20 Jahre Starbulls Rosenheim

Rekordspieler Michael Rohner: „Der Abstieg beschäftigt mich immer noch“

Michael Rohner ist der Rekordspieler der Starbulls Rosenheim
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Michael Rohner ist der Rekordspieler der Starbulls Rosenheim
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Zwei Spieler, die von der Bezirksliga, damals als gerade mal 18-jährige Jungspunde, bis in die 2. Liga für die Starbulls gespielt haben, sind zwei Verteidiger: Michael „Micky“ Rohner und Matthias Bergmann.

Rosenheim – Michael Rohner ist der Rosenheimer Rekordspieler der Neuzeit, hat die meisten Spiele bestritten sowie als Verteidiger die meisten Tore erzielt, Vorlagen gegeben und damit auch die meisten Scorerpunkte eines Defenders eingefahren.

Und bei Bergmann schließt sich der Kreis: Er war in der ersten und in der 20. Saison für die Starbulls aktiv. Micky Rohner erinnert sich in Teil 1 des Interviews an schöne und auch nicht so schöne Momente, an große Siege und an viele Mitspieler.

Herr Rohner, Sie haben die Anfänge des Vereins von 2000 an erlebt. Was waren für Sie die prägendsten Momente?

Michael Rohner: Einmal der Aufstieg in die Oberliga. Der Weg dorthin war sehr hart, weil wir mit Landsberg und dann noch München immer extrem starke Gegner hatten. Dann der Aufstieg in die 2. Liga, denn da waren ja wieder einige Jahre dazwischen. Und dann musste man irgendwann rauf, aber so etwas kann man halt auch nicht planen. Da muss alles zusammenpassen.

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Von wem haben Sie sich als junger Spieler am meisten abgeschaut?

Rohner: Von vielen. Meine erste Herren-Saison war da etwas Besonderes mit den ganzen Rosenheimer Ikonen: Mondi Hilger hat Olympia gespielt, Wacki Kretschmer, Rainer Lutz waren dabei. Da ist man dann als junger Spieler ein ganz kleines Licht. Aber mir hat es riesig Spaß gemacht, weil alle nett waren und alle geholfen haben. Es war ja so, dass damals die Junioren aufgelöst worden sind, weil die DNL kam. Wir wären auf der Straße gestanden, weil: Uns wollte ja keiner.

Micky Rohner jubelt über eins seine Tore für die Starbulls Rosenheim.

Bis auf die zwei Jahre in Bad Tölz waren Sie nie weg aus Rosenheim. Gab es keine Angebote?

Rohner: Doch, die hat es schon gegeben. Das mit Bad Tölz hat über Mondi Hilger funktioniert, der das mit Trainer Axel Kammerer eingefädelt hatte. Ich wollte damals auch mal etwas anderes sehen. Aber ich bin halt auch einfach gerne daheim.

Was hat Rosenheim, was andere nicht haben?

Rohner: Rosenheim ist eine Eishockeystadt. Und ich habe da mit vier Jahren angefangen. Mir hat damals gefallen, wie die Kleinen in der Drittelpause aufs Eis durften. So bin ich dazugekommen. Im Stadion kenne ich jeden Zentimeter.

Sie haben vor zwei Jahren aufgehört: So ganz ohne Eishockey – fehlt Ihnen etwas?

Rohner: Aufs Eis hat es mich bis heute noch gar nicht gezogen. Meine Ausrüstung liegt immer noch da, wo ich sie vor über zwei Jahren hingelegt habe. Sportlich mache ich eigentlich gar nichts, außer hin und wieder auf den Berg gehen.

Eine Foto aus der Anfangszeit: Michael Rohner glänzte schon immer mit guter Technik und Übersicht.

Und ins Eishockey?

Rohner: Seit meiner Verabschiedung war ich nicht mehr im Stadion. Ich lese zwar im OVB, was abläuft, aber ansonsten bis ich ganz weit weg.

Warum haben sie Ihre Karriere beendet?

Rohner: Es war nicht das Alter und es war nicht meine langwierige Verletzung. Ich habe einfach eine Riesenchance bekommen, ins Berufsleben einzusteigen. Und das taugt mir auch gut.

Immer mit vollem Einsatz: Starbulls-Verteidiger Micky Rohner

Was machen Sie genau?

Rohner: Ich bin immer noch bei den Hanselkos als Messtechniker angestellt. Das ist ein höchst interessanter Beruf, wir haben viel mit der Automobilbranche zu tun. Der Tagesablauf ist jetzt anders, aber man gewöhnt sich schnell daran. Schön, dass man auch mal am Wochenende frei hat!

Zurück zu Ihrer Starbulls-Zeit: Wer war der beste Kontingentspieler, mit dem Sie zusammengespielt haben?

Rohner: Das gibt es mehrere. Norm Maracle und Tyler McNeely wären in meiner Starting Six. Mitch Stephens war überragend, Stephen Werner war ein brutaler Typ. Ich weiß noch, wie wir in Heilbronn in den Play-offs mit 0:3 hinten lagen und jeder das Spiel schon verloren gegeben hatte. Und er hat alle angestachelt, Gas gegeben und wir haben das Spiel dann 6:3 gewonnen und die ganze Serie mit 4:0. Greg Squires war technisch mit der beste Spieler, Corey Quirk sehr stark. Franz Steer hat immer Top-Ausländer geholt.

Welches Spiel würden Sie gerne noch einmal neu spielen?

Rohner: Am besten noch einmal ein verlorenes Finalspiel. Wahrscheinlich das letzte Spiel gegen Landshut in der DEL2-Finalserie.

Und an welche Partie erinnern Sie sich besonders gerne?

Kompromisslos vor dem eigenen Tor: Verteidiger Michael Rohner

Rohner: An das Pokal-Halbfinale in Schwenningen. Wir haben dort gewonnen, sind dadurch ins Endspiel und haben dann den Titel geholt. Schwenningen hatte immer die Top-Mannschaft und wir haben es dort geschafft, mit einer Mannschaftsleistung zu gewinnen.

Es gab in Ihrer Karriere sicher viele kuriose Geschichten. Welche fällt Ihnen ein?

Viele Jahre zusammen in einem Team: Michael Rohner und Robin Hanselko

Rohner: Das Heilbronn-Spiel mit Stephen Werner hatte ich ja schon erwähnt. Das war unglaublich, der war da wie besessen. So etwas bleibt hängen! Und in der 2. Liga haben sie mich auf dem Weg nach Hannover zu den Indians an der Raststätte vergessen. Das haben sie aber schnell gemerkt und dann wieder umgedreht.

Sie hatten einige Trainer – wer war der Beste?

Rohner: Über die Trainer im Erwachsenenbereich sag ich nur so viel: Ich habe gute Trainer gehabt, ich hab aber auch Trainer gehabt, die gemeint haben, sie sind gut. Ich kann heilfroh sein, dass ich im Nachwuchs so gute Trainer hatte.

Es gab viele Aufstiege, aber auch einen Abstieg. Hätte man den verhindern können?

Rohner: Eindeutig ja. Und zwar, wenn man rund um Weihnachten reagiert hätte. Damals hatten wir teilweise mehr Spieler auf der Massagebank zur Behandlung als beim Training auf dem Eis. Und da hätte etwas passieren müssen. Und zwar auf dem Spielermarkt, denn der Trainer konnte nichts dafür. Und ob Sie es glauben oder nicht: Der Abstieg 2017 beschäftigt mich noch immer.

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