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Die Party geht weiter

Der Gewinn des Super-Cups festigt die Bindung zwischen Trainer Pep Guardiola und dem FC Bayern von andreas werner

Prag/München – Die Zeiger zeigten kurz vor Mitternacht, doch eine Kanzlerin schläft ja nicht, und sie kümmert sich offenbar auch nicht rund um die Uhr um Politik. Wolfgang Niersbach war auf dem Weg zum Bankett des FC Bayern, als das Handy des DFB-Präsidenten aufleuchtete: SMS von Angela Merkel. „Großer Sport, großer Kampf, herzlichen Glückwunsch FC Bayern“, lautete die Kurznachricht der Kanzlerin. Niersbach leitete sie umgehend weiter, so dass Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Gratulation von allerhöchster Stelle in seine Rede einflechten konnte. „Der vierte Pokal ist jetzt in München“, sagte er, während im „Grand Ballroom“ des Mandarin Oriental von Prag Rindfleisch in Rotwein und Sushi gereicht wurde. „Die Party geht weiter.“ Womöglich fängt sie sogar gerade erst so richtig an.

Den Triumph im Super-Cup-Finale über Chelsea begleiten so viele Randaspekte, dass er ein wichtiger Lackmustest für diesen neuen FC Bayern unter dem Trainer Pep Guardiola darstellt. Zu einen entledigten sich die Münchner mit dem Sieg im Elfmeterschießen des Traumas vom „Drama dahoam“ vor zwei Jahren gegen die Briten. Zum anderen ist es für die Psyche gut, zu wissen, dass man Rückstände aufholen kann, jederzeit, selbst auf den letzten Drücker. Und, das ist die wichtigste Erkenntnis: Mit diesem Spiel festigte sich die Bindung Bayern/Guardiola. Bei einer Niederlage wären Debatten aufgekommen, sagte Matthias Sammer, „da wird immer viel geredet – und nicht nur das Richtige“. So aber steht am Ende ein bemerkenswerter Triumph, „der mich mehr gefreut als andere, eben weil ich weiß, wie gut unser Trainer arbeitet“.

Dass Guardiola über den ersten Titel mit seinem neuen Klub mehr als glücklich war, konnte man seiner Analyse entnehmen. Normalerweise benutzt er gerne mal die Verdoppelung „super, super“, in Prag fand er die Leistung seines Teams „super, super, super“. Er bedankte sich bei seinem Vorgänger Jupp Heynckes („man hat heute gesehen, warum die Mannschaft letzte Saison alles gewonnen hat“) und sagte, er sei „stolz, geholfen zu haben, Bayern noch etwas größer zu machen. Ich würde es zugeben, wenn es anders wäre, aber wir haben unglaublich schönen Fußball gespielt.“

Ihn freue es am meisten, sagte Toni Kroos, dass sich „unser Fußball durchgesetzt hat“. Chelseas Stil sei, mit langen Bällen zu operieren, „ab und zu – wenn überhaupt – zu kontern, da finde ich unseren Fußball angenehmer“. Der Münchner Triumph wurde in der Branche generell als

Extralob für Lahm

Triumph der Schönheit empfunden. Dass Jose Mourinho behauptet hatte, seine Mannschaft sei die bessere gewesen, quittierte Kroos mit einem gequälten Lächeln: Diese Meinung habe der Coach der Briten „exklusiv. Die waren zu elft deutlich schlechter, und zu zehnt erst recht.“ Lediglich an der Chancenauswertung muss man noch feilen – und die Defensive arbeitet ebenfalls nicht optimal.

Wie zufrieden aber Guardiola insgesamt mit dem Prozess seines Teams ist, verdeutlichte ein Extralob für Philipp Lahm: „Philipp ist der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere trainiert habe. Ich bin froh, hier zu sein, nur weil ich ihn trainieren darf.“ Sein Team habe viele wunderbare Spieler – „aber Lahm ist auf einem anderen Niveau“. Mal sehen, welche Partys unter solchen Voraussetzungen noch drin sind.

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