20 Jahre Starbulls Rosenheim - die Verteidiger: Von Rückkehrern und Durchstartern

Rekordspieler: Micky Rohner war die Zuverlässigkeit in Person im Starbulls-Dress.
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Rekordspieler: Micky Rohner war die Zuverlässigkeit in Person im Starbulls-Dress.

Was waren das für Verteidiger in der langen Rosenheimer Eishockey-Geschichte! Altgediente Fans erzählen von der Härte eines Bernd Geratschläger, beim ersten Meistertitel 1982 begeisterten der technisch hochbegabte Oldrich Machac und der durchschlagskräftige Jamie Masters, die ganze Liga hatte Ehrfurcht vor dem kompromisslosen Wacki Kretschmer und in der DEL bejubelten die Zuschauer den spielfreudigen Chris Bartolone oder „Schlagschuss-Monster“ Patrik „Bum-Bum“ Hucko.

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Rosenheim – Auch in den 20 Jahren der Starbulls hatte die Palette der Verteidiger die gesamte Bandbreite – mal abgesehen von prägenden Kontingentspielern (mit einer Ausnahme) – zu bieten. Hier eine kleine Auswahl:

Die Entwicklungshelfer:Zu Beginn wurden die Rosenheimer Eishockey-Fans in alte, erfolgreiche Zeiten zurückversetzt. Bei der Zusammenstellung der Mannschaft für die Premieren-Saison konnte sich Mondi Hilger auf einige alte Weggefährten verlassen – und so liefen mit Wacki Kretschmer, Toni Maidl und Rainer Lutz gleich drei frühere Meisterspieler für die Starbulls in der Bezirksliga auf. Der leider viel zu früh verstorbene Kretschmer feierte sein Comeback mit 45 Jahren, Lutz war zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt und Maidl packte mit 40 wieder an – und blieb sogar noch für drei Spielzeiten aktiv.

Toni Maidl, dreimal Meister mit Rosenheim, packte mit 40 noch einmal an.

Der Rosenheimer Rekordspieler der Eishockey-Neuzeit

Die Wegbegleiter: Zwei Spieler stechen bei den Defendern besonders ins Auge: Michael „Micky“ Rohner und Matthias Bergmann. Beide waren bereits in der ersten Spielzeit für die Starbulls im Einsatz – und stellten dann besondere Bestmarken auf. Rohner ist der Rosenheimer Rekordspieler der Neuzeit, hat die meisten Spiele bestritten sowie als Verteidiger die meisten Tore erzielt, Vorlagen gegeben und damit auch die meisten Scorerpunkte eines Defenders eingefahren. Und bei Bergmann, der zwischenzeitlich auch andere Stationen in Hannover, Kassel oder Kaufbeuren hatte, schließt sich der Kreis: Er war in der ersten und in der 20. Saison für die Starbulls aktiv. Künftig spielt er, der in den Ranglisten gleich hinter Rohner steht, für Waldkraiburg.

Schussgewaltig und mit den meisten Vorlagen in einem Spiel: Matthias Bergmann.

Die Rückkehrer: Zunächst waren es viele Rosenheimer Nachwuchsakteure und die altbekannten Meisterspieler, die für die Starbulls aufliefen. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Ehemalige aus höheren Klassen nach Rosenheim zurück. Spieler, an deren Seite die jüngeren Verteidiger auch wachsen konnten. Beispiele: Heini Schiffl, auch ein ehemaliger Meisterspieler von 1989, der nach weit mehr als einem Jahrzehnt im Oberhaus 2003 zurückkehrte und für die Starbulls noch drei Jahre in der Bayernliga und Oberliga spielte. Bastian Kammerloher, einst für Nürnberg in der DEL, griff in der Bezirksliga noch einmal an, Helmut „Balu“ Elters, mit Rosenheim und Ratingen in der höchsten Spielklasse war in der Landes- und Bayernliga aktiv.

Gabriel Krüger, der für Rosenheim in der DEL spielte und viele Zweitliga-Stationen hatte, war für drei Jahre in der Oberliga hier. Christian Gegenfurtner, der zu DEL-Zeiten an der Mangfall agierte, spielte auch noch drei Saisonen in der Oberliga. Ronny Martin spielte bei mehreren Stationen im Oberhaus und für zwei Jahre mit den Starbulls in der Oberliga. Und Andreas Paderhuber, der mit Rosenheim in der DEL war, spielte insgesamt vier Jahre in der Bayernliga, Oberliga und 2. Bundesliga – und feierte dabei zwei Aufstiege!

Andreas Paderhuber durfte etliche Tore für die Starbulls bejubeln.

Die Durchstarter:Da könnte man viele Verteidiger nennen, die sich aus dem Starbulls-Nachwuchs hervorgetan haben. Spieler wie Rohner oder Bergmann, die sich auch in der DEL2 etabliert haben. Oder ein Niko Senger, dem wohl nur die Experten so eine Entwicklung zugetraut hatten. Der kompakte Verteidiger, der sich vor allem auf seine Defensivaufgaben konzentrierte, beeindruckte mit Kampfgeist und hundertprozentiger Einstellung. „Der hat Gigantisches geleistet“, schwärmt der damalige Vorstand Richard Diebald.

Niko Senger traf zwar nicht oft, wenn es aber klappte, dann wurde er von der ganzen Mannschaft gefeiert.

Meisterspieler aus dem Starbulls-Nachwuchs

Es gibt aber auch eine Handvoll Spieler, die noch einmal eine Stufe höher gegangen sind. Tobias Draxinger beispielsweise, der neben der Deutschen Nachwuchs-Liga auch in der Bayernliga für die Starbulls spielte – und 2003 direkt in die DEL marschierte. Dort spielte er insgesamt elf Jahre für die Eisbären Berlin, Ingolstadt, Straubing und Augsburg und wurde dreimal Deutscher Meister. Damit hat er sogar Sinan Akdag einen Titel voraus, der 2015 und 2019 mit Mannheim zu Meisterehren kam.

Vom Starbulls-Nachwuchs in die DEL und zu Olympia-Silber: Sinan Akdag.

Allerdings kann der „Eis-Özil“, wie ihn eine deutsche Boulevardzeitung taufte, bereits auf 14 DEL-Jahre für Krefeld und Mannheim verweisen – und auf jede Menge Länderspiele, die darin gipfelten, dass Akdag, in der Saison 2015/16 DEL-Verteidiger des Jahres, zum deutschen Team gehörte, das 2018 sensationell zu Olympia-Silber stürmte. Akdag war 2007 aus der Oberliga ins Rheinland gewechselt.

Vier Jahre DEL für Straubing, das ist die Bilanz von Max Renner, der sich in Rosenheim bis zur DEL2 bewährte, ehe er 2016 nach Niederbayern wechselte – künftig spielt er für Bietigheim in der DEL2. Max Meirandes wechselte ebenfalls aus der DEL2 nach oben und bestritt in der höchsten Spielklasse Partien für München und Wolfsburg. Nach zwei Jahren ging es wieder nach Rosenheim, wo er 2017 seine Karriere früh beendete. Immer noch auf dem Eis steht Martin Walter – allerdings nur noch als Schiedsrichter. Auch der ehemalige Waldkraiburger spielte im Starbulls-Nachwuchs und schaffte über Bad Aibling den Sprung in die DEL, wo er neun komplette Spielzeiten für Hamburg, Nürnberg und Wolfsburg absolvierte.

Die Kontingentspieler: Wie bereits erwähnt: So richtige Reißer waren in der Starbulls-Historie kaum dabei, sieht man mal vom Schweden Robin Weihager an, der auf Anhieb zum „Spieler des Jahres“ in der DEL2-Saison 2013/14wurde – und dann ins Oberhaus wechselte. Die ersten Ausländer im Starbulls-Trikot waren Defender: in der Landesliga der Tscheche Stanislav Meciar, in der Bayernliga der Kanadier Jeff Boettger.

Auger punktet, Beppo Frank sammelt

Die Auswärtigen: Viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, dazu immer wieder Rückkehrer – die Starbulls mussten bei den Verteidigern nicht so oft ins Regal mit auswärtigen Spielern greifen. Wenn, dann gab es meistens Glücksgriffe: So beispielsweise Dominic Auger, der mit DEL-Erfahrung kam und dies auch in Rosenheim unter Beweis stellte.

Dominic Auger kam mit DEL-Erfahrung und zeigte dies auch in Rosenheim.

Der Deutsch-Kanadier spielte vier Saisonen in der zweiten Spielklasse für Rosenheim. Zum Publikumsliebling avancierte Beppo Frank vor allem wegen seiner kompromisslosen Spielweise – in allen sechs Spielzeiten für die Starbulls sammelte er stets über 130 Strafminuten. Frank konnte es aber auch anders, was die 34 Scorerpunkte in der Saison 2015/16 unter Beweis stellten.

Beppo Frank räumte auf Rosenheimer Eis stets kräftig auf – hier im Derby gegen Landshut.

Ein Glücksgriff war für gewisse Zeit auch Peter Lindlbauer, der sogar als Kapitän fungierte. Allerdings musste der Ex-DEL-Crack seine Karriere nach einer schweren Gehirnerschütterung vorzeitig beenden.

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