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Hölle des Nordens

Paris-Roubaix: Kopfsteinpflaster, Regen und deutsche Träume

Radklassiker Paris-Roubaix
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Beim Radklassiker Paris-Roubaix sind Fahrer auf Kopfsteinpflaster unterwegs.

Nach zweieinhalb Jahren geht es wieder in die Hölle des Nordens. Und dieses Mal könnte es beim Rad-Klassiker Paris-Roubaix besonders hart werden, denn es ist mit Regen zu rechnen. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen auf Nils Politt.

Roubaix - Nach 903 Tagen hat das Warten ein Ende. Wenn heute in Compiègne die 118. Auflage der Kopfsteinpflaster-Tortur Paris-Roubaix gestartet wird, geht die längste Pause des Rennens seit dem Zweiten Weltkrieg zu Ende.

2020 fiel das Rennen wegen der Corona-Pandemie ganz aus, in diesem Jahr musste der eigentliche Frühjahrsklassiker wegen der Virus-Verbreitung in den Herbst verlegt werden. Zur Erinnerung: Amtierender „Vize“ ist immer noch der Kölner Nils Politt, der 2019 auf der ehrwürdigen Betonpiste gegen den belgischen Altstar Philippe Gilbert hauchdünn den großen Coup verpasst hatte.

Strecke: Über 257,7 Kilometer geht es von Compiègne vor den Toren der Hauptstadt nach Roubaix. Das Rennen trägt zu Recht die Bezeichnung Hölle des Nordens. Denn es warten 30 Kopfsteinpflaster-Sektoren über insgesamt 55 Kilometer auf die Fahrer. Die Feldwege mit den sogenannten Pavés - Steine fast so groß wie Findlinge - stammen mitunter noch aus den Zeiten Napoleons und führen bei voller Fahrt zu unzähligen Schlägen auf das Handgelenk. Die heftigsten Abschnitte sind mit fünf Sternen versehen wie der berüchtigte Wald von Arenberg, wo sich der belgische Klassiker-König Johan Museeuw 1998 bei einem schlimmen Sturz die Kniescheibe brach. Schlüsselstellen sind außerdem Mons-en-Pévèle und vor allem der Carrefour de l'Arbre gut 17 Kilometer vor dem Ziel, das traditionell auf der alten Betonpiste im Velodrome von Roubaix liegt. Der Sieger erhält als Pokal - natürlich - einen großen Pflasterstein.

Wetter: Ist es trocken, werden die Feldwege zu staubigen Pisten. Bei Regen verwandeln sie sich in rutschige Schlammgruben. Dieses Mal ist Regen vorhergesagt, was den Ausgang des Rennens völlig auf den Kopf stellen kann. „Es könnte chaotisch werden“, mutmaßte Titelverteidiger Gilbert.

Deutsche: Die besten Chancen auf eine Top-Platzierung hat wohl der Kölner Nils Politt, der bei der bislang letzten Ausgabe 2019 erst im Schlusssprint von Altstar Philippe Gilbert aus Belgien besiegt wurde. Am vergangenen Wochenende lief es für den 27-Jährigen mit Platz 16 bei der WM in Flandern nicht wunschgemäß. „Aber bei Paris-Roubaix gibt es keine Berge“, sagt Politt, der mit dem Gardemaß von 1,92 Metern und 80 Kilogramm beste Voraussetzung für das Rennen mitbringt. Neben Politt erhofft sich auch John Degenkolb in seinem Lieblingsrennen Chancen. Der gebürtige Thüringer hatte 2015 als erst zweiter Deutscher nach Josef Fischer (1896) triumphiert. Doch seitdem hat er keinen großen Klassiker mehr gewonnen, dazu stürzte Degenkolb bei der WM heftig.

Favoriten: Bei der WM blieb das erwartete Duell der Cross-Spezialisten Wout van Aert (Belgien) und Mathieu van der Poel (Niederlande) aus. Wird dies nun in Roubaix nachgeholt? Der französische Weltmeister Julian Alaphilippe tut sich die Tortur jedenfalls nicht an. Titelverteidiger Gilbert hat in seinem Team Degenkolb an der Seite. Die deutsche Bora-hansgrohe-Mannschaft ist mit Politt, Ex-Sieger Peter Sagan und Maximilian Schachmann ebenfalls gut aufgestellt. dpa

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