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Neujahrs-Blabla

Bach und die Sicherheit in Sotschi Mit Neujahrs-Ansprachen und -Botschaften ist das so eine Sache.

Oft kommen sie einen Tick zu salbungsvoll daher, manchmal werden sie gar vom aktuellen Geschehen überholt.

So konnte der Gruß von Wladimir Putin an seine russischen Landsleute nicht gesendet werden, weil er ihn schon vor den verheerenden Terror-Anschlägen von Wolgograd aufgenommen hatte. Der optimistische Grundton des Kreml-Chefs für das Jahr 2014 passte dann nicht mehr zur Wirklichkeit.

Thomas Bach wusste, als er seine Botschaft versandte, bereits von den vielen Toten und Verletzten. Seinen olympischen Optimismus wollte sich der IOC-Präsident aber offenbar keinesfalls verhageln lassen. Staatsmännisch verurteilte er die „feigen Terrorattacken“ und sportsmännisch sprach er von „der Magie der Olympischen Spiele“, die „Brücken bauen und Mauern einreißen“ könne.

Solch diplomatisches Blabla geht deutlich über das erträgliche Maß der salbungsvollen Verklärung der Wirklichkeit hinaus. Spätestens seit den Bomben von Wolgograd kann auch Bach nicht mehr verleugnen, auf welch dünnem Eis er sich mit den Beteuerungen seines Vertrauens in die russischen Sicherheitskräfte bewegt. Klar, die Winterspiele von Sotschi werden stattfinden. Klar aber auch: Sicher sind sie nach objektiver Beurteilung der Lage nicht.

Zugegeben: Als frisch gewählter IOC-Präsident ist Bach in Argumentationsnot. Sotschi 2014 hat er von seinem Vorgänger „geerbt“. Mit allen Chancen vor allem für Putin und dessen Idee von einem großartigen Russland, aber auch mit allen Risiken für das IOC. Man mag sich nicht ausmalen, was ein Anschlag in Sotschi für Olympia bedeuten würde.

Bitte nicht missverstehen: Hier soll dem IOC-Präsident auch nicht die kleinste Verantwortung für möglichen Terror bei den Winterspielen zugeschoben werden. Aber Bach und sein IOC müssen sich befreien von dem Sog, der den Sport immer stärker in die Umklammerung der Weltpolitik gezogen hat.

Die Führer des Weltsports haben sich nicht gewehrt gegen diese Vereinnahmung, sich vielmehr gesonnt in ihrer persönlichen scheinbaren Wichtigkeit. Darin liegt ihre Schuld, das muss Bach verändern. Und nicht wieder nur Neujahrs-Blabla von sich geben.

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