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Tour de France

Platzhalter für Vingegaard: Geschke ungern im Bergtrikot

Simon Geschke
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Wird das Polka-Dot-Jersey bis Paris tragen, aber nur als Zweiter der Bergwertung: Simon Geschke.

Neun Tage lang verzückte Simon Geschke mit seinem Kampf um das Bergtrikot der Tour die Radsport-Fans. Und obwohl er es nicht gewinnen wird, muss er trotzdem darin nach Paris fahren.

Castelnau-Magnoac - Simon Geschke wollte sich am liebsten umziehen. Als der Radprofi am Freitagmorgen im Dorf Castelnau-Magnoac zur Einschreibung für die 19. Etappe der Tour de France rollte, fühlte er sich in seinem Outfit irgendwie deplatziert.

„Jetzt bin ich der Typ, der das Trikot durch die Gegend fährt, aber die Wertung nicht anführt“, sagte der Berliner. Jenes berühmte Trikot mit den roten Punkten auf weißem Grund trug Geschke neun Tage lang als Führender der Bergwertung. Es waren neun wundervolle Tage für Geschke, in denen er ab und an auch davon träumte, Paris in diesem Trikot zu erreichen.

Geschke nur noch Zweiter der Bergwertung

Das wird er nun auch, wenn alles normal läuft. Allerdings auf eine für den 36-Jährigen recht makabere Art und Weise. Denn Geschke ist nur noch Zweiter der Bergwertung, liegt acht Punkte hinter dem Dänen Jonas Vingegaard, was nicht mehr aufzuholen ist. Er darf im sogenannten Polka-Dot-Jersey nur fahren, weil Vingegaard als Gesamtführender im Gelben Trikot unterwegs ist. „Wenn ich die Wahl hätte, würde ich in meinem normalen Trikot an den Start gehen. Jetzt muss ich das Trikot bis Paris tragen“, sagte der Cofidis-Profi.

Geschkes wunderbares Tour-Abenteuer endete praktisch am Col d’Aubisque. Der legendäre Anstieg in den Pyrenäen war am Donnerstag der erste der letzten Bergetappe. Und Geschke wusste: Das ist die Ziellinie. Dort Erster sein und 20 Punkte kassieren, dann wäre ihm Historisches gelungen. Als erster Deutscher hätte Geschke die Bergwertung der Tour gewonnen. Doch trotz immenser Anstrengungen gelang es Geschke nicht, am Aubisque zu punkten. Vingegaard zog mit seinem Etappensieg in Hautacam schließlich noch an ihm vorbei.

Geschke: „Ich bin stolz auf meine Teamkollegen“

Geschke hatte letztlich weder die Beine noch das Team nach den anstrengenden neun Tagen. Als Trikotträger kommen diverse zusätzliche Verpflichtungen auf einen Profi zu. Jeden Tag aufs Podium, Trikots signieren, Dopingkontrollen, zahlreiche Interviews. So etwas stresst, vor allem bei einer dreiwöchigen Rundfahrt. Zudem war Geschkes Team durch drei Ausfälle auf nur fünf Fahrer dezimiert. Da kann man nicht jedes Loch zufahren, nicht jede Attacke mitgehen.

Entsprechend gemischt waren die Gefühle des Berliners über den Verlust des Trikots. „Ich bin froh, dass es vorbei ist, aber auch traurig, dass es nicht gereicht hat. Ich bin stolz auf meine Teamkollegen und den zweiten Platz - und natürlich überwältigt vom Support aus Deutschland“, sagte Geschke. Man könne sich nichts vorwerfen.

Werbung für den Radsport

Im Gegenteil. Geschke hat nach seiner zunächst eher zufälligen Fahrt ins Bergtrikot mit seiner verbissen und aufopferungsvoll kämpfenden Art Werbung für den Radsport betrieben - in Deutschland und Frankreich. Da Geschke für das bei der Tour chronisch erfolglose Cofidis-Team unterwegs ist, das seit 14 Jahren auf einen Etappensieg beim größten Radrennen der Welt wartet, flogen ihm natürlich die Herzen der Franzosen zu. „Allez Simon“ oder „Bravo Simon“ riefen ihm die Fans am Straßenrand noch zu, als er schon geschlagen von der Skistation Hautacam zurück ins Tal zum Bus rollte.

Auch die Vorgesetzten von Geschke waren zufrieden. „Wenn wir sehen, dass Jonas Vingegaard das Bergtrikot gewinnt, dann haben wir nichts zu bereuen“, sagte Sportdirektor Bingen Fernandez. Ein zweiter Platz hinter dem Gesamtsieger sei immer noch sehr ehrenhaft.

So wird auch Geschke die Fahrt nach Paris in fremden Kleidern bestimmt genießen. Womöglich ist es sogar das letzte Mal, dass der Routinier auf dem Rad in die französische Hauptstadt fährt. Sein Vertrag mit Cofidis läuft Ende des kommenden Jahres aus. Und in seinem womöglich letzten Jahr als Profi würde Geschke gern noch einmal den Giro d’Italia fahren und damit auf die Tour verzichten. dpa

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