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Pagé kritisiert die Import-Spieler: „Europa ist kein Urlaub“

Eishockey Zum dritten Mal in Folge verliert der EHC ein Heimspiel, diesmal nach Penaltyschießen – Erboste Fans feiern Ex-Coach Cortina

Von Günter Klein

München – Die Stimmung in München kippt. Das Eishockey-Publikum ist geduldig, doch am Sonntagnachmittag war es nach dem zweiten Drittel erbost, als der EHC gegen Schwenningen 3:5 im Rückstand lag. Und die Laune ging nicht weit nach oben: 5:6 verloren die Münchner nach Penaltyschießen, ihnen blieb nur ein Trostpunkt. Es war die dritte Heimniederlage in Folge.

Die Fans wundern sich über die Defensivschwäche des mit Millionenaufwand erneuerten Teams – und sie feierten einen, der das Münchner Eishockey über die Jahre mit seinem Konzept der hingebungsvollen Abwehrarbeit geprägt hat: Pat Cortina, der jetzt ausschließlich Bundestrainer ist. Sein Nachfolger beim EHC, der weltgewandte Pierre Pagé, hadert mit den Spielern, die Leistungsträger sein sollten, aber es nicht sind. „Viele, die zum ersten Mal in Europa sind, denken, das ist Urlaub.“ Sein Fazit, gültig vor allem für die Heimspiele: „Der Charakter ist nicht gut genug.“

Das erste Drittel war schon kein gutes für die Münchner, aber zumindest ein bemerkenswertes: 2:4 lagen sie hinten, dabei setzten sie zwei Torhüter ein. Es begann Kevin Reich, 17, nach allgemeiner Einschätzung ein außergewöhnliches Talent. Doch nach sechseinhalb Minuten hatte es bereits zweimal eingeschlagen hinter ihm, beide Male wirkte der Debütant überfordert. Also kehrte Trainer Pierre Pagé zu Stammgoalie Jochen Reimer zurück, dem es nicht besser erging, als Beechey und Johnsen für Schwenningen auf 4:2 erhöhten. Längst vergessen waren da die zwei EHC-Tore durch Uli Maurer. „Ein hartes Spiel für die Torhüter auf beiden Seiten“, meinte George Kingston. Der Kanadier, 74, war von 1994 bis 98 deutscher Bundestrainer und vorige Saison Assistenzcoach von Pierre Pagé bei Red Bull Salzburg. Zur Zeit besucht er in Deutschland seinen alten Freund Bernd Haake, langjähriger Co-Trainer in Köln und Iserlohn und inzwischen Nationalcoach in Litauen.

Vor 2450 Zuschauern – trotz reiselustigen Schwenningen-Anhangs Saisonminuskulisse für München – steigerte sich die Misere bis zum einem 2:5-Rückstand in der 26. Minute. Und immer wieder sorgten die fahrlässig agierenden Verteidiger des EHC dafür, dass sich Torwart Reimer einer Überzahl Schwenninger Angreifer gegenübersah. Für die Münchner sprach, dass sie sich nicht aufgaben. Palmieri, Sparre und Seidenberg glichen zum 5:5 aus. Wobei Yannic Seidenberg diesen dramatischen Schlussakzent mag: Schon am Freitag in Straubing hatte er es eine halbe Minute vor Schluss ermöglicht, dass der EHC sich in die Verlängerung rettete. Das Penaltyschießen bei den Niederbayern gewannen die Münchner dann auch, das gegen Schwenningen verloren sie.

Die Wild Wings spielten so ähnlich defensiv wie der alte Cortina-EHC. Der Schwenninger Trainer Stefan Mair, ein Südtiroler, entschuldigte sich fast dafür: „Nur so können wir als Neuling mit 15 neuen Spielern in der Liga bestehen. Spielsch du mit, wirsch du abgeschossen.“

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