Bei der 1:5-Heimpleite gegen Peiting wurde sehr deutlich: Die Starbulls haben ein Problem

Einziger Erfolgsmoment:Alexander Höller trifft zur 1:0-Führung für die Starbulls. Ziegler

Mit 1:5 mussten sich die Starbulls Rosenheim gestern Abend dem EC Peiting geschlagen geben. Es war die zweite Heimniederlage in Folge, die Rosenheimer sind in der Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd dadurch auf den neunten Rang durchgereicht worden.

Rosenheim– Das sind die nüchternen Fakten zu der Partie zwischen den Starbulls Rosenheim und dem EC Peiting (Endstand 1:5) im Rofa-Stadion, hinter der sich aber noch wesentlich mehr verbirgt.

Zum einen, dass die Mannschaft von Trainer John Sicinski zum dritten Mal in den letzten vier Spielen in der Schlussphase drei Gegentreffer kassierte. Gegen Selb waren es drei Tore in den letzten 118 Sekunden, in Füssen schlug es drei Mal in den letzten 220 Sekunden ein, und nun gegen Peiting setzte es drei Gegentore binnen der letzten 217 Sekunden. Natürlich waren es immer veränderte Situationen, aber auch diese Bilanz sollte Anlass zum Nachdenken geben.

Dann war da die Schiri-Schelte von Sicinski. „Wir waren knapp 30 Minuten ständig am Drücker, dann hat der Schiedsrichter eingegriffen“, schimpfte der Starbulls-Coach über die Darbietung von Cori Müns, der sich nicht zum ersten Mal den Unmut des Rosenheimer Publikums zugezogen hatte. „Er hatte keine klare Linie“, konkretisierte Sicinski seinen Vorwurf. Zwei Rosenheimer Strafzeiten waren spielentscheidend, als in den folgenden Sekunden die Peitinger Treffer zum Ausgleich und zum 3:1 fielen. „Wir wollten aufholen, mussten aber im letzten Drittel lange in Unterzahl spielen“, merkte der Rosenheimer Trainer an.

Er und seine Mannschaft haben aber klar ein anderes Problem: Bis auf die erste Sturmreihe sind die Rosenheimer vor dem gegnerischen Tor vollkommen ungefährlich. Nur Alexander Höller traf, womit wieder einmal die Paradereihe angeschrieben hatte. Ansonsten ist die Offensivausbeute mehr als mau – bei dem recht erfahrenen Personal müsste da in jedem Fall mehr rauskommen. „Wir sind zu berechenbar“, musste Sicinski eingestehen. Auch im Powerplay konnten Josh Mitchell & Co. diesmal nicht stechen, weshalb es auch nur zu einem Treffer reichte – und das ist halt viel zu wenig. Auch, weil man sich in der Defensive immer wieder Patzer leistete, wie vor dem Gegentreffer zum 1:2.

Den Starbulls fehlt auch ein Verteidiger wie Peitings Martin Mazanec. Nicht der Mazanec, der Kevin Slezak mit einem Bandencheck für Minuten aus dem Spiel nahm und später „fast tot auf dem Eis lag“ (O-Ton Sicinski), um eine Strafzeit zu provozieren. Sondern der Mazanec, der dann im Powerplay zweimal erfolgreich war und so auch von der blauen Linie für wichtige Offensivaktionen zuständig war.

In der Tabelle ist alles noch eng beisammen, weshalb Rang neun auch nur eine Momentaufnahme sein kann – die Probleme sind aber durchaus vorhanden.

Statistik:Starbulls Rosenheim – EC Peiting 1:5 (1:0, 0:2, 0:3). Starbulls: Endres (Steinhauer) – Draxinger, Krumpe; Bergmann, Vollmayer; Linden, Reiter (Enk) – Daxlberger, Bucheli, Mitchell; Slezak, Baindl, Höller; Bilek, Henriquez, Litesov; Heidenreich, Wellhausen.

Tore: 1:0 (13.) Höller/Vollmayer, Baindl, 1:1 (31.) Mazanec/Stauder, Nagtzaam - PP1, 1:2 (37.) Nagtzaam/Weyrich, 1:3 (57.) Mazanec/Heger - PP2, 1:4 (59.) Maier, 1:5 (60.) Stauder/Gohlke; Schiedsrichter: Müns; Strafminuten: Rosenheim 18 plus 10 Disziplinarstrafe für Wellhausen, Peiting 14; Zuschauer: 1787. tn

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