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17 Nadeln im Körper – wie Frau Doktor Kim meine Schlafstörung beendete

War es doch ein Fehler, dem Lächeln von Frau Doktor Kim Yeonjin zu vertrauen?

Jedenfalls lag ich mit sehr gemischten Gefühlen auf einer Liege in einer abgedunkelten Kammer – und Frau Kims Assistentin zeigte mir beunruhigenderweise ein ganzes Sortiment sehr spitzer Nadeln. Ich gebe es zu: Den rein journalistisch motivierten Besuch des Korean Medicine Centers hatte ich mir doch ganz anders vorgestellt.

Von koreanischer Medizin werden ja wahre Wunderdinge erzählt. Sie hat viel mit selbstheilerischen Kräften zu tun, Ying und Yang, exotischen Massagetechniken, Körpererwärmung, Harmonie, den sogenannten fünf Elementen (Holz, Feuer, Metall, Wasser, Erde), Heilpflanzen, der engen Beziehung von geistiger Aktivität und und Körper. Hochinteressant und auch ein wenig rätselhaft das alles, und so nahm ich die Einladung des Korean Medicine Centers im Medien-Dorf von Gangneung gerne an. Einblicke in koreanische Heilungsmethoden wurden da in Aussicht gestellt, die Besichtigung einer Kräuterausstellung, die Verkostung eines Heiltees namens Shangwa-tang. Von Akupunktur hatte mir niemand etwas erzählt.

Auf ein normales Informationsgespräch eingestellt, überraschte es dann doch ein wenig, dass Frau Doktor Kim mich nach etwaigen Beschwerden befragte. Das einzige was mir dazu einfiel: Schlafstörungen – wohl als Folge der acht Stunden Zeitverschiebung. Frau Doktor Kim lächelte und insistierte: Ob ich denn Stress hätte. – Hm, ja. – Ausreichend Bewegung? Derzeit eher nein. – Geregelter Tagesablauf? Nicht direkt.

Frau Doktor Kim lächelte und empfahl mir eine sofortige Kurztheraphie: Koreanische Akupunktur. Ein Vorschlag, der in mir den Wunsch weckte, nun doch lieber die Praxis umgehend zu verlassen. Spritzen und andere spitze Medizininstrumente üben auf mich schon immer sehr furchterregende Wirkung aus. Und nun sollte ich mich freiwillig und ohne große Not mit Nadeln drangsalieren lassen? Doch Frau Doktor Kim lächelte besänftigend. Tut sicher nicht weh, sagte sie.

Wenig später steckten tatsächlich sage und schreibe 17 Nadeln in mir. Davon allein fünf im Kopf, zwei in den Schläfen, sogar die Haut auf der Schädeldecke wurde perforiert. Unterarme und Füße schauten aus, als wäre ich in einen Kaktus gefallen. Die Stiche waren aber tatsächlich kaum zu spüren. Und in Minutenschnelle stellte sich auch eine scheinbar alle Muskelfasern durchdringende Entspannung ein. Fast wäre ich eingeschlafen.

Die Wirkung? Es war nicht zu glauben: Erstmals durchgeschlafen. Fast sieben Stunden. Persönlicher Olympiarekord. Koreanische Medizin kann ich nur weiterempfehlen. Unbedingt. Armin Gibis

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