Punktsieg im Kampf um Olympia

RINGEN Die Traditionssportart kann weiter hoffen, bei den Spielen eine Zukunft zu haben

St. Petersburg – Ringen hat im olympischen Überlebenskampf einen Etappenerfolg gefeiert: Der Traditionssport überstand neben Baseball/Softball und Squash die letzte Ausscheidungsrunde vor der entscheidenden Abstimmung über den noch freien Platz im Olympia-Programm 2020. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) legte in St. Petersburg die Sportarten fest, die sich am 8. September in Buenos Aires vor dem Votum noch einmal präsentieren dürfen. Ausgeschieden sind Klettern, Karate, Rollschuhsport, Wakeboarden und die chinesische Kampfkunst Wushu.

„Ringen hat seine Reformen sehr überzeugend vorgestellt“, erklärte IOC-Vize Thomas Bach. Nur dreieinhalb Monate nach der umstrittenen Empfehlung der IOC-Exekutive, Ringen von 2020 an den Olympia-Status abzuerkennen, bekamen die Comeback-Hoffnungen der Mattenkämpfer in der Zarenstadt damit einen großen Schub. Mit einem Reformpaket, Neuwahlen und einer weltweiten PR-Kampagne hatte sich der Weltverband FILA innerhalb kürzester Zeit runderneuert.

„Die letzten Wochen waren eine große Reifeprüfung für uns. Wir freuen uns, dass wir auf dieser Shortlist dabei sind. Alles andere warten wir ab und bleiben vorsichtig optimistisch“, sagte der deutsche Verbandspräsident Manfred Werner. Er fügte hinzu. „Selbstverständlich bleiben wir auch weiterhin auf unserem Reformkurs – wir werden alles daran setzen, auch die IOC-Exekutive im September von unserem Sport zu überzeugen.“

Der deutsche Olympiasieger Maik Bullmann meinte: „Es wäre ein Hohn gewesen, wenn es Ringen nicht auf die Shortlist geschafft hätte. Ringen ist für mich einfach Olympia und Olympia ist Ringen. Am Ende zählt aber, was im  September   rauskommt.“ Der frisch gekürte FILA-Präsident Nenad Lalovic (Serbien) jubelte nach der IOC-Entscheidung: „Ich bin glücklich, aber damit ist unsere Mission noch nicht beendet. Das war erst der erste Kampf. Jetzt geht der Spaß erst richtig los.“

Für einen Verbleib der Sportart Ringen bei Olympia hatten sich u.a. auch Russlands Präsident Wladimir Putin, Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Franz Beckenbauer stark gemacht.  dpa

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