NACH DER ERSTEN NIEDERLAGE DES MONATS STARTET DER EHC MÜNCHEN IN SEINE „HOCKEY HALLELUJA“-SERIE

Playoff-Gefühle im Dezember

In anderer Umgebung: Für drei Spiele zieht der EHC in die große Olympiahalle um. Imago
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In anderer Umgebung: Für drei Spiele zieht der EHC in die große Olympiahalle um. Imago

Eishockey . Von Christopher Meltzer.

München – Die Trainingseinheit, die der EHC München gestern abgehalten hat, war in zweierlei Hinsicht besonders. Erstmals in diesem Monat versammelten sich die Profis, nachdem sie ein Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verloren hatten. Die Schwenninger Wild Wings hatten am Donnerstagabend mit einem 4:2 den zehnten EHC-Sieg in Serie – und damit auch einen neuen Vereinsrekord – verhindert. Ungewöhnlich auch der Ort, an dem sich die Spieler des Meisters zum Training trafen. Das erste Mal durften sie über die speziell errichtete Eisfläche in der Münchner Olympiahalle flitzen, wo sich der EHC München bis kommenden Freitag einquartieren wird.

Im Rahmen seiner „Hockey Halleluja“-Serie zieht der Klub für drei DEL-Heimspiele in die große Halle um. Die vergangenen zehn Tage hat ein Unternehmen damit verbracht, die Olympiahalle in einen Eishockeypalast zu verwandeln. 10 000 Zuschauer finden Platz. Die Spitzentreffen mit den Nürnberg Ice Tigers (Samstag, 17 Uhr) und den Eisbären Berlin (Freitag, 19.30 Uhr) sind bereits ausverkauft. Nur für die Begegnung mit den Adlern Mannheim (Dienstag, 19.30 Uhr) gibt es noch Karten an.

Was eine stimmungsvolle Halle bewirken kann, haben die Münchner Profis erst am Donnerstagabend erfahren. In der ausverkauften Arena in Schwenningen hatten sich mehr als 6000 Fans gegen den Meister aufgelehnt. Sie hüpften und tanzten, grölten und sangen. Davon angetrieben lieferten die Spieler der Wild Wings eine nahezu fehlerfreie Leistung ab. „Wir haben Schüsse geblockt und Passwege zugestellt“, sagte Schwenningens Topscorer Will Acton zu Telekomsport. „Wir haben die kleinen Dinge richtig gemacht.“

Weil Torwart Marco Wölfl einen sehr guten Tag erwischte und die Angreifer ihre wenigen Chancen nutzten, hinterließen die Wild Wings mit dem 4:2-Erfolg einen ersten Kratzer in der Dezemberbilanz der Münchner. „Es hat heute einfach nicht gereicht“, gestand EHC-Stürmer Patrick Hager. „In den wichtigen Momenten haben wir nicht die richtige Balance gehabt.“

Der Aussetzer des EHC wirkte sich dann sofort auf die Tabellenspitze der DEL aus. Nürnberg und Berlin sind an München vorbeigezogen. Das Trio ist dem Rest der Liga ohnehin enteilt, was fast alle Experten dazu veranlasst, die Gruppe der Titelanwärter auf jene drei zu beschränken.

Diese Konstellation erhöht freilich auch die Attraktivität der „Hockey Halleluja“-Serie. Es mag zwar zu viel verlangt sein, sich entscheidende Erkenntnisse für die Playoffs zu erhoffen. Doch gerade das Duell mit Nürnberg heute verspricht Playoff-Charakter. In der Halle der Franken war der EHC Ende November 1:5 untergegangen. Der Meister von 2016 und 17 wird sich daher gegen den Eindruck wehren wollen, nicht mehr die unangefochtene Nummer eins der DEL zu sein.

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