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11. Etappe der Tour de France

Alleskönner van Aert erobert den Ventoux - Pogacar erstmals abgehängt

Wout Van Aert
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Etappensieger der 11. Etappe der Tour de France 2021: Wout Van Aert.

Diese Premiere hatte es in sich! Erstmals mussten die Radprofis bei der Tour de France zweimal an einem Tag über den Mont Ventoux. Dominator Pogacar wird zum ersten Mal abgehängt, vorne sichert sich ein Allrounder aus Belgien den Tagessieg.

Von Patrick Reichardt und Tom Bachmann

Malaucène - Belgiens Alleskönner Wout van Aert düpierte auf dem doppelten Weg zum legendären Mont Ventoux alle Rivalen, Dominator Tadej Pogacar ist am kahlen Riesen der Provence erstmals kurzzeitig abgehängt worden.

Attacke von Vingegaard

Bei der mit riesiger Spannung ersehnten Premiere der zweifachen Ventoux-Überfahrung ist das ganz große Rad-Spektakel lange ausgeblieben, bis der dänische Youngster Jonas Vingegaard unmittelbar vor dem Gipfel auf 1910 Metern Höhe doch noch attackierte und sogar Pogacar stehen ließ. Die deutschen Profis um den erneut distanzierten Emanuel Buchmann müssen dagegen weiter auf einen Tagessieg bei der 108. Tour de France warten.

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Auf den 198,9 Kilometern von Sorgues nach Malaucène, bei der der einer Mondlandschaft gleichende Gipfel am Mittwoch zweimal passiert wurde, gewann der vielseitige van Aert vor Kenny Elissonde aus Frankreich und dem Niederländer Bauke Mollema. In der Favoritengruppe tat sich lange erstaunlich wenig: Anders als in den Alpen verzichtete Gelb-Träger Pogacar selbst darauf, seinen Widersachern erneut Zeit abzunehmen. 

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Pogacars Polster wird sogar noch größer

Stattdessen fuhr Vingegaard beherzt davon, wurde aber in der Abfahrt wieder eingeholt. Pogacars Polster ist nun noch deutlich größer geworden, weil der bisherige Gesamtzweite Ben O‘Connor mehrere Minuten verlor.

Für den paradiesisch-weitläufigen Blick in Richtung Mont Blanc oder Mittelmeer hatte das Peloton auf dem wilden Ritt aber keine Zeit - und keine freie Sicht, denn die Wolken zogen immer tiefer hinein. Stattdessen ging es für Pogacar und Co. darum, die prestigeträchtige Premiere bestmöglich zu meistern. An einem Gipfel, an dem bei der  Tour schon ein Mensch auf tragische Weise starb, auf kuriose Weise ein Star zu Fuß hinaufjoggte oder sich Rad-Giganten epische Duelle für die Sportgeschichtsbücher lieferten.

Martin gibt nach zweitem Tour-Sturz auf

Die zweimalige Qual nicht mehr mitmachen konnte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der früh auf dem schweren Teilstück stürzte. Von den TV-Kameras wurde eingefangen, wie Martin mit aufgeschürftem rechten Oberschenkel am Straßengraben saß und behandelt wurde. Dann begab sich der 36-Jährige in den Krankenwagen. Der Routinier war auf der ersten Etappe bereits mit dem Pappschild einer Zuschauerin kollidiert und kämpfte danach weiter - der nächste Sturz war nun endgültig zu viel.

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Im Feld entwickelte sich ein lebhaftes Rennen, bei dem eine größere Ausreißergruppe um Weltmeister Julian Alaphilippe und van Aert lange Zeit rund fünf Minuten vor dem Peloton um Pogacar lag. Auch der Deutsche Nils Politt zählte lange zu der Gruppe, wurde bei der ersten Befahrung (22 Kilometer mit fünf Prozent Steigung) des Ventoux aber abgehängt und ließ sich nach hinten zurückfallen. Im Feld gaben neben Martin weitere Profis auf, Frankreichs Hoffnungsträger David Gaudu brach ein und verlor viel Zeit.

Abfahrt mit 100 Stundenkilometern

Nach der rasanten ersten Abfahrt, bei der mehrere Profis mit deutlich über 100 Stundenkilometern ins Tal schossen, ging es dann von der anderen Seite wieder auf den Gipfel. Etwas kürzer, aber klar steiler: Diese Chance nutzte van Aert, um die Ausreißergruppe endgültig zu sprengen. 

Einen Tag nach seinem zweiten Platz hinter Topsprinter Mark Cavendish bewies der Jumbo-Visma-Profi seine ganze Vielseitigkeit und ließ auch Frankreichs Liebling Alaphilippe keine Chance. Bei den Favoriten kontrollierte Ineos das Geschehen, doch der souveräne Pogacar war erst durch Vingegaards Angriff in Bedrängnis zu bringen. Sein Polster auf die Verfolger ist nun aber noch deutlich üppiger. Sieger van Aert hingegen konnte schon zwei Kilometer vor dem Ziel jubeln. (dpa)

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