1860-Trainer Kasparetti nach dem Trainingslager„Wir werden am Ende über dem Strich stehen“

1860-Trainer Thomas Kasparetti im Gespräch mit Nikolaj Madsen während des Türkei-Trainingslagers. mpo

Sonne, 18 Grad und erstklassig präparierte Trainingsplätze – bei perfekten Bedingungen stimmt sich der TSV 1860 Rosenheim dieser Tage in der Türkei auf die verbleibende Fußball-Regionalliga-Saison ein.

Belek– Nach knapp vier von sechs absolvierten Vorbereitungswochen spricht 1860-Trainer Thomas Kasparetti über den bisherigen Saisonverlauf, die harte Arbeit in der Winterpause sowie die Ausrichtung für die Restsaison in der Fußball-Regionalliga Bayern.

Ihr Team steht erneut auf einem Relegationsplatz. Wie verbringt man in einer derartigen Situation die fußballfreie Zeit?

Hauptsächlich mit Arbeit. Wir haben uns geschworen, jeden noch so kleinen Stein umzudrehen und zu bewerten. Es war tatsächlich ein enormer Aufwand – für die sportliche Leitung sowie für uns als Trainerteam. Es verging kein Tag ohne Arbeit am Saisonziel Klassenerhalt. Wir haben beispielsweise jedes einzelne unsere Vorrundenspiele bis ins Detail erneut analysiert und die Erkenntnisse daraus untereinander und mit dem Team besprochen.

Was nun während der Vorbereitung umgesetzt werden soll?

Genau, all die guten und lehrreichen Erkenntnisse helfen uns jedoch wenig, wenn wir nicht auch physisch bereit sind, uns optimal auf eine anstrengende Frühjahrsserie vorbereiten zu können. Vor allem im athletischen Bereich steht uns mit dem Corox-Training von Hans Friedl der perfekte Partner zur Seite. Von der Leistungsdiagnostik, bis zum spezifischen Schnelligkeitstraining haben wir so die perfekte Mischung für unser Spielsystem gefunden. Ich würde sagen, dass wir bislang perfekt arbeiten konnten. Das Fundament ist gelegt.

Nun hat sich an der Mangfall auch personell einiges getan: Drei Spieler haben den Verein verlassen, sechs sind dazugestoßen. Sehen sich damit gerüstet für den Abstiegskampf?

Fakt ist, dass wir mit unseren Neuzugängen großartige Spieler hinzubekommen haben, die von ihren Fähigkeiten her ideal ins Spielsystem und menschlich optimal zum TSV 1860 Rosenheim passen. Alle zusammen haben es geschafft, sich innerhalb weniger Wochen zu integrieren. Da werde ich mir jedoch nicht selbst auf die Schulter klopfen, sondern den Spielern. Erstens haben wir ein starkes Teamgefüge, das neue Spieler offen empfängt und zweitens haben die Neuen sich Anerkennung, Ansehen und Wertschätzung durch ihre Leistungen auf und neben den Platz erarbeitet.

Wollen Sie etwas näher auf die neuen Spieler eingehen?

Sehr gerne. Mit Jakob Mayer haben wir einen sehr jungen Keeper vom FC Bayern München verpflichtet. Ein ruhiger Typ, der auf den Punkt da ist. Es macht Spaß, ihn zu beobachten. Wir wollten ihn unbedingt haben und sind froh, dass er sich für uns entschieden hat. Auch mit Sam Zander haben wir einen Glücksgriff getätigt. Sam hat auf dem Platz richtig gute Ansätze, seine Entscheidungsqualität und seine Bewegungen im Zentrum sind beeindruckend.

Und dann noch vier Spieler vom Kooperationspartner SpVgg Unterhaching.

Haching lebt die Kooperation – spätestens nach diesem Transferfenster sollte dies klar sein. Sie vertrauen uns vier wichtige Spieler an, um uns Qualität für den Klassenerhalt und ihren Spielern Wettkampfpraxis zu ermöglichen. Christoph Ehlich verfügt über alles, was einen erfolgreichen Fußballspieler ausmacht: Schnelligkeit, Flexibilität und Spielintelligenz. Er ist quasi überall einsetzbar, wird jedoch in erster Linie im Zentrum zu finden sein. Bei Stephan Mensah ist das ähnlich. Er ist ebenfalls ein enorm schneller und wendiger Spieler, spielfreudig und trickreich – allerdings auf der Position des Außenstürmers. Dazu kommen noch Niclas Anspach, ein erstklassiger Spieler mit feiner Technik und starkem Abschluss, sowie Alexander Kaltner, ein richtiger Athlet mit großer Willensstärke. Beide Spieler werden derzeit nach Verletzungen langsam wieder herangeführt und werden für uns enorm wichtige Spieler sein.

Bleibt das Fazit einer optimalen Vorbereitung?

Man kann sagen, dass wir von der intensiven Arbeit in der trainingsfreien Zeit bis zur harten Trainingsgestaltung während der Vorbereitung sehr gut gearbeitet haben. Man merkt, dass die Spieler dem System vertrauen. Alle stehen hinter unserer Idee, Fußball zu spielen. Das bedeutet nicht, den Bus vor unserem Tor zu parken und auf Gedeih und Verderb zu mauern. Wir wollen aktiv attackieren und den Abstiegskampf mit offensivem Fußball gestalten. Wir sind überzeugt, damit am Ende über dem Strich zu stehen. Interview: Pointvogel

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