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Pianeta setzt auf päpstlichen Segen

BOXEN Der gläubige Katholik und Außenseiter fordert Wladimir Klitschko heraus – Hoffnung auf Olympia

Mannheim – Auf dem Weg zum ganz großen Geld möchte Wladimir Klitschko nicht leichtsinnig werden. Der Schwergewichts-Weltmeister hat vor dem WM-Kampf gegen Außenseiter Francesco Pianeta, 28, am Samstag in der Mannheimer Arena (22.10 Uhr/RTL) jeden Gedanken an den Mega-Fight gegen den Russen Alexander Powetkin verboten. „Ich beantworte keine weiteren Fragen zu diesem Thema. Das wäre respektlos gegenüber Francesco“, sagte der Boxprofi gestern spürbar genervt.

Im Fall eines Sieges am Samstag wird der Champion der Weltverbände WBA, IBF und WBO jedenfalls am 31. August in Moskau auf Powetkin treffen. Für seinen Auftritt in der 60 000 Zuschauer fassenden Moskauer Olympiahalle wird Klitschko eine Börse in Höhe von 17,25 Millionen Dollar kassieren – die höchste seiner Karriere. „Wir konzentrieren uns auf den Pianeta-Kampf. Denn wenn Wladimir verliert, wird es keinen Fight gegen Powetkin geben“, sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte.

Mit Blick auf den Olympia-Traum Klitschkos geht Bönte davon aus, dass die Regularien nicht im Weg stehen werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Weltverband AIBA diese Chance des Marketings entgehen lässt“, sagte der Manager: „Die AIBA hat uns bereits signalisiert, dass man sich zusammensetzen kann, wenn es soweit ist.“ Klitschko will bei den Olympischen Spiel 2016 in Rio de Janeiro antreten und dort seine zweite Goldmedaille nach 1996 holen. Der Weltverband, der eine Zulassung von Profiboxern bei Olympia plant, hat die Altersgrenze für Olympiateilnehmer allerdings auf 40 Jahre festgelegt. Klitschko wäre bei Olympia 40 Jahre und ein paar Monate alt. Zudem darf ein Olympiaboxer nur 15 Profikämpfe hinter sich haben, der Ukrainer hat bereits 62 Fights (59 Siege) absolviert.

Im 63. Kampf soll nach dem Willen Klitschkos, der sich in Tirol mit 143 Sparringsrunden (so viele wie noch nie zuvor) auf den Fight vorbereitet hat, der 60. Sieg her. „Ich werde Pianeta definitiv nicht unterschätzen. Er ist ein hungriger Bursche, es ist die Chance seines Lebens und er hat seinen härtesten Kampf ja schon gewonnen. Er hat den Krebs besiegt“, sagte der 37-Jährige über seinen früheren Sparringspartner, bei dem vor drei Jahren Hodenkrebs diagnostiziert worden war.

Nach einer Chemotherapie kämpfte sich der Deutsch-Italiener aus Gelsenkirchen, der für den Magdeburger SES-Boxstall antritt, zurück in den Leistungssport. „Ich bin gut vorbereitet und hochmotiviert“, sagte der gläubige Katholik, der für den Kampf sogar den päpstlichen Segen von seinem Namensvetter Franziskus eingeholt hat: „Vor allem will ich aber meinem Sohn Luciano Alessio, der vier Tage später sieben Jahre wird, den Gürtel als Geschenk mitbringen.“

Pianatas Manager Ulf Steinforth geht fest von einem Sieg seines Schützlings aus: „Wir wollen die Boxwelt erschüttern. Das sind keine leeren Worthülsen, wir haben einen Plan“, äußerte Steinforth mit Blick auf den Kampf, der in 150 Länder übertragen wird. Klitschko konterte mit einem Zitat von Mike Tyson: „Jeder hat einen Plan – bis er zum ersten Mal getroffen wird.“  sid

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