Leuten in der Kabine gesessen bist und gespielt hast, denen du vorher zugeschaut hast. Da hatte man als 18-jähriger einen Riesen-Respekt.

Bekannt für seinen harten Schlagschuss: Verteidiger Matthias „Bergi“ Bergmann

Zum Beispiel vor...

Bergmann: Da sage ich nur Mondi Hilger. Das war natürlich ein Begriff im deutschen Eishockey. Wir haben da mit Spielern zusammengespielt, die gefühlt 1000 Länderspiele absolviert hatten.

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Und die haben die Liga so richtig aufgemischt...

Jubel nach seinem wichtigsten Tor, das er vielleicht gar nicht erzielt hat: Matthias Bergmann in Spiel sieben in Bad Nauheim. Danach marschierten die Rosenheimer durch die Play-offs zum Aufstieg in die 2. Liga.

Bergmann: Wir haben da gegen Mannschaften gespielt bei denen ich nicht weiß ob die für diese Liga so schlecht oder ob wir so gut waren. Aber es war schon klar, dass unsere - und das meine ich jetzt nicht despektierlich - Altinternationalen in dieser Liga aufräumen.

Wer war denn ihr erster Partner in der Verteidigung und von wem haben Sie in dieser Zeit am meisten gelernt?

Bergmann: Mein erster Verteidigungspartner war Toni Maidl und dann habe ich natürlich noch zusätzliches Glück gehabt, dass ich mit der Sturmreihe mit Mondi Hilger, Jürgen „Bogo“ Lechl und Stefan Rohm zusammenspielen konnte. Da haben wir junge Spieler sehr viel gelernt.

Mit den Starbulls ging es ja rasant nach oben - ein Aufstieg nach dem anderen - da wurde auch ordentlich gefeiert. Wer war denn das größte Feierbiest?

Bergmann: Es war natürlich eine super Zeit, der sportliche Erfolg war da und das haben wir natürlich auch ordentlich gefeiert. Wir Jungen waren alle so Anfang Mitte 20 und da haben wir natürlich ordentlich Gas gegeben. Und einige Feiern waren natürlich auch bei unserem Mitspieler Vitus Mitterfellner im Lokal.

Was bleibt denn ganz besonders in Erinnerung aus diesen 20 Jahren: Ein Tor, ein Spiel, eine ganz besondere Szene? Es darf auch mehr sein...

Matthias Bergmann vor einem seiner vielen Spiele, die er für die Starbulls Rosenheim absolviert hat.

Bergmann: Es gab natürlich viele prägende Momente, aber wenn ich einen aussuchen müsste, dann war es natürlich mein erstes Tor nach meiner schweren Erkrankung 2013/2014, dann natürlich auch noch das Spiel sieben in Bad Nauheim und der Aufstieg in die DEL2.

Apropos Spiel sieben in Bad Nauheim. Wer hat denn jetzt das entscheidende Tor erzielt?

Bergmann: Ich kann es nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen wer als Letzter dran gewesen ist. Vielleicht war es auch ich, aber im Endeffekt ist es auch total egal. In diesem Spiel ist es nur um den Erfolg der Mannschaft und um den Sieg in diesem Spiel gegangen. Wir waren da ein so verschworener Haufen und das war letztendlich die Initialzündung zum Aufstieg in die DEL 2. Danach haben wir Herne weggeschossen und auch gegen Peiting im Finale war es relativ klar.

Ein Kapitel ihrer Karriere war auch deine schwere Krankheit und der Kampf zurück ins Eishockey-Geschäft. Sie haben damals praktisch von Null begonnen. Wie war das?

Bergmann: Es fällt mir gar nicht leicht drüber zu reden, aber das Kapitel gehört leider auch dazu und es war das Krasseste, was ich je erlebt habe. Auf der anderen Seite habe ich natürlich auch Riesenglück gehabt, weil ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Und ich habe Leute um mich herum gehabt, das Ärzteteam, meine Familie und meine Freunde, die mich aufgefangen haben. Da fällt mir nichts anderes als Riesendankbarkeit ein.

Die Freude und Erleichterung ist Matthias Bergmann nach seinem ersten Tor nach seiner schweren Erkrankung anzusehen.

Ein besonderer Moment war danach natürlich das erste Tor im Heimspiel gegen Crimmitschau.

Bergmann: Das werde ich nie vergessen, denn da stand ich im Überzahlsiel mit allen fünf Ausländern auf dem Eis. Das waren Tyler McNeely, Shawn Weller, Kim Staal, Robin Weihager und Torhüter Pasi Häkkinen. Ich habe in Überzahl getroffen, wir haben sogar noch ein zweites Überzahltor gemacht, aber danach leider nie mehr in dieser Konstellation zusammengespielt.

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Ihre große Stärke war Ihr guter Schuss. Haben Sie das besonders trainiert oder liegt es an den guten Hebeln?

Bergmann: Das Geheimnis von meinem guten Schuss ist wahrscheinlich einerseits die Größe und der gute Hebel, auf der anderen Seite sagt jeder zu mir, dass ich verdammt kurze Schläger für meine Größe spiele. Ich habe auch einmal die Chance gehabt mit einem Schuss-Trainer in Kanada zu arbeiten. Das war 2008 – bevor ich von Bad Tölz zurück nach Rosenheim gekommen bin und dann die 31 Tore erzielt habe.

War das auch Ihre schönste Saison mit Rosenheim?

Bergmann: Für mich persönlich schon und natürlich die Zeit nach meiner Krankheit auch wenn das nur zwei Monate gewesen sind. Mit der Mannschaft war der Aufstieg in die DEL2 das Highlight.

Sie haben nach der letzten Saison keinen Vertrag mehr in Rosenheim erhalten. Warum?

Bergmann: Ja leider, denn Rosenheim ist mein Verein, meine Stadt. Es hieß zwar man plane mit mir und ich würde ein Angebot bekommen, aber so war es nicht. Aber das ist wohl das Geschäft.

Ein eher trauriges Ende beim Heimatverein...

Bergmann: Ja, und das hat mich auch sehr getroffen, aber jetzt spiele ich für Waldkraiburg und auch beruflich hat sich etwas getan. Seit 1. Oktober habe ich einen Job im öffentlichen Dienst und darüber bin ich sehr glücklich.

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