20 Jahre Starbulls – die Stürmer: Altmeister, Emporkömmlinge und eine Legende

In der Allzeit-Scorerwertung der Starbulls klar vorne: Mondi Hilger, Starbulls-Gründungsmitglied.
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In der Allzeit-Scorerwertung der Starbulls klar vorne: Mondi Hilger, Starbulls-Gründungsmitglied.
  • vonManfred Eder
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  • Thomas Neumeier
    Thomas Neumeier
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20 Jahre Starbulls heißt die Serie der OVB-Heimatzeitungen und in dieser Folge geht es um die deutschen Stürmer. Es waren zwar „nur“ 159 Angreifer in 20 Jahren Eishockey-Geschichte der Starbulls Rosenheim – aber die Bandbreite ist riesig.

Rosenheim – Es waren zwar „nur“ 159 Stürmer in 20 Jahren Eishockey-Geschichte der Starbulls Rosenheim – aber die Bandbreite ist riesig: Sie reicht von Meisterspielern, Routiniers und Ex-Nationalspielern zu Talenten, Emporkömmlingen und späteren Olympia-Helden, von Eigengewächsen, Teamplayern und Kämpfernaturen hin zu Rückkehrern, Auswärtigen und Eintagsfliegen. Kontingentspieler-Granaten waren dabei und Transferflops, aufstrebende Förderlizenzspieler – und eine Legende. Gar nicht so einfach deshalb, eine knappe Auswahl zu treffen.

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Auch die anderen Abstimmungen zur OVB-Serie „20 Jahre Starbulls" sind noch geöffnet. Klicken Sie sich rein und stimmen Sie mit ab:

Kultspieler der Anfangsjahre: Vitus Mitterfellner.

Der „Mr. Starbulls“:Da gibt es natürlich nur einen Namen: Mondi Hilger! Der Rosenheimer Meisterspieler von 1989 war Gründungsmitglied der Starbulls, treibende Kraft im Kampf gegen die Funktionärs-Windmühlen bei der Ligen-Einteilung zu Beginn, Manager bei der Zusammenstellung der ersten Aufstiegsmannschaft und ist Allzeit-Topscorer. Und so ganz nebenbei war er der erste Starbulls-Transfer in die höchste deutsche Spielklasse, die DEL – aus der Bezirksliga heraus! Sein Trikot müsste man unters Hallendach aufziehen – wenn es nicht schon aufgrund früherer Verdienste dort hängen würde!

Die Starthelfer: Hilger reaktiverte altgediente Rosenheimer Recken, die mit ihrer Erfahrung die Starbulls durch die bayerischen Eishockey-Ligen führten: „Max“ Deisenberger, Toni Hager, Herbert Schädler, Edeltechniker „Bogo“ Lechl – und natürlich Vitus Mitterfellner. Der kernige Angreifer war in den Anfangsjahren einer der Top-Torjäger.

Die ersten Scorer:Das erste Tor für die Starbulls erzielte aber kein Mitterfellner und auch nicht Hilger. Es war Stefan Rohm, der sich damit in die Annalen eintrug. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch Mario Jann, der in den Anfangsjahren als junger Spieler den Altmeistern in der Scorerliste nahe kam – und dann auch hochklassig in München weiterspielte.

Die drittmeisten Spiele: Fabian Zick.

Die Rückkehrer:Ein wesentlicher Bestandteil im ersten Starbulls-Eishockey-Jahrzehnt waren ehemalige Rosenheimer, die zum Ende ihrer Karriere noch einmal die Schlittschuhe in ihrer Heimat schnürten – und sie waren wichtig, auch wenn einige Comebacks nicht unbedingt nach Plan verliefen. Mitch Pohl, auch ein Meisterspieler von 1989, kam in der Bayernliga und hatte seinen Anteil, dass die Starbulls den Sprung in die Drittklassigkeit schafften. Ebenso Thomas Schädler, der als Kapitän den Pokal in Richtung Hallendach stemmen durfte, und Andi Schneider, der seine starke Technik und seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor einbrachte.

In der Oberliga kamen Patrick Senger, Bernd Kühnhauser, Markus Kempf, Manuel Kofler, Markus Schütz und Martin Reichel zurück – allesamt mit teils sehr großer Erstliga-Erfahrung und Titelehren ausgestattet. Am längsten blieb Senger, der auch das Kapitänsamt ausübte. „In der Kabine ganz wichtig“, urteilt Ex-Vorstand Wilhelm Graue. Das war galt auch für Martin Reichel, der als Kapitän den Oberliga-Meisterpokal entgegennahm. Sie sind dem Eishockey weiter treu: Reichel als Nachwuchscoach bei den Starbulls, Kofler als Co-Trainer bei Nürnberg in der DEL, Kühnhauser durch seinen talentierten Filius, der für die Starbulls spielt, und Schütz als erstklassiger Schiedsrichter – auch Kempf ist sportlich weiter aktiv, allerdings als Läufer und Triathlet.

Die Talentschmiede:Quasi auch ein Rückkehrer war Stephan Gottwald, der Zwischenstationen in Bad Aibling, Heilbronn und Rostock hatte. Dennoch bestritt der treffsichere Angreifer die meisten Spiele für die Starbulls – hätte er die ein oder andere Station sein gelassen, dann würde er in den weiteren Statistiken sogar vor Mondi Hilger stehen. So bleibt ihm bei den Toren, Vorlagen und Punkten stets der zweite Platz – nur bei den Strafminuten ist er der Rosenheimer Eishockey-Legende wieder einen Schritt voraus.

Stephan Gottwald bestritt die meisten Spiele und holte sich die meisten Strafminuten ab.Ziegler

Neben Gottwald entwickelten sich auch viele weitere Eigengewächse prächtig: Dominik Daxlberger (Düsseldorf), Martin Hinsterstocker (Düsseldorf, München, Augsburg, Straubing), Marius Möchel (Hamburg, Nürnberg, Wolfsburg) und Herbert Geisberger (Wolfsburg) schafften von Rosenheim aus sogar den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse.

Sie alle haben aus ihrem Potenzial viel gemacht. Es haben aber auch Spieler ihre Möglichkeiten perfekt genutzt, indem sie mit den Starbulls bis in die DEL2 aufgestiegen sind, dort den Sprung in die Finalserie geschafft oder den DEB-Pokal gewonnen haben. Dazu gehören Robin Hanselko, Fabian Zick und Robert Schopf, die ein Muster an Einsatzfreude, Mannschaftsgeist und Zuverlässigkeit waren – nicht umsonst stehen sie in der Liste der meisten Spiele hinter Gottwald auf den Rängen zwei bis vier.

Oft unterschätzt, aber für die Mannschaft unheimlich wertvoll: Robert Schopf (links) und Robin Hanselko.

Die Auswärtigen:Da kamen schon einige prominente Namen nach Rosenheim – und gingen auch teilweise schnell wieder. Matthias Hart kam mit reichlich DEL-Erfahrung und sogar einem Länderspiel-Einsatz und blieb nur eine Saison. Bei Dusan Frosch wurde der Vertrag nach einer Spielzeit wieder aufgelöst.

Hingegen haben sich andere Spieler in Rosenheim als sehr wertvoll erwiesen. Der erfahrene Andrej Strakhov blieb gleich fünf Jahre, Michael Baindl hat sich aktuell die Kapitänsbinde erarbeitet und ist ein wichtiges Bindeglied. Beeindruckende Statistiken als junger Akteur hatte Norman Hauner, der mit etwas DEL-Erfahrung aus Köln kam und nach zwei Spielzeiten wieder in die höchste deutsche Spielklasse zu Krefeld wechselte.

Die Nationalspieler:Aus Rosenheim bis in die DEL, das haben schon mehrere Angreifer geschafft, Marius Möchel trug auch schon das Nationaltrikot. Richtig durchgestartet sind aber zwei andere Stürmer: Florian Busch spielte 2001/02 für einige Partien schon in der Landesliga für die Starbulls – und ging dann zu den Eisbären Berlin, bei denen er in der vergangenen Saison noch im Aufgebot stand. Letztlich stehen in seiner Statistik 18 DEL-Spielzeiten, sieben deutsche Meistertitel, zwei WM-Turniere und eine Teilnahme an Olympischen Spielen. Beim Stichwort Olympia kommt Patrick Hager ins Spiel: Das Rosenheimer Eigengewächs, das in der Oberliga für die Starbulls seine ersten Partien im Seniorenbereich machte, war wichtiger Bestandteil des deutschen Teams, das 2018 sensationell die Silbermedaille gewann. Er hat bislang 14 DEL-Saisonen mit zwei Meistertiteln und acht WM-Turniere auf dem Buckel.

Olympia-Held Patrick Hager (links) bestritt in Rosenheim seine ersten Spiele im Seniorenbereich.

Der Förderlizenzspieler:Vom DEL-Club Krefeld war Hager auch mal mit einer Förderlizenz für Rosenheim ausgestattet worden, bestritt dabei aber nur noch ein Spiel. Ein anderer Förderlizenzler startete hingegen durch: Stefan Loibl spielte als 20-Jähriger für die Starbulls, sammelte viel Praxis und Selbstvertrauen – mittlerweile ist er zum Top-Akteur in der DEL und Nationalspieler gereift.

Hochbegabter Förderlizenzler: Stefan Loibl.

Die Kontis:Top-Spieler gab es auch bei den ausländischen Angreifern – allerdings auch Flops: Stephen Werner oder Cory Quirk begeisterten das Publikum, andere hingegen konnten nicht überzeugen und wurden schon nach wenigen Spielen wieder weggeschickt. Bezeichnend aber auch, dass der erste Konti-Stürmer (Dominik Kraxner) und der bislang letzte (Jake Smith) auch aus dem Rosenheimer Nachwuchs kamen...

Die OVB-Sportredaktion veranstaltet online eine Fan-Wahl der besten Spieler und Trainer der noch jungen Starbulls-Historie. Stimmen Sie jetzt auf www.ovb-online.de für den besten Torhüter aus 20 Jahren Starbulls ab. Auch die Wahl der Trainer, Torhüter und Verteidiger ist noch geöffnet!

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