Erstes Zweitrunden-Aus seit dem Jahr 2000

Pokal-Blamage gegen Kiel: Historische Pleite für den FC Bayern - Disput zwischen Müller und Moderatorin

Kiel: Fußball: DFB-Pokal, Holstein Kiel - Bayern München, 2. Runde im Holstein-Stadion. Münchens Torwart Manuel Neuer reagiert enttäuscht während des Spiels.
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Kiel: Fußball: DFB-Pokal, Holstein Kiel - Bayern München, 2. Runde im Holstein-Stadion. Münchens Torwart Manuel Neuer reagiert enttäuscht während des Spiels.
  • Markus Zwigl
    vonMarkus Zwigl
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Historisches Pokal-Aus für den FC Bayern! Das erste Mal seit dem Jahr 2000 scheidet der Deutsche Rekordsieger in der zweiten Runde des DFB-Pokal aus.

Kiel - Das Starensemble aus München hat im Schneeregen gegen den Zweitliga-Dritten Kiel große Probleme. Immer wieder deckt der Außenseiter aus dem hohen Norden die Schwächen in der Wackel-Abwehr des deutschen Rekordmeisters auf. Von einem Klassenunterschied ist nichts zu sehen.

Der eingewechselte Marc Roca verschießt entscheidenden Elfmeter

Die Bayern bieten eine sehr schwache Leistung an und verlieren letztendlich verdient im Elfmeterschießen mit 5:6. Trotz zweimaliger Führung können die München das Spiel nicht für sich entschieden. Serge Gnabry (14.) aus Abseitsposition und Leroy Sané (48.) per Freistoß bringen den Pokal-Rekordgewinner zweimal in Front. Den mehr als gleichwertigen Kielern gelingt durch Fin Bartels (37.) und Kapitän Hauke Wahl Sekunden vor dem Abpfiff jeweils der Ausgleich.

Am Ende ist es Sommerneuzugang Marc Roca, der den entscheidenden Elfmeter verschießt. Damit ist die Sensation perfekt. Der FC Bayern ist aus dem Pokal ausgeschieden und kassiert erstmals seit 17 Jahren im DFB-Pokal eine Niederlage gegen eine klassentiefere Mannschaft - damals gegen Alemannia Aachen.

Das letzte Zweitrunden-Aus der Bayern ist sogar noch länger her - nämlich über 20 Jahre. Damals verloren die Roten gegen den Viertligisten Magdeburg.

Disput zwischen Müller und Moderatorin

Thomas Müller zeigte sich im Interview nach dem Spiel gefrustet. „Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir mit irgendwelcher einer Larifari-Einstellung das Spiel abgeschenkt hätten“, wehrte sich Thomas Müller vor Kritik an einer mangelnden Einstellung. Als die ARD-Moderatorin nach der Stimmung im Team fragt und dabei zu lachen beginnt, kann sich der Urbayer nur schwer beherrschen. „Sie lachen jetzt hier. Natürlich haben Sie gelacht! Was denken Sie denn? Wir sind natürlich bedient.“ 

Nach dem Spiel zeigte sich Thomas Müller auf Instagram aber bereits wieder versöhnlich. Via Instagram teilte der Offensiv-Spieler mit: „Puh- Der Last Minute Schock sitzt uns noch in den Gliedern. Trotzdem Glückwunsch an dieser Stelle an @holsteinkiel zum Weiterkommen, das ging bei all dem Frust vorhin im Interview ein wenig unter. @homburg_valeska, das hätten wir wohl beide etwas besser hinkriegen können - nichts für ungut“

Die Stimmen nach dem Spiel

Hansi Flick: „Natürlich ist es ein Schock. Wir sind enorm enttäuscht, wir wollten das Triple verteidigen. Kleinigkeiten haben heute in der Summe entschieden, letztendlich hat die Mannschaft tolle Moral gezeigt. Wir haben das Spiel bestimmt. Das war unser Ziel. Umso ärgerlicher ist es, dass wir in der letzten Sekunde den Ausgleich kassieren. Man muss sagen: Glückwunsch an Kiel. Sie haben das Spiel zum Pokalfight gemacht und engagiert gespielt. Wir müssen es abhaken und die Dinge besser machen. Wir müssen eine bessere defensive Kompaktheit haben. Wir müssen wieder mehr Druck auf den Ball bekommen und die Tiefe absichern. Es ist eine Überraschung, dafür ist der Pokal da. Kiel hatte einen herausragenden Torhüter und hat gut verteidigt. Beim Elfmeterschießen kann so etwas vorkommen, daher mache ich Roca keinen Vorwurf.“

Thomas Müller: „Das Fazit ist, dass wir gegen den Underdog aus Kiel verloren haben. Auch wenn sich das blöd anhört nach so einer Niederlage: Das Spiel-Glück war heute nicht so richtig auf unserer Seite. Wir haben uns in der ersten Hälfte eigentlich ganz gut gefühlt und ordentlichen Fußball gespielt. Wir hatten gute Tormöglichkeiten, haben gut kombiniert und hatten deutlich mehr vom Spiel. Die Kieler haben alles was sie hatten, in die Waagschale geworfen. Sie haben es aus ihrer Sicht sicherlich gut gemacht. Es war keine Pokalsensation, die sich von Anfang an abgezeichnet hat. In den Details haben wir dann die Fehler gemacht und Kiel hat es wie beim Elfmeterschießen relativ kaltschnäuzig gemacht.“

Das sagt der Gegner

Ole Werner, Trainer Holstein Kiel: „Das ist ein außergewöhnliches Erlebnis für uns alle. Das kommt nicht alle Tage vor und daran werden wir uns noch lange erinnern. Wir haben vernünftig verteidigt und hatten einen guten Torhüter. Vorne sind wir auch in die Situationen gekommen, wie zum Beispiel beim 1:1, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wenn wir den Ball hatten, waren wir mutig und ich denke, das war der Schlüssel, um in diesem Spiel Fuß zu fassen.“

Fin Bartels: „Wir haben es alle zusammen als Team geschafft. Man hat natürlich gegen die Bayern immer wieder Phasen, wo man sehr tief steht. Mit dem 1:1 sind wir selbstbewusster geworden und haben daran geglaubt, dass wir heute die Riesenüberraschung schaffen können. Vor dem Elfmeterschießen haben wir gesagt, dass wir die Dinger reinhauen. Wir können nichts verlieren. Natürlich ist immer etwas Glück dabei.“

mz/mh

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