AUS DER STARBULLS-EISHOCKEYSTATISTIK

100. Starbulls-Tor durch Yannick Wenzel

Alles im Griff und im Blick:Starbulls-Keeper Timo Herden, hier beim Spiel in Riessersee und unterstützt von Stephan Kronthaler, ist aktuell in Topform.  Fehrmann
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Alles im Griff und im Blick:Starbulls-Keeper Timo Herden, hier beim Spiel in Riessersee und unterstützt von Stephan Kronthaler, ist aktuell in Topform. Fehrmann

Ist das jetzt der berühmte „Ketchupflaschen-Effekt“? Wochenlang gelang den Starbulls – zumindest punktemäßig – wenig, war ein gelegentliches Drei-Zähler-Wochenende das höchste aller Gefühle, und plötzlich scheint ein Schalter umgelegt und die Pluspunkte sprudeln nur so!

Vier Siege in Folge konnten die Starbulls aktuell einfahren und ließen sich dabei weder von einem Drei-Tore-Rückstand gegen Ravensburg noch von zweimaliger Gastgeber-Führung in Garmisch beeindrucken.

Mehr als zwei Siege am Stück hatte es in der laufenden Saison überhaupt noch nicht gegeben. Beinahe ein Jahr ist es her, als Tyler McNeely & Co. zuletzt viermal in Folge gewinnen konnten. Vom 12. bis zum 20. Februar 2016 siegten sie nacheinander in Bad Nauheim (nach Penalty-Schießen), gegen Bietigheim und Frankfurt sowie in Freiburg, ehe die Serie mit einem 1:4 in Kaufbeuren endete. Ironie der Geschichte: Diesmal hat die Serie durch ein 3:0 gegen Kaufbeuren begonnen! Kaum zu glauben, aber noch viel weiter muss man zurückblättern (oder –scrollen, wie man heutzutage wohl sagt), um festzustellen, wann die Starbulls zuletzt zwei Auswärtsspiele nacheinander ohne Minuspunkt absolviert haben. Und dies ist tatsächlich schon gut zwei Jahre her: Am 4. und 9. Januar 2015 gewannen Franz Steers Jungs erst in Dresden 5:1 und dann in Bietigheim 5:3.

Siege in Garmisch sind ja an sich keine Seltenheit, allerdings war die Bilanz gegen den bayerischen Rivalen heuer alles andere als vorzeigbar: Eine 1:6-Schlappe in Garmisch und zwei Zu-Null-Niederlagen auf eigenem Eis schrien geradezu nach einer Korrektur. Gegen Ravensburg sah es da schon besser aus: 6:2 zuhause, und auch beim 2:3 bei den Towerstars war man vor vier Wochen nach einer 2:0-Führung ganz nahe an einem Sieg oder wenigstens einem Punktgewinn. Ein solcher schien diesmal in weiter Ferne, als Timo Herden und seine Vorderleute nach dem schnellsten Doppelschlag der Saison (binnen 18 Sekunden) 0:2 zurücklagen und Anfang des Mittelabschnitts auch noch das 0:3 kassierten. Doch dann bescherten sie den Ravensburgern das, was sie selbst heuer in Crimmitschau einmal erleben mussten: Aus dem 3:0 wurde ein 3:3 in regulärer Spielzeit, und dann ging in der Verlängerung auch noch der Zusatzpunkt flöten! Erstmals in dieser Saison haben die Starbulls dabei sogar einen Drei-Tore-Rückstand in einen Sieg verwandeln können. Mit Zwei-Tore-Defiziten gelang das in eigener Halle bereits zum dritten Mal. Ganz anders auswärts: 13-mal lag man klarer als mit einem Tor Differenz zurück, 13-mal verlor man (wobei in Freiburg wenigstens ein Punkt blieb). Lag man mit drei Toren Unterschied zurück, hieß es immer: null Punkte. Noch ein Detail zum Thema „Rückstand“: Zum elften Mal schoss der Gastgeber gegen die Starbulls heuer das 1:0, und zum ersten Mal reichte dies nicht zum Sieg!

„Federführend“ beim Sieg am Freitag war zweifellos Cameron Burt, der zwar selten trifft, aber dann gleich doppelt. Fünf Tore hat er bisher auf dem Konto, vier davon resultierten aus „Doppelpacks“ in Freiburg und nun gegen Ravensburg. Das einzelne Tor schoss er gegen Kassel, und da könnte er kommenden Sonntag nachlegen.

Letzten Sonntag dann trat ein Spieler (auch zahlenmäßig) besonders hervor, der seit Wochen zuverlässig scort und schon bald den verletzten Michael Baindl als bester deutscher Torjäger in Grün-Weiß ablösen könnte. Manuel Edfelder traf in Garmisch erstmals gleich doppelt und ist derzeit besonders heiß. Nur einmal in den letzten elf Spielen blieb er ohne Scorerpunkt! Weitere Mehr-Punkte-Scorer am Sonntag: Stephan Kronthaler mit zwei Treffern in zwei Spielen, Dominik Daxlberger (in den letzten fünf Partien stets erfolgreich) und Yannick Wenzel, der das Vertrauen von Franz Steer, ihn bei Drei gegen Drei in Overtime zu bringen, mit dem Siegtreffer belohnte. Dieses Tor war auch zugleich der 100. Saisontreffer, wodurch Crimmitschau das einzige offensiv noch zweistellige Team ist. Wenzel ist damit in guter Gesellschaft, denn in den vergangenen sechs Spielzeiten wurde das 100. Tor jeweils von Tommi Hannus, Stephan Gottwald, Andrej Strakhov, Norman Hauner (am Freitag Torschütze für Ravensburg), Mario Trabucco und Max Renner erzielt. Kein Jubiläumstor, aber eminent wichtig war das fast schon vorentscheidende 4:2 in Garmisch durch Tyler Scofield, der sich damit nach neun (!) torlosen Partien kurz vor und seit seiner Verletzungspause wieder zurückmeldete.

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